Ministerin Reiche besucht Rüstungskonzern: „Wichtiger Beitrag für Sicherheit“

Stand: 24.07.2026, 18:06 Uhr

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Drohnenabwehr made in Bruck: Hensoldt-Chef Oliver Dörre (l.) und Christian Jaeger (Hensoldt) präsentieren Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die Software.

Drohnenabwehr made in Bruck: Hensoldt-Chef Oliver Dörre (l.) und Christian Jaeger (Hensoldt) präsentieren Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die Software. © Bogdan Kramliczek

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat das Rüstungsunternehmen Hensoldt AG in Fürstenfeldbruck besucht. Neben Einblicken in die Arbeit gab es auch Neuigkeiten.

Fürstenfeldbruck – „Die Kriegsführung hat sich deutlich verändert“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bei ihrem Besuch am Freitagvormittag in Fürstenfeldbruck. Das Unternehmen Hensoldt AG, das unter anderem Softwaresysteme zur Drohnenabwehr entwickelt, hatte die Wirtschaftsministerin an den Standort in den Brucker Westen eingeladen.

„Wir sehen uns Gott sei Dank nicht zum ersten Mal“, wandte sich Reiche an Oliver Dörre, Vorstandsvorsitzender der Hensoldt AG, die 2024 das Brucker Unternehmen ESG übernommen hat. Seit Amtsantritt habe man viel Kontakt, so die Ministerin mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten. „Und die Bedrohungen gehen nicht weg“, sagte Reiche.

Fahrzeuge wie dieses sind auch in der Ukraine im Einsatz.

Fahrzeuge wie dieses zur Luftraumüberwachung sind auch in der Ukraine im Einsatz. © Bogdan Kramliczek

Wachsende Unternehmen wie Hensoldt zeigen, wie groß der Bedarf sei. Dabei sei es auch wichtig, „dass wir die Sensorik in Deutschland produzieren, um unsere Streitkräfte und die Partner auszustatten“. Das Bundeswirtschaftsministerium verstehe sich hier als Partner.

Deutschland habe eine leistungsfähige Verteidigungsstrategie. „Und gerade hier, um München, haben wir zahlreiche Startups“, sagte Katherina Reiche. „Wir dürfen uns bei kritischen Komponenten, beim Produzieren von Waffensystemen, von Abwehr, nicht mehr auf andere verlassen“, betonte sie. „Danke, dass Sie unser Land unterstützen“, sagte die Ministerin an den Hensoldt-Chef gewandt.

Man sehe sich als „wichtigen Beitrag für die Sicherheit, aber auch für die deutsche Wirtschaft“, betonte Hensoldt-Chef Dörre. Von zentraler Bedeutung seien jedoch die Menschen, die das Unternehmen einzigartig machen. Es sollen auch noch weitere 1600 neue Mitarbeiter in diesem Jahr eingestellt werden.

In der Ukraine sei man eigentlich seit Tag eins im Einsatz, berichtete Dörre, „unter anderem in der Luftabwehr“. Die Informationen und Erfahrungen, die man dort mache, fließen wiederum in die kontinuierliche Verbesserung des Systems. Dafür habe man ein Büro direkt in der Ukraine eingerichtet.

Ein System der Hensoldt AG, das dort im Einsatz ist, stellte Dörre der Ministerin vor: das „TRML-4D“, ein Luftraumüberwachungs- und Zielerfassungsradar, montiert auf einem Lkw. „Die Ukraine hat etwa 50 Radare bestellt“, sagte Dörre. Damit man hier schneller ist, arbeite man mit Autozulieferern zusammen. Künftig will man in Ulm einen bestehenden Standort erweitern und ein Werk bauen. Die Produktionskapazitäten sollen massiv erweitert werden.

Dass die Bedrohungslage sich verändert hat, darauf verwies Christian Jaeger, Leiter Aufklärung und Schutz bei Hensoldt. Er präsentierte der Ministerin die von Hensoldt zur Drohnenabwehr entwickelte Software „Elysion“. „Das Thema Drohnenabwehr beginnt bei kleinen Hobbydrohnen“, betonte Jaeger. Bereits 2015 habe man ein System zum Einsatz gebracht. „Wir haben damals schon gedacht, dass das ein Thema werden würde“, sagte er. „Aber diese Bedrohung hat niemand geahnt.“

Die deutsche Software sei bereits in Mali im Einsatz gewesen, aktuell in Jordanien. Bei der Erkennung und Abwehr von Drohnen kann das System, das unter anderem in Autos verbaut werden kann, auch beispielsweise an Flughäfen zum Einsatz kommen, erklärte Jaeger mit Blick auf die Vorkommnisse in der jüngeren Vergangenheit in München.