Monteiro entscheidet Kampf gegen Verden: Rehden nach 2:0-Sieg Oberliga-Spitzenreiter
Stand: 12.09.2026, 01:07 Uhr
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Es war ein hartes Stück Arbeit für den BSV Rehden: In einem intensiven Duell mit vielen Zweikämpfen besiegte der Fußball-Oberligist den FC Verden 04 und steht nun zumindest bis Sonntag an der Tabellenspitze.
Rehden – Am Freitagabend durfte Majid Cirousse seine Mannschaft „mal aus einer ganz anderen Perspektive erleben“. Von der Haupttribüne der Waldsportstätten verfolgte der gesperrte Trainer des BSV Rehden einen 2:0 (0:0)-Heimsieg seiner Oberliga-Fußballer gegen den FC Verden 04. Dadurch stehen sie zumindest bis Sonntag auf Platz eins der Tabelle. Doch das stille Sitzen unterm Dach „ist nicht so meins“, gestand der Coach, der für reichlich Emotionen in seiner Coachingzone bekannt ist. Dies brachte dem 42-Jährigen am Sonntag in Vorsfelde auch seine dritte Gelbe Karte im fünften Saisonspiel samt einer Partie Zwangspause ein. Aber Co-Trainer David Schiavone und seine Mannschaft fuhren die nächsten drei Punkte ein, wenngleich sie dafür deutlich mehr ackern mussten als bisher. „Ein Sieg der Mentalität“, fasste Schiavone den Fight zusammen: „Jeder war heute leidensfähig und bereit, für den anderen alles zu geben.“
Einen „Teamgeist, der Rehden in den Jahren davor sonst nicht so ausgezeichnet hat“, attestierte auch Gäste-Coach Oliver Warnke dem Gegner: „Man merkt, dass hier gute Arbeit gemacht wird.“

Mächtig Arbeit bereitete dem Spitzenreiter jedoch der FC – intensiv pressend von der Fünferkette mit dem Ex-Rehdener Oleksi Mazur als Linksverteidiger bis hin zur vordersten Linie. Die Platzherren kontrollierten zwar das Geschehen, hatten deutlich mehr Ballbesitz und erspielten sich in der ersten Viertelstunde ein 5:0-Eckenverhältnis, kamen mit Ausnahme dieser Standards aber kaum in die Box. Und plötzlich hätte es fast 1:0 gestanden, doch Jonas Austermann traf nach feiner Einzelleistung von halbrechts nur das Außennetz des leeren Gehäuses (27.). Den nächsten – und letzten – Hochkaräter vor der Pause ließ Paris Jimenez aus: FC-Keeper Rayk Rodel entschärfte im Rauslaufen seinen Alleingang (31.). „Da muss ich das Tor machen“, ärgerte sich der BSV-Stürmer.
Max Kummer trifft zum Rehdener 1:0
Im zweiten Durchgang sahen die 255 Zuschauer deutlich mutiger agierende Gäste. Großchancen blieben trotzdem weiter Mangelware – bis zur 57. Minute, als eine Rechtshereingabe von Bo-Börge Drath knapp an Ebrima Jobe und Niklas Bär vorbeiflog. Schiavone reagierte und brachte Luis Monteiro. Für den ausgewechselten Takang Anubodem rückte Bär vom linken auf den rechten Flügel, Monteiro griff nun wie für ihn gewohnt über links an. „Luis war unter der Woche leicht erkältet“, begründete Schiavone dessen erstmalige Nichtberücksichtigung für die Startelf. „Deshalb habe ich ihn früher aus dem Abschlusstraining genommen. Der Plan war, dass er für 20 oder 30 Minuten reinkommt, die er für einen besonderen Moment eben braucht“, erklärte Cirousse. Doch der 24-Jährige benötigte nur vier Minuten: Einen starken Ball von Max Kummer leitete er weiter auf Bo-Börge Drath, der passte in den Strafraum, Leon Arizanov zwang Rodel zur Flugeinlage – und den Abpraller stocherte Kummer zum 1:0 in die Maschen (62.). „Da waren wir endlich mal bei den zweiten Bällen wach“, freute sich Monteiro.
Verdens Rodel hält Jobes Elfmeter
Allerdings gab der Treffer keine Sicherheit: BSV-Schlussmann Daniel Banfalvi rettete gegen Jonas Kühl (67.), Milan Berenschot traf den Pfosten (69.) – der Favorit wackelte! Vielleicht hätte der Elfmeter in Minute 75 früher Ruhe reingebracht, doch nach einem Foul an Paterson Chato hielt Rodel Ebrima Jobes zu unplatziert geschossenen Strafstoß (76.). Dafür behielt Monteiro die Nerven: 25 Meter vor dem Tor luchste er Bastian Kamole den Ball ab, sprintete aufs FC-Gehäuse zu und lupfte die Kugel zum 2:0 ins Netz (83.). „Endlich ist der Bann für mich gebrochen, zuletzt fehlte mir das letzte Quäntchen Glück“, strahlte der Mann, der schon vier Assists auf seinem Konto hat. Dass die Treffer am Freitag erst nach einer Stunde fielen, wertete er als Zeichen dafür, „dass wir fitnesstechnisch auf einem Top-Niveau sind. Das ist im Moment unsere Waffe.“
Rehdens Co-Trainer Schiavone lobt Verteidiger Temin
Ärgerlich für ihn: Mit der letzten Aktion zog der Schmerz in Monteiros linken Oberschenkel. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist“, erklärte der Flügelflitzer. Sollte er ausfallen, scheinen Cirousse und Schiavone jedoch immer nachlegen zu können. „Auf alle ist Verlass – das hat man heute auch an Serkan Temin gesehen“, erinnerte Schiavone an den tadellosen Auftritt des Innenverteidigers, der den an der Achillesferse verletzten Abwehrchef Julian Wolff vertrat: „Für Serkan freut es mich besonders.“
Denn in den ersten drei Spielen war der 25-Jährige nicht zum Zuge gekommen. „Es ist eben nicht so einfach, wenn es zwei sehr gute andere Innenverteidiger gibt“, verdeutlichte Temin: „Auch heute war es nicht leicht, weil Verden uns nichts schenken wollte. Aber wir haben gut dagegengehalten.“