Nach 20:20: Vipers verlieren in Recklinghausen noch mit 24:31

Stand: 11.10.2026, 21:58 Uhr

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Recklinghausen - Vipers Bad Wildungen 3. Liga Handball

Aufholjagd nicht belohnt: Chiara Thorn (Mitte), hier gegen die Recklinghäuser Abwehr, und die Vipers gingen beim Spitzenreiter erst in der Schlussphase k.o. © Foto: Rebs

Die Wildunger Handballerinnen lagen beim Tabellenführer nach dem Ausgleich auf Siegkurs. In den letzten 17 Minuten trafen sie aber nur noch viermal.

Recklinghausen – Wenn es drauf ankommt, sind die Vipers nicht da. Die Wildunger Handballerinnen nutzten auch bei der PSV Recklinghausen die Schlüsselmomente nicht zu ihren Gunsten und verloren die Drittligapartie beim Tabellenführer noch deutlich mit 24:31 (13:17).

Die Hoffnung von Trainer Zoran Radojevic, dass seine Mannschaft in Recklinghausen ein anderes Gesicht zeigen und die Quote der technischen Fehler rapide senken werde, schwand schnell. Es dauerte keine Viertelstunde, da lagen die Wildungerinnen bereits mit fünf Treffern hinten (5:10). Das Spiel der Vipers war einmal mehr gespickt von Höhen und Tiefen. Die Abwehr stand nicht schlecht, aber in den wichtigen Momenten stand sie dann doch nicht gut genug und auch die drei Torfrauen waren diesmal nicht in der Lage, ihr Team mit mehr Paraden zum Sieg zu verhelfen.

Doch die Problemzone Nummer eins der Vipers bleibt weiterhin der Angriff. Hier sieht es von außen so aus, als ob sich die Angst der Schützin vor dem Torwurf immer tiefer in die Mannschaft hineinfrisst. So sahen viele Angriffe der Vipers gegen die PSV fast schon wie Scheinangriffe aus, weil der Ball erneut mit vielen Kreuzungen stets zur Mitspielerin weitergegeben wird, statt gemeinsam und von allen Seiten Druck auf die gegnerische Abwehrreihe aufzubauen. Und wieder einmal mussten oft die Außenspielerinnen dann den Wurf nehmen, meist aus ungünstigem Winkel.

Doch das gelang Hua Lu Kuliboer und Lena Klöcker gut, denn sie erzielten acht der 24 Treffer und beide erhielten auch ein Lob von ihrem Trainer. Der attestierte seiner Mannschaft auch eine bessere Körpersprache als in der Vorwoche und war mit der Abwehrleistung weitgehend zufrieden. Die Vipers fingen sich nach der vergeigten Anfangsviertelstunde wieder, lagen aber bis zur Halbzeit mit vier Toren hinten (13:17).

Nach dem Wechsel schalteten sie aber zwei Gänge höher. Sie starten eine Aufholjagd, auch weil sie die Abwehr etwas offensiver stellten und die starken PSV-Rückraumspielerinnen Lara Janz und Mariel Wulf in kurze Deckung nahmen. Wildungen holte nun Tor um Tor auf und plötzlich zeigte auch der Gegner mit leichten Ballverlusten Nerven. 20:20 stand es und noch waren 16 Minuten auf der Uhr. „Nach dem Ausgleich war ich davon überzeugt, dass wir dieses Spiel gewinnen können, denn der Gegner fand im Angriff keine Lösungen mehr“, sagte Radojevic.

Aber es kam einmal mehr anders. Die Vipers hatten nun nicht mehr die Nerven für den Sieg, ließen klare Torchancen liegen und ihren Trainer fragend zurück. „Ich weiß nicht, woran es liegt. Möglicherweise nehmen die Spielerinnen diese entscheidenden Momente auf dem Spielfeld nicht richtig wahr. Bei 20:20 scheint plötzlich der Gedanke aufzukommen, dass es problematisch werden könnte, wenn wir jetzt nicht treffen.“ Und so stellten seine Spielerinnen das Tore werfen in den kommenden 17 Minuten mit vier Treffern ungewollt auf Sparflamme und überließen dem Gegner einen Sieg, der viel zu hoch ausfiel. (rsm)