(+) Thrombose stoppte ihn: Jetzt greift Marshall wieder an
Towers
Nach sechs Jahren und einer Thrombose: Marshall spielt endlich wieder für die Towers
Emil Marshall spielt nach sechs Jahren und einer Thrombose wieder für die Hamburg Towers. Es war ein langer Weg zurück, der sich jetzt auszahlen soll.
Bei einem 63:85 gibt es selten Gewinner, aber für Emil Marshall war das Pokal-Aus der Veolia Towers gegen München trotzdem besonders. Eine Thrombose hielt den 26-Jährigen zuvor davon ab, nach sechs Jahren sein Hamburg-Comeback zu feiern. Am Sonntag will er bei den Bayern zeigen, dass er sich in der Bundesliga etablieren kann.
„Es war sehr schön, in einer ausverkauften Wilhelmsburger Arena vor vielen Leuten zu spielen, die mich kennen und haben aufwachsen sehen“, freut sich Marshall, der gegen die Münchner acht Minuten auf dem Parkett stand und fünf Punkte erzielte – die ersten vorbereitet von Osaro Rich, einem Freund aus Kindertagen: „Das fühlte wie geskriptet an, zumal bei Bayern auch gerade Justus Hollatz auf dem Feld war.“
Marshall kannte Rich schon als kleines Kind
Mit Rich hat er schon als Achtjähriger zusammen gespielt, den heutigen Münchner Hollatz kennt er aus seinen vier Jahren bei den Piraten Hamburg, dem Nachwuchsteam der Türme. 2020 spielte Marshall für Towers-Kooperationspartner Rist Wedel, bis die Saison wegen der Corona-Pandemie ein jähes Ende fand.
Marshall zog es nach Karlsruhe, Itzehoe, Düsseldorf und zu einem Drittliga-Klub aus Paris, ehe er im Sommer für zwei Jahre bei den Türmen unterschrieb. „Im Basketball hat man ja öfter kurzweilige Verträge“, sagt der in Baltimore geborene und in Lübeck aufgewachsene Deutsch-Amerikaner: „Hier kenne ich alle, das ist ein Karriereschritt, der Sinn macht.“ Zumal Towers-Trainer Benka Barloschky 2020 noch Coach in Wedel war.
Thrombose setzte den Towers-Profi außer Gefecht
Doch für sein Comeback nach sechs Jahren brauchte Marshall mehr Geduld als gedacht. Als er von der Hochzeit seiner Cousine an der US-Westküste zurückgekehrt war, begannen die Probleme. „Ich bin mit leichtem Zwicken zum Training gekommen“, erinnert sich Marshall: „Eine Kleinigkeit, mit der ich hundertprozentig trainiert hätte.“
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Die medizinische Abteilung der Towers wurde hellhörig – und entdeckte eine Thrombose im Bein, wohl als Folge der Langstreckenflüge. Durch die rasche Diagnose kam es zu einem harmlosen Verlauf, doch Blutverdünnungsmedikamente führten zum Kontaktsport-Verbot. Marshall konnte individuell trainieren, aber nicht spielen. „Ich habe nichts geahnt, das war sehr professionell vom Medical Staff“, würdigt er Physiotherapeutin Annika Schlifelner und Athletiktrainer Melvyn Wiredu für ihre Aufmerksamkeit.
Marshall will sich bei den Towers als „3&D“-Spieler etablieren, der hinten konsequent verteidigt und vorne Distanzwürfe versenkt. Der Zeit des Zuschauens ist vorbei – doch die Aufgabe anspruchsvoll. Am Sonntag geht es wieder gegen Bayern, diesmal um Punkte und in München. „Sicher sind wir Außenseiter“, sagt Marshall: „Aber aus dem Pokalspiel gibt es Dinge, auf denen wir aufbauen können. Unmöglich ist eine Überraschung nicht.“