Nach 31 Jahren im Dornröschenschlaf: Kult-Automarke taucht überraschend wieder auf – das steckt dahinter
Stand: 13.07.2026, 19:24 Uhr
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31 Jahre lang war Autobianchi Geschichte. Jetzt plant Stellantis ein Comeback als Fiat-Sondermodell. Der Grund dürfte ein Gesetz der italienischen Regierung sein.
Turin – Autohersteller bedienen sich gerne bei ihrer eigenen Historie. So trägt beispielsweise der Renault 5 E-Tech einen legendären Namen – und auch BMW beschwört mit der „Neuen Klasse“ vergangene Zeiten herauf. Auch Stellantis hat nun tief im Markenarchiv gegraben und dabei einen Namen gefunden, der seit über drei Jahrzehnten verstaubt: Autobianchi. Die italienische Kultmarke soll zurückkehren – allerdings nicht aus Liebe zur Tradition.

Hinter dem geplanten Comeback steckt offenbar ein juristisches Kalkül. Italienische Medien sowie das Fachportal Carscoops berichten übereinstimmend von einer Sonderedition des Fiat Pandina unter dem Namen „Tributo Autobianchi“. Fotografen des Magazins Quattroruote haben bereits einen getarnten Prototyp abgelichtet. Auf den Bildern prangt der Autobianchi-Schriftzug an den hinteren Türen. Das Sondermodell basiert vermutlich auf der Cross-Version des Pandina und dürfte den bekannten 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit rund 65 PS unter der Haube tragen, kombiniert mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe.
Italiens Regierung macht Druck auf Markeninhaber
Rom verfolgt mit seiner „Made in Italy“-Strategie ein klares Ziel: Traditionelle Markennamen sollen geschützt werden – notfalls auch gegen den Willen ihrer Eigentümer. Ein 2024 in Kraft getretenes Gesetz erlaubt dem Staat, historische Marken zu übernehmen, wenn deren Inhaber sie über einen längeren Zeitraum nicht aktiv nutzen. Konkret droht der Rechteverlust, sobald ein Markenname fünf Jahre lang auf keinem Serienfahrzeug erscheint.
Autobianchi: Vom Kultstatus ins Archiv
Fiat, Pirelli und der Fahrradhersteller Bianchi gründeten Autobianchi 1955 als Gemeinschaftsunternehmen. Von Beginn an spezialisierte sich die Marke auf kompakte Kleinwagen. Mit dem A112 gelang ab 1969 der große Durchbruch: Über 1,2 Millionen Exemplare des kleinen Fronttriebers rollten bis 1986 vom Band. Später gliederte Fiat die Marke in den eigenen Konzern ein und führte sie unter Lancia weiter. 1995 lief der letzte Y10 vom Band – seitdem schlummert der Name im Regal.
Genau dieses Schlummern wird nun zum Problem. Für Stellantis bedeutet das: Handlungsbedarf. Mit dem „Tributo Autobianchi“ will der Konzern den Markennamen formal am Leben erhalten und so den Zugriff des italienischen Staates verhindern. Ein echter Neustart der Marke ist das nicht – vielmehr ein juristischer Schachzug, um wertvolle Namensrechte zu sichern. (Quellen: Carscoops, Quattroruote) (sop)