Meta-Chef schützt sich mit Umzugsdrohung vor Reichensteuer

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Meta-Chef schützt sich mit Umzugsdrohung vor Reichensteuer

Trotz des Kampfes um die Steuer droht Meta eine 25-Milliarden-Dollar-Strafe wegen Datenschutzverstößen

Menlo Park – Meta-Chef Mark Zuckerberg hat mit der Drohung eines Wegzugs aus Kalifornien eine neue Aktienstruktur bei dem Facebook-Konzern durchgeboxt. Hintergrund ist eine mögliche einmalige Abgabe von fünf Prozent auf Milliardärsvermögen, die im November von Wählern im US-Bundesstaat beschlossen werden könnte. Das könnte Zuckerberg fast 12,5 Milliarden Dollar kosten. Um das zahlen zu können, müsste Zuckerberg seine Meta-Aktien mit Sonderstimmrecht verkaufen.

Eine Person mit einem blauen Anzug, weißem Hemd und roter Krawatte steht draußen vor unscharfem Hintergrund, der Bäume und Gebäude zeigt. Weitere Personen sind teilweise im Vorder- und Hintergrund sichtbar.
Mark Zuckerberg sicherte sich durch eine neue Aktienstruktur den Machterhalt bei Meta.

Nach Verhandlungen mit Zuckerberg gibt Meta Aktionären nun aber neue Aktien ohne Stimmrechte – ein neues Papier pro Anteilsschein. Mit dem Modell kann Zuckerberg bei Bedarf stimmrechtslose Aktien verkaufen, ohne Macht zu verlieren. Zuckerbergs Vermögen wird vom Finanzdienst Bloomberg aktuell auf 247 Milliarden Dollar (220 Milliarden Euro) geschätzt – umgerechnet 220 Milliarden Euro. Derzeit hält er 60,6 Prozent der Stimmrechte, ohne Gegenmaßnahmen hätte sein Einfluss auf 53 Prozent fallen können, schreibt die "New York Times".

Drohung mit Hausverkauf

Wie aus einer Meta-Mitteilung hervorgeht, setzte Zuckerberg die Firma mit einer Umzugsdrohung unter Druck. Meta hat das Hauptquartier in Menlo Park im kalifornischen Silicon Valley – und der 42-jährige Gründer gilt als jemand, der aktiv im Tagesgeschäft mitmischt.

Nachdem Zuckerberg bereits im Sommer gewarnt hatte, dass die drohende Milliardärssteuer ihn zum Wegzug aus Kalifornien bewegen könnte, griff er dem Dokument zufolge zu einem Ultimatum. Zuckerberg warnte demnach am 9. September, dass er in vier Tagen sein Haus im benachbarten Palo Alto zum Verkauf stellen werde, wenn es bis dahin keine Einigung gebe.

Ein solcher Schritt hätte der Öffentlichkeit gezeigt, dass Zuckerberg weniger im Meta-Alltag involviert wäre. Nun sagte er zu, mindestens acht Jahre einen Wohnsitz in Kalifornien zu behalten – oder bei einem Umzug der Zentrale im jeweiligen anderen Bundesstaat. Einige Tech-Milliardäre gaben wegen der möglichen Abgabe bereits ihren Wohnsitz in Kalifornien auf.

Hohe KI-Investitionen

Meta betont, zugleich bekomme man mit der geänderten Struktur auch neue Möglichkeiten, die hohen KI-Investitionen zu finanzieren. Der Konzern wird in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar (rund 120 Milliarden Euro) in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur investieren. Meta hob das untere Ende der Spanne der Prognose erneut um fünf Milliarden Dollar an. Zuckerberg baut Rechenzentren für Künstliche Intelligenz im Wettbewerb mit Vorreitern wie dem ChatGPT-Entwickler OpenAI aggressiv aus. In der Spitze geht Meta nach wie vor von 145 Milliarden Dollar an Investitionen aus.

Das Geld für den KI-Ausbau liefert nach wie vor das boomende Werbegeschäft des Facebook-Konzerns. Im vergangenen Quartal steigerte Meta den Konzernumsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar. Unterm Strich gab es einen Gewinn von 9,86 Milliarden Dollar nach schwarzen Zahlen von 2,7 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Zuletzt griffen 3,64 Milliarden Nutzer auf mindestens eine Meta-App zu. Drei Monate zuvor waren es 3,6 Milliarden gewesen. Zum Konzern gehören auch der Chatdienst WhatsApp, die Foto- und Video-Plattform Instagram sowie Threads, eine Alternative zum Twitter-Nachfolger X.

Milliardenstrafe

Wenige Stunden vor Bekanntgabe der Zahlen wurde bekannt, dass Meta wegen des Jahre zurückliegenden Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen soll. Geschworene im Bundesstaat New Mexico hatten entschieden, dass Nutzer mit Blick auf Datenschutz und Redefreiheit von Facebook in die Irre geführt wurden. Der Richter berechnete in seiner Entscheidung einen Strafbetrag von knapp 219,5 Milliarden Dollar – reduzierte ihn dann aber auf 25 Milliarden. Meta gab sich in einer Reaktion überzeugt davon, dass man sich im Berufungsverfahren durchsetzen werde. (APA, 22.10.2026)

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