Nach tödlichem Motorrad-Drama: Freunde planen emotionale Gedenkfahrt für Mariella und Devid

Stand: 25.09.2026, 20:16 Uhr

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Eine Hand hält eine brennende Grabkerze im nächtlichen Friedhof.

Ein schwerer Motorradunfall riss die 19-jährige Mariella und ihren Freund Devid (26) mitten aus dem Leben. Freunde planen jetzt eine Gedenkfahrt. (Symbolbild) © Imago/Michael Bihlmayer

Ein schwerer Motorradunfall riss die 19-jährige Mariella und ihren Freund Devid (26) mitten aus dem Leben. Während die Vorbereitungen für die öffentliche Beisetzung in Kolbermoor laufen, planen Freunde nun eine große Gedenkfahrt entlang der Lieblingsstrecken des Paares. Was geplant ist.

Rosenheim – Es wird leichter. Zumindest an manchen Tagen. „Meiner Mama und mir geht es etwas besser. Für meinen Vater ist die gesamte Situation immer noch sehr schwer zu ertragen“, sagt Tiffany am Telefon. Am 10. September verunglückten ihre Schwester Mariella und deren Freund Devid bei einem schweren Motorradunfall tödlich.

Zusammenstoß mit einem Auto

Die beiden hatten zuvor das Rosenheimer Herbstfest besucht und waren anschließend mit dem Motorrad auf der Kreisstraße RO5 in westlicher Richtung unterwegs. Auf Höhe der Autobahnanschlussstelle zur A8 in Richtung Salzburg kam es zum Zusammenstoß mit einem Auto. Der 26-Jährige und die 19-Jährige erlitten dabei schwerste Verletzungen und verstarben noch an der Unfallstelle.

Abschied von Mariella

„Vor einigen Tagen konnten wir uns von Mariella verabschieden“, sagt Tiffany. Mittlerweile steht auch der Termin für die Beisetzung fest. „Wir haben uns dazu entschieden, die Beerdigung öffentlich zu machen“, erzählt Tiffany. Es wäre ihrer Schwester wichtig gewesen, dass alle Freunde und Bekannten die Möglichkeit bekommen, Abschied zu nehmen.

Die Beerdigung findet am 12. Oktober in Kolbermoor statt. Die Familie äußert dabei einen besonderen Wunsch: Die Trauergäste werden gebeten, nicht in Schwarz zu erscheinen. „Mariella mochte die Farbe Schwarz überhaupt nicht“, begründet ihre Schwester.

40 Kilometer lange Route

Bereits vor der Beerdigung ist für das junge Paar eine Gedenkfahrt geplant. „Die Idee dazu stammt von einem guten Freund von mir“, sagt Tiffany. Er habe sie angerufen und gefragt, ob sie mit einer solchen Aktion einverstanden sei. Entstanden ist eine knapp 40 Kilometer lange Route von Rosenheim nach Bernau. „Wir fahren an den Orten vorbei, an denen die beiden am liebsten mit dem Motorrad unterwegs waren“, so Tiffany.

Eltern mit Auto unterwegs

Wie viele Menschen an der Gedenkfahrt teilnehmen, weiß sie im Moment noch nicht. Während ein Großteil wohl ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs sein wird, werden ihre Eltern die Strecke mit dem Auto fahren. „Ich versuche, selbst auch dabei zu sein“, sagt Tiffany. Treffpunkt ist am Sonntag, 27. September, um 13 Uhr, vor dem Möbelgeschäft „Weko“ in Rosenheim.

Neben der emotionalen Unterstützung erfährt die Familie auch große finanzielle Solidarität. Über einen Online-Spendenaufruf sind innerhalb kürzester Zeit über 7500 Euro zusammengekommen. „Ich hätte niemals damit gerechnet, dass so viele Menschen spenden“, sagt Tiffany. Sie habe zudem zahlreiche Nachrichten bekommen, teils von Menschen, mit denen sie schon jahrelang keinen Kontakt mehr gehabt habe.

5000 Euro für einen Grabstein

Ob die bisherige Summe ausreicht, um die Beerdigung komplett zu bezahlen, weiß sie derzeit noch nicht. „Der Grabstein alleine kostet uns schon 5000 Euro“, erklärt sie. Die Hoffnung bleibt, dass noch weitere Spenden eingehen – damit Tiffany und ihre Eltern in dieser schweren Zeit zumindest eine Sorge weniger haben.

Ermittlungen dauern an

Neue Details zum Unfall gibt es bislang noch nicht. „Die Ermittlungen dauern an. Es liegen bisher weder die polizeilichen Ermittlungen noch die Gutachten vor“, sagt Oberstaatsanwalt Gunther Scharbert auf OVB-Anfrage.