Nach drei Jahren Rückgang: Österreichs CO2-Emissionen steigen wieder
Klimaneutralität
Nach drei Jahren Rückgang: Österreichs CO2-Emissionen steigen wieder
Laut vorläufigen Daten des Umweltbundesamts sind die Emissionen 2025 um 0,7 Prozent gestiegen
Michael Ortner
In der Treibhausgasbilanz zeichnet sich eine Trendwende ab: Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase in Österreich steigt wieder. Nach vorläufigen Berechnungen des Umweltbundesamtes hat Österreich 2025 um 0,7 Prozent bzw. 0,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente mehr in die Luft geblasen als im Vorjahr. Nach vorläufigen Daten betrug der Ausstoß im Vorjahr insgesamt 67,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Damit kommt Österreich von seinem guten Kurs ab. Denn in den Jahren 2022 bis 2024 sind die Emissionen um insgesamt 15 Prozent zurückgegangen.
Mehr Heiztage, weniger Wasserkraft
Laut Umweltbundesamt war 2025 durch eine "schwache Konjunktur, geopolitische Unsicherheiten und – teils klimatisch bedingte – Sondersituationen im Energiebereich geprägt". Es gab eine deutlich geringere Stromerzeugung aus Wasserkraft und einen deutlich kühleren Winter. Im Gebäudesektor sind die Emissionen um acht Prozent gestiegen. Es gab zwölf Prozent mehr Heiztage. Das erklärt den Anstieg aber nur zur Hälfte, denn auch das Verhalten der Verbraucher hat sich geändert. "Während der Energiekrise infolge des Ukrainekrieges haben die Verbraucher die Raumtemperatur in den Wohnungen gesenkt. Nun kehren die Menschen teilweise zu ihren alten Mustern zurück", sagt Karl Steininger, Klimaökonom der Universität Graz.
Die schwache Konjunktur und der Rückgang im Verkehr wirkten 2025 emissionsmindernd. So sind im Sektor Verkehr die Emissionen um 6,5 Prozent zurückgegangen – eine Folge der zunehmenden Elektrifizierung. In der Landwirtschaft stiegen die Emissionen um 1,6 Prozent aufgrund höheren Mineraldüngerverbrauchs und einen höheren Energieeinsatz bei Maschinen. Im Sektor Energie und Industrie (außerhalb des Emissionshandels) gingen die Emissionen im Jahr 2025 vor allem aufgrund des geringeren Erdgasverbrauchs der produzierenden Industrie um 8,6 Prozent zurück.
Laut Klimaökonom Steininger müssten die Emissionen um rund fünf bis sechs Prozent pro Jahr sinken, damit Österreich das Ziel Klimaneutralität bis 2040 erreicht. (Michael Ortner, 2.9.2026)
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