Multifunktionszentrum Grifte fast fertig – Gastronomie sucht noch Pächter
Stand: 20.09.2026, 08:00 Uhr
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Das neue Multifunktionszentrum in der alten Grifter Hofreite soll bis zum 31. Dezember vollständig fertiggestellt sein. Die Gemeindebücherei zieht Ende September ein – muss dafür aber Teile ihres Bestands zurücklassen.
Grifte – Nach jahrelanger Planung und Bauzeit steht das Multifunktionszentrum in der ehemaligen Grifter Hofreite kurz vor dem Abschluss: Bis zum 31. Dezember soll das gesamte Projekt fertiggestellt sein, teilt Investor Ralf Wunderlich mit. „Die 19 Wohnungen im hinteren Teil des Grundstücks sind bereits seit 2024 bezogen, auch die übrigen Flächen sind inzwischen vermietet“, sagt er. Einzig für die geplante Gastronomie mit zwei Außenbereichen werde noch ein Pächter gesucht.
Beim Rundgang über das Gelände zeigten Bürgermeisterin Michaela Weitsch und Bauamtsleiter Oliver Klinkenberg, wie sich die ehemalige Hofreite verändert hat. Historische Gebäudeteile treffen dort auf moderne Ergänzungen, alte Steine wurden auf Vorgabe der Denkmalpflege wiederverwendet. „Das ist hier wirklich ein schöner Platz geworden“, sagt Weitsch mit Blick auf den Innenhof. Insbesondere die Verbindung von Alt und Neu sei gelungen.
Ein Teil des Zentrums ist bereits mit Leben gefüllt. Die Tagespflege habe ihren Betrieb bereits aufgenommen und stößt auf eine große Nachfrage. Weitsch hofft, dass durch die unterschiedlichen Angebote auf dem Gelände auch Begegnungen zwischen verschiedenen Generationen entstehen. „Gespräche mit Schule und Kindergarten gibt es bereits“, sagt sie.
Für das gesamte Projekt war ursprünglich eine Investitionssumme von acht Millionen Euro vorgesehen. „Die geplante Investitionssumme konnte trotz der rasanten Preissteigerungen aufgrund von intensivem persönlichem Einsatz bei Planung, Einkauf und Koordinierung gehalten werden“, sagt Wunderlich. Dazu beigetragen hätten auch die Zusammenarbeit mit Klein- und Kleinstunternehmen sowie der Einsatz eigener Mitarbeiter, insbesondere beim Innenausbau.

Das Projekt wurde bis auf eine kleinere Förderung durch den Schwalm-Eder-Kreis aus dem Programm „Stärkung alter Ortskerne“ eigenfinanziert. Eine Leader-Förderung kam hingegen nicht zustande, so Wunderlich. Das Projekt sei zwar als in hohem Maße förderfähig eingestuft worden, das gewählte Umsetzungsmodell habe jedoch nicht den entsprechenden Richtlinien entsprochen. „Auch das ursprüngliche Nutzungskonzept wurde weitgehend umgesetzt“, sagt Wunderlich. Im ersten Obergeschoss waren zunächst Büro- und Praxisflächen vorgesehen. Weil dafür bis zum Baubeginn die Nachfrage fehlte, entstanden dort stattdessen vier Wohnungen.
Alle Flächen sind laut Wunderlich inzwischen vermietet – mit Ausnahme der Gastronomie. Deren Innenausbau soll erst erfolgen, wenn ein Betreiber gefunden ist, damit dessen Wünsche berücksichtigt werden können.
Auch die Gemeinde Edermünde nutzt künftig Teile des Multifunktionszentrums, ist dort aber nicht Eigentümer. „Wir haben die Räume für die Bücherei und den neuen Dorfgemeinschaftsraum langfristig angemietet“, sagt Weitsch. Für verschiedene Einbauten und Ausstattungen erhält die Gemeinde rund 75.000 Euro Fördermittel. In Vorbereitung ist derzeit der Umzug der Gemeindebücherei. „Die Räume sind insgesamt kleiner als beim bisherigen Standort, sodass nicht der gesamte Bestand mitgenommen werden kann“, sagt Klinkenberg. Die Bücherei bleibt vom 28. September bis zum 18. Oktober wegen des Umzugs geschlossen, der letzte Ausleihtag in der alten Bücherei ist der 26. September.

Auch das neue Dorfgemeinschaftshaus muss noch fertiggestellt werden. „Unter anderem fehlen noch Beleuchtung, Decke und Küche.“ Die Nachfrage sei allerdings jetzt bereits riesig: „Wir bekommen jede Woche Anfragen, ob der Raum gemietet werden kann“, berichtet Klinkenberg. Wann das DGH konkret fertig sein werde, stehe bislang noch nicht fest.
Eine Herausforderung werde die Parkplatzsituation bleiben: Denn direkt im Zentrum gebe es nur begrenzt Stellplätze, weitere befänden sich im hinteren Bereich. „Diese sollen künftig besser ausgeschildert werden“, sagt Klinkenberg.
Für Wunderlich bedeutet der nahende Abschluss nach der langen Bauzeit vor allem „große Erleichterung und Dankbarkeit“. Nach einer intensiven Bauzeit sei man stolz, dieses bedeutende Objekt erfolgreich abschließen zu können. „Wir freuen uns, dass das Multifunktionszentrum vollständig seiner Bestimmung übergeben werden kann.“ (Annika Beckmann)