„Gegen eine Zweiklassengesellschaft“: Wer vor dem App-Zwang beim Einkaufen fliehen will, kann bei Aldi Zuflucht suchen

Mit gutem Beispiel voran: Aldi positioniert sich auf der Seite der Verbraucherschützer

Stand: 20.07.2026, 12:39 Uhr

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App-Rabatte bei Lebensmittelhändlern werden immer wieder von der Verbraucherzentrale kritisiert. Nun positioniert sich auch Aldi dagegen.

In-App-Rabatte bei Discountern und Supermarktketten sind für viele Verbraucher mittlerweile etwas Alltägliches. Man scannt die jeweilige App ab und kann hier und da etwas sparen. In einer Pressemitteilung haben Aldi Nord und Süß sich nun klar gegen diese Art von Rabatten und die dadurch resultierende „Zweiklassengesellschaft“ positioniert. Die Discounter wollen dadurch auf „Einfachheit“ und „ein Einkaufserlebnis ohne Umwege“ setzen.

Aldi versucht Digital Fuß zu fassen

Genau wie viele andere Supermarktketten hat auch Aldi eine eigene App (Symbolbild) © monticello via imago-images.de

In der gemeinsamen Pressemitteilung wird deutliche Sprache gesprochen: Die Loyalty-Programme der verschiedenen Marken seien immer größer und undurchsichtiger, die Komplexität steige weiter an. Man wolle bei Aldi Nord und Süd „die besten Preise ohne Bedingungen“ liefern, also auch ohne Apps. Deshalb positioniert man sich bei den Discountern gegen exklusive App-Rabatte. Wer also keine weitere App auf dem Smartphone will oder gar keinen besitzt, wird keine Nachteile dulden müssen.

Warum werden App-Rabatte kritisiert?

Die Verbraucherschützer dürften diesen Schritt von Aldi Nord und Süd begrüßen. Seit Jahren kritisieren sie bereits die App-Rabatte und haben im März 2026 wegen Diskriminierung geklagt. Menschen mit Behinderungen, Kinder oder ältere Menschen, die keine Smartphones nutzen können, müssen in manchen Fällen mehr zahlen, wenn sie keine App besitzen. Laut der Verbraucherzentrale müssen alle Verbraucher gleichermaßen von den Rabatten profitieren können.

Einige Supermärkte bieten Waren zu rabattierten Preisen an, die nur bei Verwendung der App gewährt werden. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale ist das ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Die Verbraucherzentrale macht sich dafür stark, dass alle von Rabatten profitieren. Der Verbraucheralltag ist teuer genug. Jeder, der in einen Supermarkt geht, sollte von den dort angebotenen Rabatten profitieren können. Es kann nicht sein, dass Leute, die keine Supermarkt-App nutzen dürfen oder können, von Rabatten im Laden ausgeschlossen werden.

Die öffentliche Ansage von Aldi wäre demnach ein Schritt in die richtige Richtung. Für die Verbraucherschützer ist das allerdings nur eine Baustelle von vielen. Die Supermarkt-Apps sammeln beim Einkauf Daten wie Geburtsdatum, Anschrift und E-Mail-Adresse, aber auch, welche Produkte man jede Woche einkauft. Das Einkaufsverhalten der Kunden wird anschließend analysiert und ausgewertet, um daraus Nutzerprofile zu erstellen. Daraus können die Unternehmen laut Verbraucherzentrale dann Rückschlüsse auf die Lebenssituationen ihrer Kunden ziehen.

Aldi Nord und Süd stellen sich damit klar gegen die „wachsende Verbreitung von Bonus-Apps und Treueprogrammen im Lebensmittelhandel“. Jeder Kunde soll die gleichen Preise zahlen, ohne sich dafür etwas herunterladen zu müssen. Viele Kunden hinterfragen mittlerweile, ob sich das Punktesammeln überhaupt noch lohnt.