Montag: Audi mit neuem US-Werk trotz VW-Sparkurs, Google-Werbung mit Nutzerdaten
Audi lässt US-Präsident Trump im Wahlkampf den Bau eines US-Werks verkünden. Vorstands-Chef Döllner äußerte sich dazu am Sonntag. Es sei keine Entscheidung gegen Deutschland, sondern ein Gewinn für den ganzen Konzern, auch für die deutschen Standorte. Diesen drohen aber Schließungen. Derweil hat Google seine Datenschutzerklärung geändert, sodass der Konzern jetzt Anzeigen auf Basis persönlicher E-Mails und Bilder bei Gmail und Google Fotos personalisieren kann, wenn Nutzer die Google-Dienste miteinander verknüpft haben. Die personalisierte Werbung lässt sich aber abstellen. In Europa setzen EU-Spitzenpolitiker bei KI neuerdings vor allem auf Anwendungen statt auf eigene KI-Modelle. Mistral und DeepL warnen nun vor verstärkter technologischer Abhängigkeit und möglichen Handelsdefiziten zuungunsten der EU – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Der deutsche Autohersteller Audi will für vier Milliarden Dollar ein neues Werk im US-Bundesstaat Georgia bauen und damit erstmals in den USA produzieren. Die Volkswagen-Tochtergesellschaft plant die Produktion von 200.000 SUV jährlich, rund 4.500 Arbeitsplätze sollen in Georgia entstehen. US-Präsident Donald Trump kündigte das Projekt überraschend auf einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia an. Dazu kam Audi-Vorstandschef Gernot Döllner auf die Bühne, der Trump für dessen Unterstützung dankte. Der Bau des neuen US-Werks muss aber noch vom Volkswagen-Aufsichtsrat gebilligt werden. Grundsätzlich wird der Schritt auch vom niedersächsischen Ministerpräsidenten und Gewerkschaftsvertretern begrüßt. Sie mahnen allerdings, dass das Wachstum in den USA Arbeit in Deutschland nicht verdrängen darf: Audi-Chef verteidigt Werks-Pläne in den USA.
Google hat kürzlich die eigene Datenschutzerklärung um einen wichtigen Zusatz bezüglich personalisierter Werbung ergänzt. Dort verspricht der Datenkonzern etwa, „keine personalisierte Werbung auf Grundlage von Ihren Inhalten aus Google Drive, Gmail oder Google Fotos“ anzuzeigen. Doch dies ist mittlerweile um eine Ausnahme aufgeweicht worden: „es sei denn, Sie stellen Daten aus diesen Diensten für andere Google-Dienste zur Verfügung, die personalisierte Werbung unterstützen“. Damit erlaubt sich Google jetzt, Anzeigen auf Basis der Daten von Gmail und Nutzerfotos auszuspielen. Google bietet die Verknüpfung dieser Apps mit Gemini sowie dem KI-Modus der Suchmaschine bereits seit einiger Zeit an, um Ergebnisse besser auf Nutzer zuzuschneiden, doch jetzt auch bei Anzeigen: Google erlaubt sich nun Zugriff auf Gmail und Fotos für personalisierte Werbung.
In der europäischen Tech-Branche ist ein Richtungsstreit entbrannt, ob Europa den Anschluss im weltweiten Rennen um die fortschrittlichsten KI-Modelle noch suchen oder sich auf die Nutzung von Anwendungen konzentrieren soll. Führende Politiker vertreten zunehmend die Auffassung, der alte Kontinent müsse nicht zwingend an der technologischen Front mitmischen, um wirtschaftlich vom KI-Boom zu profitieren. Stattdessen soll der Fokus darauf liegen, den Wert der Technologie durch clevere Applikationen abzuschöpfen. Doch diese Perspektive ruft prominente europäische Tech-Unternehmer auf den Plan, die vor den langfristigen Folgen einer solchen „Kapitulation“ warnen. Sie befürchten eine neue technologische Abhängigkeit sowie ein potenzielles Handelsdefizit zulasten der EU: Mistral- und DeepL-Chefs warnen vor KI-Kapitulation Europas.
Das 1988 im britischen Derby gegründete Entwicklungsstudio Core Design war keine der damals weitverbreiteten Konvertierungsbuden, sondern machte sich von Anfang an mit cleveren Spielen einen guten Namen. Schon nach kurzer Zeit entdeckten die Entwickler um Firmengründer Jeremy Heath-Smith auch die 3D-Welten für sich, und eroberten mit Games wie einem Arcade-Racer oder einer Helikopter-Ballerei bereits Straßen und Lüfte. Es fehlte eigentlich nur noch der Sprung auf 3D-Plattformen. Er gelang mit dem Meilenstein „Tomb Raider“, das vor 30 Jahren auf den Markt kam. Das Spiel war ein Riesenerfolg, sodass Publisher und Spieler Nachfolger forderten. Im Jahrestakt mussten immer gleiche Sequels in den Markt gedrückt werden, bis Core Design nach vernichtenden Kritiken die Entwicklung der Serie 2003 entzogen wurde: „Tomb Raider“ als Hit, der Core Design zum Verhängnis wurde.
Bilder aus „Tomb Raider“ (1996) (16 Bilder)

Screenshot Heise Medien
)Die Bundeswehr hat nach eigenen Angaben einen Meilenstein bei der Erneuerung ihrer Führungssysteme erreicht. Die erste Einsatzprüfung für den Bundeswehr-Digitalfunk im Rahmen des Großprojekts Digitalisierung Landbasierte Operationen sei nach wochenlangen Tests auf dem Truppenübungsplatz in Munster abgeschlossen worden. Das Gesamtsystem sei unter realitätsnahen Bedingungen auf Herz und Nieren geprüft worden. Dabei sei in der finalen Phase auch scharf geschossen worden. Trotz des offiziellen Erfolgs ist die Erprobung allerdings nicht reibungslos verlaufen und habe kurzfristige Kurskorrekturen erforderlich gemacht. So habe sich just das traditionsreiche Arbeitstier der Panzergrenadiere, der Schützenpanzer Marder, bei der technischen Integration als ungeeignet erwiesen: Bundeswehr-Digitalfunk besteht Test, aber der Marder fällt durch.
Auch noch wichtig:
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- Open-Source-Software ist zentraler Baustein für mehr digitale Souveränität. Wer sie erfolgreich im Unternehmen einsetzen will, muss ein paar Punkte beachten: Open Source im Unternehmen für mehr digitale Souveränität einsetzen.
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(fds)