Nachfolgerin von Thorsten Frei: Nina Warken – die Krisenmanagerin von Friedrich Merz

Nachfolgerin von Thorsten Frei Nina Warken – die Krisenmanagerin von Friedrich Merz

23.07.2026 · 18:26 Uhr

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll neue Kanzleramtsministerin werden.

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll neue Kanzleramtsministerin werden.

Foto: Elisa Schu/dpa/Elisa Schu

Analyse | Berlin · Nina Warken startete als Überraschungsbesetzung im Gesundheitsministerium. Nach einem Jahr gehört sie zu den Ministern, auf die Friedrich Merz besonders setzt – und bekommt jetzt eine neue Schlüsselrolle.

Als der Name Nina Warken vor einem Jahr für das Amt der Gesundheitsministerin fiel, galt das als eine Überraschung. Jahrzehntelange Erfahrungen im Gesundheitswesen wie ihr Vorgänger im Amt, Karl Lauterbach (SPD), hatte die 47-jährige Juristin nicht gesammelt. Und an den Koalitionsverhandlungen war Warken zuvor noch in der Arbeitsgruppe Inneres, Recht und Migration beteiligt. Entsprechend gespannt schauten viele darauf, wie sich die Frau aus Baden-Württemberg auf unbekanntem Terrain schlagen würde. Immerhin merkte selbst Friedrich Merz an, dass Warken als Gesundheitsministerin eine Aufgabe übernehme, die „sicherlich zu den schwierigsten im Lande zählt“. Das erfordere vor allem „persönliche Stabilität, ein klares politisches Konzept und eine gute Orientierung“.

Nina Warken soll Kanzleramtsministerin werden

Die Mutter von drei Söhnen trat im Jahr 2000 in die CDU ein, studierte Jura und wurde Rechtsanwältin. 2013 zog sie erstmals in den Bundestag ein, wo sie den Wahlkreis Odenwald-Tauber vertritt. In ihrer Freizeit ist sie „Hobby-Tennisspielerin“, sagt Warken über sich selbst.

Nina Warken zeichnet Nüchternheit und Sachlichkeit aus

Im Bundeskabinett zählt sie zu jenen Regierungsmitgliedern, die sich im ersten Regierungsjahr Respekt verschafft haben. Wenn der Kanzler über die Erfolge der Koalition spricht, ist es nicht selten, dass er dabei explizit auch Warken hervorhebt. Tatsächlich drückte die Ministerin beim Gesundheits-Sparpaket auf die Tube, verteidigte ihre Pläne gegen Kritik von praktisch allen Seiten. Dass Hausärzte und Krankenhäuser die Ministerin scharf angingen, machte ihr offenbar wenig aus. Warkens Rezept? Nüchternheit und Sachlichkeit. Selbst bei der emotional geführten Debatte zum Spargesetz im Bundestag ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Teile der Opposition warfen Warken vor, das Gesetz gefährde Menschenleben. Warken ließ sich davon nicht beirren, erwiderte nüchtern, dass ihr Vorhaben „ein ausgewogenes Paket“ bleibe.

Eine entscheidende Rolle spielte Warken indirekt auch beim Rücktritt von Jens Spahn. Denn neben ihrem Amt als Gesundheitsministerin ist sie auch Vorsitzende der Frauen-Union. Dabei gehörten die Frauen in der CDU zu den Ersten, die den Daumen über Spahn senkten, als dessen Vaterschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA bekannt wurde. Warken selbst hielt sich mit öffentlichen Äußerungen in der Causa allerdings zurück.

Warken bringt gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe mit

Bei Warkens neuer Aufgabe im Kanzleramt wird es weniger auf öffentliche Auftritte ankommen als auf Organisation, Verlässlichkeit und politische Feinabstimmung. Dafür muss sich Warken tief in die Details einarbeiten, Abläufe im Hintergrund koordinieren und dem Kanzler den Rücken freihalten. Immerhin: Als belastbar und organisiert hat sie sich in ihrem aktuellen Job schon mal bewiesen. Für die neue Aufgabe dürften das nicht die schlechtesten Voraussetzungen sein.

  • Zur Startseite

  • Deutschland

  • Politik

  • SPD

Meistgelesen

Mehr zum Thema

Aktuell wichtig