Fast 30 Jahre nach dem Mord an Tupac Shakur: Ehemaliger Bandenchef von Geschworenen schuldig gesprochen
Mord an Tupac Shakur: Geschworene brauchen nur drei Stunden für Schuldspruch gegen Ex-Gangster
Stand: 01.09.2026, 07:27 Uhr
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Duane „Keffe D“ Davis wurde wegen Mordes ersten Grades bei dem Drive-by-Shooting auf US-Rapper Tupac im Jahr 1996 verurteilt.
Las Vegas – Ein ehemaliger Bandenanführer ist fast 30 Jahre nach der tödlichen Schießerei in Las Vegas für schuldig befunden worden, Tupac Shakur ermordet zu haben. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass Duane „Keffe D“ Davis die Tötung von Shakur orchestriert hatte, der 1996 bei einem Drive-by-Shooting starb – ein Verbrechen, das zu einem der weltweit bekanntesten ungelösten Mordfälle wurde.
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Dieser Artikel von Emily Blumenthal entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk
Am 7. September 1996 saß Shakur auf dem Beifahrersitz eines schwarzen BMW, der an einer roten Ampel nahe dem MGM Grand Hotel in Las Vegas hielt, als jemand aus einem weißen Cadillac vier Schüsse mit einer halbautomatischen Pistole auf ihn abfeuerte. Er starb sechs Tage später im Alter von 25 Jahren im Krankenhaus.

Davis, heute 63, wurde beschuldigt, der „Shot Caller“ gewesen zu sein, der eine Gruppe von drei Männern anführte, um Shakur zu töten – damals einen der kommerziell erfolgreichsten Rapper.
Staatsanwälte behaupteten, er habe die Tatwaffe beschafft, auch wenn er nicht derjenige gewesen sei, der den Abzug betätigte. Nach dem Recht des Bundesstaats Nevada reichte diese Rolle aus, damit die Staatsanwaltschaft im Bezirk Clark den ehemaligen Anführer der kalifornischen Gang South Side Compton Crips wegen Mordes ersten Grades mit einer tödlichen Waffe anklagen konnte.
Schnelles Urteil der Geschworenen und drohende lebenslange Haft
Die Geschworenen berieten weniger als drei Stunden, bevor sie zugunsten der Anklage entschieden, die argumentiert hatte, Davis habe sich eine Waffe besorgt und sei „auf die Jagd“ nach Shakur und dem Plattenmogul Marion „Suge“ Knight gegangen – als Vergeltung für die Prügel, die Davis’ Neffe Orlando „Baby Lane“ Anderson erhalten haben soll.
Shakurs Schwester Sekyiwa „Set“ Shakur weinte, als sie das Urteil hörte, und umarmte die Ankläger, während Davis’ Sohn sein Gesicht mit der Hand bedeckte.
Dem ehemaligen Bandenchef droht nun lebenslange Haft ohne Bewährung, und er hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen. Die Polizei erklärte, sie habe Davis – den einzigen in Zusammenhang mit der tödlichen Schießerei angeklagten Verdächtigen – schon lange im Visier gehabt, bislang jedoch nicht genügend Beweise gehabt, um ihn zu überführen.
Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft in dem mit Spannung verfolgten, zweiwöchigen Prozess, der am 17. August begann, stützte sich stark auf eine Quelle: Davis’ öffentliche Prahlereien über seine Rolle bei der Tötung in seiner Autobiografie.
Die Ermittler fanden weder die Tatwaffe noch das Fahrzeug, aus dem die Schüsse abgefeuert wurden, und das Rätsel um Shakurs Tod fesselte seine Fans fast drei Jahrzehnte lang, während sich Verschwörungstheorien rankten, sein Mörder könne ein Musik- oder Bandenrivale gewesen sein.
Autobiografie als Wendepunkt für die Ermittler
Die Polizei erzielte 2019 einen Durchbruch in dem Fall, als Davis die Autobiografie „Compton Street Legend“ veröffentlichte, in der er zugab, im weißen Cadillac gesessen zu haben und „auf einer Mission“ gewesen zu sein, Shakur zu finden, nachdem dessen Gefolge Anderson angeblich verprügelt hatte.
Bereits 2008 hatte er eine sogenannte „Proffer“-Vereinbarung mit der Polizei geschlossen, in der er im Austausch für Immunität Informationen über die Schießerei preisgab. Staatsanwälte warfen dem ehemaligen Bandenführer jedoch vor, diese Vereinbarung verletzt zu haben, als er in seiner Autobiografie sowie in einer Reihe von Podcasts und Dokumentationen mit der Tötung prahlte.

Die Verteidigung argumentierte, Davis’ Behauptungen seien nur Großsprecherei, um das Buch zu vermarkten, und müssten als Fiktion betrachtet werden, doch die Anklage hielt dagegen, seine Medienauftritte seien als Geständnis zu werten.
In der Autobiografie schrieb er, er sei mit drei weiteren Männern in dem Fahrzeug gewesen – Anderson, Deandre „Freaky“ Smith und Terry „Bubble-Up“ Brown, dem Fahrer, die inzwischen alle verstorben sind. Davis schilderte in dem Buch: „Ich zog die Glock hervor, die Zip mir gegeben hatte, und warf sie auf den Rücksitz. Bubble Up fuhr. Baby Lane und Freaky saßen hinten.
Schilderungen der Tat und Fokus der Staatsanwaltschaft
„Tupac machte eine unberechenbare Bewegung und fing an, unter seinen Sitz zu greifen … Einer meiner Jungs auf dem Rücksitz schnappte sich die Glock und fing an, zurückzuballern.“ Die Staatsanwaltschaft im Bezirk Clark konzentrierte sich besonders auf die Passage, in der Davis behauptete, er habe die Waffe auf den Rücksitz zu den anderen Insassen geworfen.
Die 16 Geschworenen, darunter vier Ersatzgeschworene, hörten im Verlauf von neun Verhandlungstagen die Aussagen von 24 Zeugen der Anklage und drei Verteidigungszeugen.

Obwohl Davis nun verurteilt ist, wird der Fall die Gerichte weiter beschäftigen – unter anderem durch eine im April eingereichte Klage wegen widerrechtlicher Tötung, die Shakurs Stiefbruder eingereicht hat und in der eine größere Verschwörung rund um den Mord behauptet wird.
In dieser Zivilklage, in der Davis und 100 weitere, namentlich nicht genannte Beklagte aufgeführt sind, behauptet Maurice Shakur, die Protokolle der Grand Jury aus Davis’ Mordverfahren hätten „die Existenz einer breiteren, komplexeren Verschwörung zur Ermordung von Tupac offenbart, die weit über bloße Vergeltung für eine frühere Auseinandersetzung hinausging“. Die Klage behauptet zudem, Sean „Diddy“ Combs, der sich nicht im weißen Cadillac befand, sei an Shakurs Tod beteiligt gewesen.
Anschuldigen gegen Sean „Diddy“ Combs und mögliche weitere Schritte
The Telegraph hatte enthüllt, dass eine während des Prozesses als Beweismittel eingebrachte, heimlich angefertigte Tonaufnahme Davis zeigt, wie er behauptet, Combs habe ihm 1 Million Dollar (750.000 Pfund) geboten, um Shakur zu töten.
Eine Quelle aus dem Umfeld der Staatsanwaltschaft im Bezirk Clark sagte zuvor gegenüber The Telegraph, dass eine Verurteilung von Davis ein „grünes Licht, gegen Diddy vorzugehen“ sei; Combs verbüßt derzeit eine 50-monatige Haftstrafe wegen Prostitution.
Combs hat die Vorwürfe als „reine Fiktion und völlig lächerlich“ zurückgewiesen.