Nach Rauswurf durch Trump - Sender schränken Berichterstattung ein
Reaktion auf Rauswurf von CNN US-Sender schränken Trump-Berichterstattung ein
Stand: 21.09.2026 • 20:36 Uhr
Im Streit um den Ausschluss der Korrespondenten von CNN und weiterer Medien aus dem Weißen Haus zeigen andere große Sender Solidarität und schränken ihre Berichterstattung ein. Zugleich verklagen die betroffenen Medien die Regierung.
Nach dem von US-Präsident Donald Trump verfügten Ausschluss der Korrespondenten der Nachrichtensender CNN und MS NOW sowie der Plattform Politico aus dem Weißen Haus zeigen sich andere große Sender solidarisch.
ABC, CBS, NBC und selbst der Trump-nahe Sender Fox News erklärten, sie würden vorerst nicht mehr über Auftritte des Präsidenten in vollem Umfang berichten. Keine Regierung dürfe Medienunternehmen einschränken, nur weil sie deren Berichterstattung missbillige.
"Wenn der Präsident heute irgendetwas unternimmt, wird keine Fernsehkamera dabei sein, die diese Aufnahmen überträgt und mit dem Publikum teilt", sagte die CNN-Korrespondentin Kaitlan Collins. Die Sender gehören zu einem Pool, der im Rotationsverfahren mit Trump zu Terminen reist.
CNN wäre am Montag an der Reihe gewesen, über die Reise Trumps zur Generalversammlung der Vereinten Nationen zu berichten. In einer E-Mail der Mitglieder des Fernsehpools, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt, hieß es, dass es am Montag keinen Ersatz für CNN geben werde.
Betroffene Medien klagen gegen Ausschluss
Zugleich reichten CNN, MS NOW und Politico Klage gegen die Regierung ein. "Ohne Vorankündigung oder Verfahren hat das Weiße Haus die Akkreditierungen unserer Journalisten widerrufen, weil es Einwände gegen unsere Berichterstattung hatte", erklärten die Medienhäuser in einer gemeinsamen Stellungnahme auf der Plattform X.
"Präsident Trump hat unmissverständlich erklärt, dass er es vorziehen würde, dass nur von Nachrichtenorganisationen und Reportern berichtet wird, die seine Regierung loben", hieß es laut AP in der Klage. Die Klage der Medien ist ein Eilantrag. Das heißt, dass sich das Gericht bereits in dieser Woche damit befassen könnte.
Journalisten und Journalistinnen von CNN, MS NOW und Politico war am Samstag der Zugang zum Weißen Haus verweigert worden. Einen Tag zuvor hatte Trump angekündigt, die Medien wegen angeblicher "Fake News" auszuschließen.
Trump spricht von Bedrohung für die nationale Sicherheit
Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, das Weiße Haus führe keinen Angriff auf die freie Presse. "Es führt einen Angriff auf die Fake News durch, die sich wie ein Krebsgeschwür in unseren geliebten Vereinigten Staaten von Amerika ausgebreitet haben", behauptete Trump. Sie stellten eine Bedrohung für die nationale Sicherheit dar und müssten gestoppt werden.
Der jüngste Schritt stellt eine deutliche Eskalation von Trumps langjährigen Bemühungen dar, die Berichterstattung kritischer Medien einzuschränken. Der US-Nachrichtenagentur AP untersagte er im vergangenen Jahr den Zutritt zu Terminen, nachdem diese sich geweigert hatte, den Golf von Mexiko wie von Trump per Dekret angeordnet "Golf von Amerika" zu nennen.