„Irdische Objekte einbeziehen“ – Experte erklärt, wie die Mondfinsternis zum Foto-Erlebnis wird

Mondfinsternis am Freitagmorgen: So gelingen die besten Fotos

Stand: 26.08.2026, 20:04 Uhr

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Die Mondfinsternis am 28. August bietet Fotografen seltene Motive – doch das Timing ist knapp und ein falscher Standort ruiniert alles.

Frankfurt – Am Freitagmorgen (28. August 2026) ist eine Mondfinsternis zu sehen, die spannende Fotografie-Motive erlauben dürfte. Das Himmelsspektakel findet nämlich kurz vor Monduntergang statt und das heißt, dass der Mond bereits sehr tief über dem Horizont steht. Und das wiederum bedeutet, dass man den Mond zusammen mit irdischen Gegenständen – Bäume, Häuser oder Ähnliches – fotografieren kann.

Eine Mondfinsternis in der Morgendämmerung zu fotografieren kann anspruchsvoll sein. (Archivbild)

Eine Mondfinsternis in der Morgendämmerung zu fotografieren kann anspruchsvoll sein. (Archivbild) © imago/Westend61/Thomas Grohmann

Das betont auch Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde gegenüber der Frankfurter Rundschau: „Der heller werdende Himmel und die Position des Mondes in Horizontnähe bieten gute Chancen für Fotografen, da irdische Objekte einbezogen werden können.“

Monfinsternis am 28. August 2026 fotografieren: Welche Ausrüstung man braucht

Doch beginnen wir von vorn: Wer eine Mondfinsternis fotografieren möchte, benötigt weniger Ausrüstung als bei einer Sonnenfinsternis: Der Sonnen-Schutzfilter für die Kamera kann zu Hause bleiben. Abgesehen davon dürfte das Fotografieren der partiellen Mondfinsternis am 28. August recht anspruchsvoll sein, denn während der Mond sich verfinstert, geht die Sonne auf und verändert ständig die Lichtverhältnisse. Das heißt: Es ist wichtig, beim Fotografieren der Mondfinsternis dauerhaft auf das Licht zu achten. Gleichzeitig sollte man die Verschlusszeit kurz halten, da der Mond sonst unscharf werden kann.

Um markante Silhouetten gemeinsam mit der Mondfinsternis zu fotografieren, sind Telebrennweiten nützlich. Sie sorgen dafür, dass der Mond im Verhältnis zum Motiv im Vordergrund riesig wirkt. Lange Brennweiten und die Dämmerung können jedoch schnell dafür sorgen, dass Bilder verwackeln. Deshalb ist ein Stativ bei solchen Brennweiten Pflicht – im besten Fall steuert man die Kamera zusätzlich per Fernauslöser oder Timer, um jedes Wackeln zu verhindern. Wer mit seiner Kamera RAW-Aufnahmen machen kann, sollte das tun, um alle Nuancen aufzunehmen.

Vor der Mondfinsternis vorbereiten: fürs Fotografieren ist das Timing eine Herausforderung

Doch all diese Tipps nützen nichts, wenn man sich vor der Mondfinsternis nicht vorbereitet hat – denn das Timing ist herausfordernd. Da der Mond sehr tief steht, während er in den Erdschatten wandert, sollte man sich rechtzeitig nach einem guten Beobachtungsstandort umschauen. Der blickt idealerweise nach Westsüdwest und hat einen freien Blick bis zum Horizont. Eine Baumreihe an der falschen Stelle kann den Blick auf die Mondfinsternis erschweren oder ganz verhindern.

Ebenfalls unerlässlich: ein Kontrollblick auf das lokale Wolkenradar am Donnerstagabend, da selbst leichte Schleierwolken am Horizont den Blick verstellen können. Zusätzlich zu dieser Vorbereitung empfiehlt es sich auch, am Tag der Mondfinsternis rechtzeitig vor Ort zu sein, um alles aufzubauen und sich den Beobachtungsplatz noch einmal genau anzuschauen. Dann kann man auch genauer abschätzen, wo der Mond untergehen wird – und eventuell noch einmal ein paar Meter nach links oder rechts ausweichen.

Mondfinsternis im August 2026: Kurz nach dem Maximum geht der Mond unter und die Sonne auf

Die wichtigsten Uhrzeiten für die Mondfinsternis am 28. August sind 4.33 Uhr – der Start der Verfinsterung – und 6.12 Uhr. Um diese Zeit erreicht die Mondfinsternis in Deutschland ihren Höhepunkt. Die Mondscheibe wird dann zu etwa 93 Prozent vom Erdschatten verdeckt sein. Wer das Spektakel ganz im Osten Deutschlands beobachten und fotografieren möchte, hat jedoch unter Umständen ein Problem: Dort finden innerhalb weniger Minuten die maximale Verdunklung, der Sonnenaufgang und der Monduntergang statt.

Ortmax. Verdunklung | Sonnenaufgang | Monduntergang
Frankfurt am Main6.12 Uhr | 6.33 Uhr | 6.41 Uhr
München6.12 Uhr | 6.25 Uhr | 6.32 Uhr
Köln6.12 Uhr | 6.39 Uhr | 6.47 Uhr
Hamburg6.12 Uhr | 6.22 Uhr | 6.29 Uhr
Berlin6.12 Uhr | 6.10 Uhr | 6.17 Uhr
Quelle: timeanddate.de

In Frankfurt (Oder), ganz im Osten des Landes, ist es am deutlichsten: Dort geht der Mond um 6.12 Uhr unter – also genau dann, wenn er eigentlich seine maximale Verdunklung erreicht. Im Westen Deutschlands liegen zwischen der maximalen Verfinsterung und dem Monduntergang bis zu 39 Minuten (in Aachen geht der Mond um 6.51 Uhr unter). In Frankfurt am Main ist um 6.41 Uhr Monduntergang, es bleiben also 29 Minuten – in denen es wegen des Sonnenaufgangs jedoch immer heller wird. Diese Zeiten variieren für jeden Ort etwas. (Quellen: Eigene Recherche, timeanddate.de) (tab)