Mittelpunkt des Abends: „Das Phantom der Oper“: Musikalische Werke mit Kultstatus

Mittelpunkt des Abends: „Das Phantom der Oper“ Musikalische Werke mit Kultstatus

Zweibrücken · Die Auftritte der Stadtkapelle Zweibrücken sind immer ein Ereignis. So auch beim „Legenden“-Konzert in der Festhalle.

21.09.2026 , 18:27 Uhr

Die Stadtkapelle Zweibrücken beim Jahreskonzert in der Festhalle. Rechts am Schlagzeug Dirigent Janis Külchen.

Foto: Sabine Best

Die Grundidee zu dem Motto des Jahreskonzerts „Legenden – wenn Musik Geschichte schreibt“, kam dem musikalischen Leiter und zweiten Vorsitzenden der Stadtkapelle Zweibrücken beim Auswählen der Lieder. „Mir ist aufgefallen, dass alle Titel eine Verbindung zu einem besonderen Event haben, oder einer bestimmten Person beziehungsweise Gruppe zuzuordnen sind“, erläuterte Janis Külchen.

So startete das Orchester mit seinen 35 Musikerinnen und Musikern in der voll besetzten Festhalle auch gleich mit „Olympic Fanfare and Theme“ – „Ein Werk, das in zweierlei Hinsicht eine Legende ist. Denn der Komponist John Williams, der eher für Filmmusiken etwa für ‚Star Wars‘ oder ‚Indiana Jones‘ bekannt ist, schrieb es für die 23. Olympischen Sommerspiele in Los Angeles“, informierte Bianca Gulich, die den Abend sehr charmant moderierte. Kraftvoll und feierlich intonierten insbesondere die Blechbläser die majestätische Melodie.

Als Hauptwerk des Abends präsentierte die Stadtkapelle das in 27 Ländern meistgespielte Musical „Das Phantom der Oper“. Solistische Einlagen, klanglich durch das ganze Orchester gehend, präzise abgestimmte Akzentuierungen und musikalische Vielfalt ließen die Zuhörer am ganzen Geschehen des Musicals über Liebe, Leidenschaft und Eifersucht teilhaben.

Die neue Uniform der Stadtkapelle Zweibrücken – vorgestellt vom Dirigenten und 2. Vorsitzenden Janis Külchen, der Vorsitzenden Lisa Schneider und der Kulturdezernentin Christina Rauch.

Foto: Sabine Best

Der folgende „Ritt der Walküren“ von Richard Wagner stand im Kontrast zu dem vorherigen Stück. Kraftvoll gaben Hörner und Posaunen klanglich den Ritt sehr treffend wieder.

In der Pause konnten sich die Gäste über den Werdegang der Stadtkapelle in den vergangenen 40 Jahren anhand von Fotos und Zeitungsartikeln informieren. Außerdem wurde die neue Uniform der Musikerinnen und Musiker – gesponsert durch die Stadtsparkasse Südwestpfalz – vorgestellt.

Anschließend ging es mit dem „Einzug der Gladiatoren“ in die zweite Halbzeit. Der tschechische Komponist Julius Fucic war vielen Musikfreunden nicht so geläufig, dafür aber sein ursprünglich für die österreich-ungarische Armee geschriebener flotter Militär- und Triumphmarsch von 1899, der später in schnellerer Variante zur klassischen Zirkusmusik für Clown- und Akrobatenauftritte wurde. „Bedauerlicherweise hat der Komponist erstmals chromatische Verläufe verwendet“, merkte die Moderatorin, die auch Trompete spielt, augenzwinkernd an. Aber trotzdem meisterten die Instrumentalisten ihre Parts mit Bravour.

In der Folge stellte die Vorsitzende Lisa Schneider die mitwirkenden Ehrenmitglieder der Stadtkapelle vor: Volker Lehner leitete 30 Jahre lang die Geschicke des Orchesters, Werner Klein ist Gründungsmitglied und spielt mit seinen 89 Jahren noch begeistert Posaune. Alexandra Schneider hat seit vielen Jahren die nicht immer einfachen Finanzen im Griff und Ralf Wedekind (Tenorhorn) ist eines der treuesten Orchestermitglieder.

In die Moderne ging es mit den Beatles. Bei den eingängigen Melodien von „Let it be“, „Yesterday“ – hierbei lag die Hauptinterpretation bei den vier Posaunen –, „Lady Madonna“ und weiteren summte mancher Zuhörer gerne mit.

Ein weiteres Highlight gab es bei dem 1981 von Phil Collins komponierten Stück „In the Air tonight“: Erstmals wurde das neue Schlagzeug – gesponsert von der VR-Bank – ganz vorne auf der Bühne präsentiert und von Nicolas Jost standesgemäß eingeweiht. Dabei ließ es sich der Dirigent aber nicht nehmen, mit ihm in einen lustigen Trommel- Wettstreit zu treten.

Ruhiger ging es dann wieder bei „Let me entertain you“ mit den größten Hits von Robbie Williams zu. Richtig romantisch wurde es bei dem Titel „Angels“, als die Besucher die zuvor verteilten Knicklichter aktivierten. Begeisterter Applaus sorgte für die Zugabe des populären Medleys „Coldplay in Symphonie“ mit eingehenden solistischen Parts von Lisa Schneider (Altsaxophon) und Ralf Wedekind (Tenorhorn).

Traditionell folgte mit dem Fliegermarsch der endgültige Schlussakzent eines sehr gelungenen Konzertabends. „Ihr seid ein tolles Aushängeschild unserer Stadt und repräsentiert sie immer wieder mit wunderbaren musikalischen Auftritten“, lobte Oberbürgermeister Marold Wosnitza die Leistung der Stadtkapelle.

Auch den weiteren Gästen, darunter Bürgermeister Christian Gauf, Beigeordnete Christina Rauch und Rosenkönigin Celine I. hat es gut gefallen. Selbst den Jüngsten, wie den achtjährigen Zwillingen Mathilda und Mathes, die mit ihrer Oma aus dem Saarpfalz-Kreis gekommen waren – wenn auch ganz unterschiedliche Beiträge favorisiert wurden.

Und Dirigent Janis Külchen, der das Orchester mit einer gelungenen Mischung aus konzentrierter Disziplin und fröhlicher Leichtigkeit zu besten musikalischen Leistungen führte? Er zeigte sich sehr zufrieden und stolz mit seinen Musikerinnen und Musikern. Gleich ist er aber schon wieder beim nächsten Projekt – seiner selbst geschriebenen und vertonten Weihnachtsgeschichte, die von der Stadtkapelle am 13. Dezember in der Alexanderskirche aufgeführt wird.