Nach Brand: Bürgerinitiative bringt Dach auf historischen Bahnhof in Seifhennersdorf
Oberlausitz
Stand: 12.07.2026 08:00 Uhr
Bei der Rettung eines Bahnhofsgebäudes in der Oberlausitz ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Das historische Gebäude in Seifhennersdorf hat wieder ein Dach. Ehrenamtliche Helfer und zahlreiche Unterstützer treiben den Wiederaufbau weiter voran.
von Jakob Schäfer, MDR SACHSEN
Gut drei Jahre nach einem verheerenden Brand hat der Bahnhof in Seifhennersdorf einen weiteren wichtigen Schritt hin zur Wiederbelebung geschafft: Das historische Gebäude hat seit dieser Woche wieder ein Dach. Möglich gemacht hat das vor allem die Bürgerinitiative, die den Bahnhof nach dem Feuer gekauft und gesichert sowie mit Hilfe zahlreicher Spenden den Wiederaufbau vorangetrieben hat, berichtet Olaf Forker im Gespräch mit MDR SACHSEN.
Für ihn, der sich seit Jahren für die Rettung des Bahnhofs engagiert, war die Montage des neuen Dachstuhls auch ein wenig emotional: "Wie oft habe ich dem Bahnhof versprochen: 'Keine Angst, ich helfe dir.'"
Ein Brand zerstörte vor drei Jahren große Teile des Gebäudes. (Archivbild)
Ehrenamtliche retten den Bahnhof
Ende Mai 2023 war der Mittelbau des Bahnhofs bei einem Brand zerstört worden. Das Gebäude galt zeitweise als einsturzgefährdet. Die Bürgerinitiative übernahm den Bahnhof, räumte Schutt weg und sicherte die verbliebene Bausubstanz. Auch Fördermittel des Landes Sachsen sind in das Projekt geflossen. Nun soll der neue Dachstuhl weitere Schäden verhindern. "Zwei Jahre, zwei Winter haben dann den Rest getan. Die Balken sind alle aufgeweicht. Es musste alles raus", berichtete Forker.
Wiederaufbau in Seifhennersdorf
Der Wiederaufbau geschieht zu großen Teilen in Eigenleistung. Selbst Bauleiter und Statiker arbeiten ehrenamtlich. Forker half zuletzt sogar beim Abbinden des Dachstuhls in Bautzen und übernachtete nach der Anlieferung auf der Baustelle, damit das Material nicht beschädigt oder gestohlen wird, sagte er weiter. Auch Bürgermeisterin Mandy Gubsch von der Wählervereinigung Gemeinsam für Seifhennersdorf (GfS) würdigte vor Ort das Engagement der Ehrenamtlichen.
Ehrenamtliche Arbeit und Spenden fließen in den Wiederaufbau des Gebäudes in der Oberlausitz.
Irgendwann wieder Verkehrsknotenpunkt?
Haltepunkt ist der Seifhennersdorfer Bahnhof bereits. Die Bahnhofretter erhoffen sich aber, dass er zum Verkehrsknotenpunkt wird. Oder wie Olaf Forker es ausdrückt: Dass die Deutsche Bahn klingeln und sagen möge, dass sie den Bahnhof zurückbrauche. Dann könnte das Gebäude Reisenden auf den Strecken nach Zittau und ins tschechische Liberec wieder einen wettergeschützten Aufenthaltsort bieten.
MDR (sme)
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