Müllermilch vor Übernahme von Vogtlandmilch? Plauens OB warnt vor Folgen
AUDIO: Plauener OB sieht mögliche Übernahme von Molkerei durch Müllermilch kritisch (1 Min)
Mögliche Übernahme
Stand: 24.09.2026 18:30 Uhr
Die mögliche Übernahme von Vogtlandmilch durch Müllermilch sorgt in Plauen für Unruhe. Oberbürgermeister Steffen Zenner warnt vor Folgen für Standort und Arbeitsplätze. Während die Unternehmen schweigen, spricht Sachsens Landwirtschaftsministerium bereits von einer Übernahme.
von MDR SACHSEN
Die mögliche Übernahme der Vogtlandmilch Plauen durch den Müllermilch-Konzern sorgt derzeit für Diskussionen. Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner sieht die Pläne kritisch. Wie der CDU-Politiker MDR SACHSEN sagte, brauche Plauen den Standort.
Angesichts des möglichen Verkaufs warnte das Stadtoberhaupt zugleich vor einem "ähnlichen Desaster" wie bei der Plamag und der Wema Vogtland. Beide Plauener Traditionsbetriebe waren nach einer Übernahme in die Insolvenz geraten.
Plauener OB besorgt um Arbeitsplätze
Zenner warnte davor, dass der Standort Plauen bei einer Überproduktion am Ende verkleinert oder geschlossen werden könnte. Die aktuelle Lage sei "ein Ausfluss der unverantwortlichen Preisgestaltung auf dem Milchmarkt".
Plauens Oberbürgermeister Steffen Zennersieht die mögliche Übernahme von Vogtlandmilch durch Müllermilch kritisch.
Seit Tagen verdichten sich Hinweise auf eine mögliche Übernahme der regionalen Molkerei durch Müllermilch. Vertreter der Sachsenmilch Leppersdorf GmbH, die zur Müller-Gruppe gehört, sollen laut "Bauern Zeitung" bei einer Informationsveranstaltung für Genossenschaftsmitglieder im westsächsischen Gospersgrün über entsprechende Pläne informiert haben. Die Zeitung beruft sich dabei auf Teilnehmer der Versammlung.
MDR SACHSEN hat sowohl bei Vogtlandmilch als auch bei Müllermilch zu den möglichen Übernahmeplänen nachgefragt. Die Anfragen blieben jedoch bisher unbeantwortet.
Ministerium spricht von Übernahme
Das sächsische Landwirtschaftsministerium spricht auf Anfrage von MDR SACHSEN bereits von einer Übernahme. "Welche Auswirkungen die Übernahme auf die sächsische Molkereiwirtschaft haben wird, bleibt abzuwarten", teilte das Ministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN mit.
Die Vogtlandmilch Plauen GmbH handele eigenverantwortlich und aus wirtschaftlichen Gründen. Für die Milcherzeuger und Lieferanten stehe ein nahtloser Übergang ohne Unterbrechung der Abnahme von Milch im Vordergrund, so das Ministerium.
180 Menschen stehen bei Vogtlandmilch aktuell in Lohn und Brot.
Vogtlandmilch derzeit von regionalen Bauern geführt
Die Vogtlandmilch Plauen GmbH wird gegenwärtig von Bauern aus der Region geführt und zählt rund 180 Beschäftigte. Bis zum Herbst 2025 wurde die Produktion mit einer neuen Abfüllanlage für insgesamt 46 Millionen Euro modernisiert.
MDR (bes/mla/wim/sth)
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