Früh aufstehen, freie Sicht, Daumen drücken: So knifflig wird die Mondfinsternis am Freitag
Mondfinsternis am Freitag sehen? Für Millionen Deutsche wird es eng – eine Region hat die besten Chancen
Stand: 22.08.2026, 20:03 Uhr
Am Freitag findet eine partielle Mondfinsternis statt – doch ob man sie wirklich sieht, hängt von einigen Faktoren ab, die nicht jeder auf dem Schirm hat.
München – Am kommenden Freitagmorgen (28. August 2026) kann man eine partielle Mondfinsternis sehen, wenn man sich am richtigen Ort befindet. Deutschland hat dieses Mal Glück, denn die Mondfinsternis ist hierzulande zu sehen – allerdings nur, wenn man einige wichtige Punkte beachtet.

Der Mond zieht am frühen Morgen durch den Schatten der Erde. Das bedeutet, dass der Himmelskörper bereits sehr tief am Himmel stehen wird, wenn er sich verfinstert. Daher ist es wichtig, bereits im Vorfeld einen Beobachtungsplatz zu suchen, an dem man einen freien Blick in Richtung Westen (genauer: Westsüdwesten) zum Monduntergang hat. Jeder Baum oder jedes Haus könnte die Sicht im Zweifel stören.
Partielle Mondfinsternis am 28. August 2026: Mond steht sehr tief im Westen am Himmel
Hat man sichergestellt, dass man den Mond sehen kann, bis er untergeht, hat man auch schon alles getan, was man machen kann, um die Mondfinsternis zu beobachten. Alles Weitere hat man nicht selbst in der Hand – und bei der Mondfinsternis am 28. August gibt es noch einige andere Punkte, die passen müssen, damit man das Spektakel richtig sehen kann.
Da wäre einmal das Wetter: Ein bedeckter Himmel ist schlecht für eine Mondfinsternis – doch auch wenn der Himmel grundsätzlich klar ist, kann es frühmorgens am Horizont Dunst und Nebel geben, der das Spektakel unsichtbar macht. Beeinflussen kann man das leider nicht – es hilft nur, Daumen zu drücken und auf das Beste zu hoffen.
Sonnenaufgang erschwert die Beobachtung der Mondfinsternis
Eine weitere Sache, die das Beobachten der Mondfinsternis am 28. August erschweren kann, ist die Sonne. Die geht nämlich kurz vor Monduntergang auf und macht den Himmel schon vorher ziemlich hell. Das könnte dafür sorgen, dass der fast komplett verfinsterte Mond vor dem hellen Himmel kaum noch zu sehen ist.
Der dritte Punkt, der die Beobachtung der Mondfinsternis nicht einfach macht, ist das generelle Timing des Himmelsereignisses: Die Verfinsterung beginnt um 4.33 Uhr – man muss also früh aufstehen, um die Finsternis zu sehen. „Es lohnt sich, um halb fünf mit der Beobachtung zu beginnen und zu schauen, wie weit man das Ereignis verfolgen kann“, empfiehlt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde bei Merkur.de von Ippen.Media.
Mondfinsternis-Timing: Je weiter im Westen Deutschlands, desto besser stehen die Chancen
Wie viel man dann sehen kann, hängt stark vom Beobachtungsort ab. „Der Mond ist in weiten Teilen bereits untergegangen, ansonsten steht er nur knapp über dem Horizont. Der Himmel ist zu Sonnenaufgang schon recht hell“, macht Pilz nur wenig Hoffnung. Doch je weiter westlich man sich in Deutschland befindet, desto später geht die Sonne auf und der Mond unter – man hat also etwas mehr Zeit, das Schauspiel rund um die maximale Bedeckung zu genießen. Ganz im Osten des Landes sieht es dagegen schlechter aus. Die Tabelle verrät die wichtigsten Uhrzeiten:
| Ort | max. Verdunklung | Sonnenaufgang | Monduntergang |
| München | 6.12 Uhr | 6.25 Uhr | 6.32 Uhr |
| Frankfurt am Main | 6.12 Uhr | 6.33 Uhr | 6.41 Uhr |
| Köln | 6.12 Uhr | 6.39 Uhr | 6.47 Uhr |
| Hamburg | 6.12 Uhr | 6.22 Uhr | 6.29 Uhr |
| Berlin | 6.12 Uhr | 6.10 Uhr | 6.17 Uhr |
| Quelle: timeanddate.de |
Beobachtung und Fotografie der Mondfinsternis: Tiefstehender Mond ist gut für Motive
Für die Beobachtung einer Mondfinsternis benötigt man keinerlei Ausrüstung, auch keine Schutzbrille wie bei einer Sonnenfinsternis. Um das Himmelsereignis genauer beobachten zu können, kann man aber natürlich ein Fernglas oder Teleskop nutzen. Auch zum Fotografieren benötigt man keine Spezialausrüstung. Für Fotografen könnte die partielle Mondfinsternis am 28. August sogar besonders interessant sein: Weil der verfinsterte Mond so tief am Himmel steht, kann man Elemente aus der Umgebung mit auf das Bild nehmen und einmalige Bilder machen.
Für die reine Beobachtung ist es ebenfalls spannend, dass der Mond so tief steht, denn dadurch dürfte das Phänomen der Mondtäuschung zum Tragen kommen: Es sorgt dafür, dass der tief stehende Mond am Himmel deutlich größer erscheint, als er tatsächlich ist. Fotografieren kann man dieses Phänomen aber leider nicht, da es nur in Zusammenarbeit mit dem menschlichen Gehirn funktioniert. (Quellen: Eigene Recherche, timeanddate.de) (tab)