Mückenstich juckt? Das sollten Sie nie tun

Gesundheit

Mückenstich juckt höllisch? Das hilft wirklich – und das sollten Sie lassen

So fies er auch juckt: An einem Mückenstich sollte man nicht herumkratzen.

Kühlen, erhitzen oder sogar Spucke drauf? Eine Ärztin erklärt, welche Mittel den Juckreiz lindern, warum Kratzen gefährlich werden kann und wann ein Arztbesuch nötig ist.

Ein lauer Sommerabend am See könnte so schön sein. Wären da nicht die Mücken, die auf der Suche nach ihrer nächsten Blutmahlzeit umherschwirren.

Nach dem Stich folgt oft das große Jucken. Schuld daran ist eine Reaktion des Körpers auf ein Protein, das die Mücke beim Zustechen abgibt.

Mückenstich: Darum juckt die Haut

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„Wenn die Mücke zusticht, gibt sie ein Protein mit in den Körper – auf das reagiert er“, sagt Gabriele Groth. Sie ist Chefärztin des Zentrums für Notfall- und Akutmedizin an der Schön Klinik Hamburg-Eilbek.

Das Immunsystem erkennt das Eiweiß als Fremdkörper und schüttet den Botenstoff Histamin aus. Dadurch werden unter anderem die Nervenenden gereizt – und die Haut beginnt zu jucken.

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Wie stark der Körper reagiert, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei manchen ist kaum etwas zu sehen, andere entwickeln schon nach einem Stich ein Ödem, also eine Wassereinlagerung.

Eine starke Schwellung kann auch entstehen, wenn mehrere Mücken dicht nebeneinander zugestochen haben.

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Salbe und Kühlpack lindern den Juckreiz

Bei Juckreiz empfiehlt Groth eine kühlende, antiallergische Salbe. Sie blockiert die Histaminrezeptoren in der Haut und kann so den Juckreiz unterdrücken.

Auch ein Kühlpack kann helfen. Es sollte allerdings in ein Tuch gewickelt werden, bevor es auf die Haut gelegt wird. Ist nichts davon zur Hand, kann sogar etwas Spucke auf dem Stich kurzfristig helfen. „Die Feuchtigkeit kühlt nämlich auch etwas“, sagt die Ärztin.

Auch Hitze kann nach einem Mückenstich wirken

Neben Kälte kann auch Hitze den Juckreiz lindern. Sogenannte Stichheiler werden für wenige Sekunden auf die Haut gedrückt und geben dabei Wärme ab.

Dadurch sollen Reizstoffe aus dem Speichel der Mücke zerfallen. Die Stiftung Warentest verweist auf eine Studie, nach der eine Temperatur von etwa 51 Grad Celsius für fünf Sekunden wirken kann.

Warum Kratzen tabu ist

So unangenehm der Juckreiz auch ist: Kratzen ist keine gute Idee. Der Schmerzreiz kann das Jucken zwar kurz überdecken, birgt aber Risiken. „An unseren Händen sitzen immer Bakterien“, sagt Groth. Wird der Mückenstich aufgekratzt, können sie in die Wunde gelangen und eine Entzündung auslösen.

Gelangen etwa Streptokokken in die Haut, kann der Stich stark anschwellen. Auch Fieber, Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl sind möglich. Solche Beschwerden sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Dann müssen Sie nach einem Mückenstich zum Arzt

Wer beim Anblick eines Mückenstichs ein ungutes Gefühl hat, sollte ihn sicherheitshalber untersuchen lassen. „Wenn ich einen handtellergroßen Mückenstich habe, der rot und heiß ist, sollte ich damit definitiv zum Arzt gehen“, sagt Groth.

Die Medizinerin rät außerdem, Mückenstiche nicht der prallen Sonne auszusetzen. UV-Strahlung reizt die Haut zusätzlich.

So beugen Sie vor

Am besten ist es, den Mücken möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Lange Kleidung kann Arme und Beine schützen. Wer besonders konsequent sein will, steckt die Hosenbeine in die Socken. Eine Kopfbedeckung schützt zusätzlich die Kopfhaut.

Auch Mückensprays können helfen. Häufig enthalten sie Wirkstoffe wie DEET oder Icaridin und werden auf Haut und Kleidung aufgetragen. Wer stark schwitzt, sollte das Mittel mehrmals am Tag erneut aufsprühen. Sonst lässt die Schutzwirkung nach. (dpa/mp)