Amazon ist die neue Nummer 1 im Apothekenmarkt – und treibt jetzt Disapo in die Insolvenz

Nach Verkauf durch Douglas: Online-Apotheke Disapo startet Insolvenzverfahren

Stand: 27.09.2026, 22:55 Uhr

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Die Online-Versandapotheke Disapo musste Insolvenz anmelden. Zuvor hatte Parfümerie-Riese Douglas ein Verlustgeschäft mit ihr gemacht.

Heerlen – Viele Kunden bestellen Medikamente – seien es rezeptpflichtige oder rezeptfreie – in Online-Apotheken, statt die nächstgelegene Apotheke vor Ort zu besuchen. Inzwischen bekommen Online-Apotheken wie Shop-Apotheke oder Doc Morris aber auch heftig Konkurrenz von Amazon. Denn beim Onlinehändler boomt der Handel mit gesundheitsnahen Produkten. 

Verschiedene in Blister verpackte Tabletten (Symbolbild)

Die Online-Versandapotheke Disapo musste Insolvenz anmelden. Zuvor hatte Parfümerie-Riese Douglas ein Verlustgeschäft mit ihr gemacht. © dpa | Susann Prautsch

„Amazon ist mit 2,7 Milliarden Euro Umsatz (im Jahr 2025, Anm. d. Redaktion) die neue Nummer 1 – und das, obwohl der Marktplatzriese in Deutschland keine eigene Apotheke betreibt“, kommentierte Smile AI-Gründer Fabian Kaske nach einer Marktanalyse jüngst gegenüber dem Portal Health Care Marketing. Das nimmt anderen Online-Apotheken Marktanteile, und mancher Konkurrent wird gar ganz aus dem Wettbewerb gedrängt. Seine Segel streichen muss nun auch eine Versandapotheke aus den Niederlanden, die Produkte in Deutschland vertrieb.

Investorensuche verlief ergebnislos – Disapo-Versandapotheke ist insolvent

Die Versandapotheke Disapo mit Sitz im niederländischen Heerlen an der deutschen Grenze hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet, wie Retail News am Freitag (25. September) berichtete. Zuletzt waren noch 35 Beschäftigte bei dem Unternehmen angestellt. Kurze Zeit nach der Insolvenzbekanntmachung wurde auch die Insolvenz der Tochtergesellschaft Disapo BA B.V bestätigt. Sie zählte zuletzt noch vier Beschäftigte. Gebündelt waren hier Teile des China-Geschäfts, darunter der Handel mit europäischem und deutschem Milchpulver.

Dem nun gestarteten Insolvenzverfahren ging eine Investorensuche voraus, die jedoch ergebnislos verlief. Bis dahin hatte der damalige Eigentümer MYA Health t-online zufolge nach einem Käufer aus Deutschland oder China gesucht. Die Gespräche scheiterten aber offenbar kurz vor dem Abschluss. Als ein Grund für die misslungene Investorensuche wird fehlendes Kapital für die weitere Entwicklung genannt.

Für den Parfümerie-Riesen Douglas erwies sich die Disapo-Übernahme als Verlustgeschäft

Unterdessen hatten sich Verbindlichkeiten in Höhe von 2,2 Millionen Euro angehäuft. Im Fokus möglicher Investoren steht nun das rund 7500 Quadratmeter große Logistikzentrum im niederländischen Heerlen. Als Insolvenzverwalter wurde Thomas Caron einbestellt.

Die 2004 vom Apotheker Franz Michael Peikert gegründete Disapo-Versandapotheke war 2022 von Douglas übernommen worden. Mit jenem Schritt wollte der Parfümerie-Riese damals in den Online-Apotheken-Markt einsteigen. Retail News zufolge beschäftigte das Unternehmen damals rund 200 Personen. Wegen eines Strategiewechsels verlor das Apothekengeschäft für Douglas allerdings an Bedeutung. Im August 2024 verkaufte der Beauty-Konzern Disapo an MYA Health B.V., wodurch Douglas einen Verlust von 5,9 Millionen Euro verbuchte. (Quellen: Health Care Marketing, Retail News, t-online) (fh)