Nach UN: Baerbock hat sich den nächsten Top-Job gesichert

Nach UN-Topjob: Baerbock hat neuen Arbeitgeber in New York

Stand: 24.08.2026, 22:59 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Annalena Baerbock verlässt die UN-Bühne – aber nicht die Stadt: Die Grünen-Politikerin wird Professorin an einer Elite-Universität in New York.

New York City – New York lässt Annalena Baerbock nicht los – auch wenn die Stadt zuletzt keine einfache Bühne für sie war. Wenige Tage vor dem Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung geriet die Grünen-Politikerin noch einmal unter heftigen Beschuss: Die US-amerikanische UN-Botschafterin Jennifer Locetta warf ihr öffentlich vor, sich beim Auswahlverfahren für den Nachfolger von UN-Generalsekretär António Guterres in Kompetenzen des Sicherheitsrats eingemischt zu haben.

Noch bis September ist Annalena Baerbock Präsidentin der UN-Generalversammlung.

Noch bis September ist Annalena Baerbock Präsidentin der UN-Generalversammlung. © Michael Kappeler / dpa

In einem Statement vor dem Sicherheitsrat erklärte Locetta: „Das Vorgehen des Präsidenten offenbart Heuchelei und wirft ein schlechtes Licht auf die Arbeit der Generalversammlung insgesamt.“ Washington sprach von „Übergriffen und unverantwortlichem Handeln“. Dennoch bleibt Baerbock wohl in New York: Laut informierten Parteikreisen, über die zunächst Table.Media berichtete und die die Deutsche Presse-Agentur bestätigte, wechselt sie zum Herbst offenbar als Professorin an die Columbia University.

Annalena Baerbock: Praxisnahe Professur für erfahrene Führungskräfte

Konkret soll Baerbock Professorin für Global Leadership und Co-Direktorin des Masterprogramms „Master of Public Administration in Global Leadership“ an der School of International and Public Affairs (SIPA) werden. Es handelt sich ausdrücklich um eine praxisorientierte Stelle – keine klassische Forschungsprofessur. Die Zusammenarbeit mit der Universität soll laut Table.Media auf drei Jahre angelegt sein – als Vollzeit-Professorin. Das Programm richtet sich laut der Universität an Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung. Neben der Lehrtätigkeit soll Baerbock auch als Rednerin arbeiten. Baerbock bringt dafür reichlich Stoff mit: Außenministerin, UN-Vollversammlungspräsidentin, internationale Krisenmanagerin.

Ihr Amt als Präsidentin der 80. UN-Generalversammlung endet offiziell am 8. September. Als erst fünfte Frau in dieser Rolle hatte sie die Vollversammlung durch turbulente Zeiten geführt. Bei ihrer Vereidigung im September 2025 hatte Baerbock die Aufgabe laut UNifeed klar benannt: „Unsere Aufgabe in dieser 80. Sitzungsperiode ist es, 8 Milliarden Menschen zu zeigen, warum diese Organisation nach wie vor von Bedeutung ist.“ Ihr Nachfolger wird Khalilur Rahman aus Bangladesch.

Dass Baerbock nicht nach Deutschland zurückkehrt, überrascht kaum. Kurz nach ihrem Amtsantritt hatte sie der dpa gesagt, es zu genießen, in der Vielfalt der Stadt „unterzugehen – und für mich ist das ehrlich gesagt auch manchmal sehr befreiend“. Laut Table.Media hatte sich Baerbock zwar eine internationale politische Rolle vorstellen können – lukrative Angebote blieben aber offenbar aus. Die Karenzzeit für ehemalige Bundesminister endet im Herbst, eine Genehmigung der Bundesregierung für den neuen Job braucht sie dann nicht mehr. Ein politisches Comeback in Deutschland dürfte damit vorerst vom Tisch sein. (Quellen: dpa, Table.Media, Columbia SIPA, US-Mission bei den UN, UNifeed) (cgsc)