(+) Neue Sternbrücke: Monstrum oder Meisterstück?
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Hamburg
„Monstrum“ oder „viel schöner“? Das sagen Anwohner zur neuen Sternbrücke
Von „Katastrophe“ bis „technische Glanzleistung“: Die MOPO hat Anwohner gefragt, was sie von dem Bauwerk halten.
Zwischen Altbauhäusern, Kiosken, Bars und Restaurants wurde am vergangenen Wochenende die 150 Jahre alte, historische Sternbrücke durch eine riesige, moderne Konstruktion ausgetauscht. Nach der spektakulären Transportaktion von der Baufläche am Schulterblatt zum Zielort, der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße, müssen sich die Anwohner nun an den neuen Anblick gewöhnen. Die Meinungen gehen auseinander.
Was die Größe der Brücke angeht, sind sich die meisten einig: „Schon ein massives Ding“, „völlig überdimensioniert“, „sie ist zu riesig, das passt hier nicht hin“, „ein Monstrum“, „sehr, sehr, sehr groß, viel zu riesig“ – so lauten einige Kommentare.
Es gibt aber auch viele, die die Brücke bewundern, allem voran die technische Leistung dahinter. „Der Transport war aufregend, so etwas passiert nur einmal alle hundert Jahre“, sagt etwa Don Richard, ein Rentner aus der Nachbarschaft.
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Der 74-Jährige sagt aber auch, dass ihm das alte Bauwerk besser gefallen habe, und man dieses bestimmt auch hätte „renovieren“ können. Auch die Anwohnerinnen Lisa E. und Sabine E. finden, dass es andere Möglichkeiten für einen Umbau gegeben hätte, obwohl die Deutsche Bahn ihnen die neue Brücke als einzige Option verkauft hat.
Clubs weg, Bäume weg, Kultur weg
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„Am schlimmsten finde ich, was alles weggerissen wurde. Es gab so viele Proteste von der Anwohnerseite, und das wurde alles ignoriert“, beklagt sich die 50-jährige Lisa E. Bekannte Kulturorte wie Beat Boutique, Fundbureau und Astra Stube mussten aufgrund des Neubaus weichen: „Die Clubkultur stirbt.“
Nicht nur Clubs, auch Bäume mussten weg. Für den Transport der Brücke über die Max-Brauer-Allee wurden 37 Bäume auf der Allee gerodet. Der Anwohner und Baumpfleger Tom Bendt nennt das eine „Katastrophe“: „So viele 30 bis 40 Jahre alte Bäume wurden einfach niedergemacht, das ist schon heftig.“ Der 26-Jährige fragt sich, warum man die Bäume nicht einfach ausgraben und danach wieder einpflanzen konnte.
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„Ich kann meinen Frieden mit der Brücke machen“
Ganz anders sieht das der Besitzer des anliegenden „Gönlübol Döner Haus“, Ibrahim Maher (44): „Ich finde sie viel besser als die alte.“ Er sagt, dass die neue Brücke seinem Laden guttut. Viele Leute kämen bei ihm vorbei, um die neue Brücke zu sehen. Außerdem glaubt er, dass der Bahnverkehr auf der neuen Brücke leiser wird.
Abgesehen vom Wirtschaftlichen, gefällt sie ihm persönlich auch besser als die alte: „Sie ist viel schöner, weil sie neuer ist.“
Ein anonymer Anwohner findet sie optisch auch ansprechend. „Ich kann meinen Frieden mit der Brücke machen.“ Aber er denkt, dass sie nicht lange grau bleiben werde: Sobald die Handwerker weg seien, würden die „Nachthandwerker“ kommen und alles bunt machen.
Ali Akbar Akbari (32) ist der Besitzer des „Blitz Kiosk“ an der Stresemannstraße und findet, die Brücke passe nicht in ihr Umfeld. Auch seine Kunden seien nicht gut auf den Neubau zu sprechen. Rentner Christian Nölke will nicht beurteilen, ob die Brücke angemessen ist. Er glaubt aber nicht, dass die neue Brücke die einfachste und kostengünstigste Lösung war.
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