Ducati zurück nach Italien – Audi erhält Milliardenangebot für Motorradhersteller
Motorradmarke soll wieder italienisch werden – Audi erhält Milliardenangebot für Ducati
Stand: 17.08.2026, 14:12 Uhr
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Seit über einem Jahrzehnt gehört Ducati zum Volkswagen-Konzern. Nun wollen Investoren das ändern und den Motorradhersteller wieder in italienischen Besitz bringen.
Bologna – Am 19. Juli 2012 kam Ducati als elfte Marke unter das Dach des Volkswagen-Konzerns. Mit dem Kauf des italienischen Premiumherstellers von Sportmotorrädern durch die Audi-Tochter Lamborghini ist der Autobauer seitdem auch im Zweiradmarkt vertreten.
Italienischer Investor macht Volkswagen und Audi Kaufangebot für Ducati
Nun hat Patritalia ein Übernahmeangebot für Ducati öffentlich gemacht. In den Wochen zuvor gab es bereits Gerüchte über einen derartigen Schritt. Die im Jahr 2025 gegründete italienische Investmentfirma, deren Ziel es eigenen Angaben zufolge ist, bedeutende italienische Marken aus ausländischem Besitz zurückzuholen, will demnach 2,5 Milliarden Euro für sämtliche Anteile an dem Motorradhersteller bezahlen.
Dies geht aus einer Mitteilung von Patritalia vom Ende Juli hervor. Das insgesamt zehnseitige Dokument enthält das offizielle Kaufangebot, eine Zustellungsbestätigung und mehrere E-Mail-Ausdrucke. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit einer aus seiner Sicht ungenauen Berichterstattung der vergangenen Tage.
Patritalia will an Volkswagen und Audi 2,5 Milliarden Euro für Ducati bezahlen
Laut dem Dokument hat Patritalia am 1. Juni eine Interessenbekundung per zertifizierter E-Mail an Personen bei Volkswagen, Audi und Lamborghini geschickt. Eine Kopie ging auch an Ducati. Audi hat am 24. Juni auf das Angebot von Patrialia geantwortet. Allerdings hat das Investmentunternehmen den eigentlichen Inhalt dieses Schreibens nicht veröffentlicht.

Aus der anschließenden Korrespondenz, die am 25. Juni an Audi verschickt wurde, geht jedoch hervor, dass Ducati nicht zum Verkauf steht. Dennoch bekräftigte Patrialia sein Angebot. Demnach soll der Kaufpreis in Höhe von 2,5 Milliarden Euro in bar bezahlt werden und weder Steuern noch Schulden oder sonstige Verpflichtungen Ducatis enthalten.
Volkswagen und Audi wollen Ducati nicht verkaufen
Sollte Audi Interesse an dem Angebot zeigen, soll ein Finanzierungsnachweis nachgereicht werden. Das ursprüngliche Angebot war bis zum 31. Juli gültig, die Übernahme sollte dann bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Inzwischen hat Patritalia jedoch erklärt, dass das Angebot verlängert werden könne.
Offiziell haben sich weder Volkswagen noch Audi oder Ducati zu dem Übernahmeangebot von Patritalia geäußert. Auf Anfrage von Rideapart.com antworteten Volkswagen und Audi lediglich: „Ducati ist ein starkes und erfolgreiches Unternehmen. Die Überprüfung des Portfolios ist Teil einer verantwortungsvollen Konzernführung. Derzeit liegt keine Entscheidung bezüglich eines Verkaufs von Ducati vor.“
Deutschland ist drittwichtigster Markt für Ducati
Laut dem Volkswagen-Konzern verzeichnete Ducati im Jahr der Übernahme 2012 einen Umsatz von rund 480 Millionen Euro und lieferte über 44.000 Motorräder aus. Für das Jahr 2025 meldeten die Italiener die Auslieferung von knapp 51.000 Einheiten, was einem Rückgang von sieben Prozent gegenüber 2024 entspricht. Die Multistrada in all ihren Ausführungen war mit 13.873 ausgelieferten Einheiten weltweit das beliebteste Modell. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hat BMW Motorrad weltweit insgesamt 202.563 Zweiräder verkauft.
Deutschland war mit 5759 Motorrädern und einem Minus von zwölf Prozent der drittwichtigste Markt von Ducati. Mit 8803 Auslieferungen ist Italien der wichtigste Markt. Überraschend angesichts der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ist, dass die Auslieferungen in die USA, den zweitwichtigsten Markt, um vier Prozent auf 7268 Einheiten gestiegen sind.
Zum 1. Januar 2026 waren in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 116.067 Ducati-Krafträder zum Straßenverkehr zugelassen. Dies entspricht einem Anteil von 2,3 Prozent. Der Hersteller mit dem größten Marktanteil ist Honda. Zum Erhebungszeitpunkt waren 704.952 Motorräder dieser Marke zugelassen, was einen Marktanteil von 13,9 Prozent bedeutet. (Quellen: Volkswagen, Ducati, Patritalia, KBA, Rideapart)