Nächste bittere Trendwende bei Spritpreisen – zu pikantem Zeitpunkt
Nächste bittere Trendwende beim Spritpreis bahnt sich an
Stand: 24.09.2026, 13:50 Uhr
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Die Spritpreise waren kurzzeitig gesunken. Doch jetzt steigen die Preise wieder. Am Freitag soll nun der neue Tankrabatt beschlossen werden.
Berlin – Die hohen Spritpreise sorgen international für Probleme und belasten Privatpersonen wie auch Unternehmen. Die Merz‑Regierung will mit einem neuen Tankrabatt gegensteuern. Doch noch bevor dieser am Freitag beschlossen werden soll, folgt die nächste bittere Trendwende: Die Preise gehen wieder nach oben.

Noch am Mittwoch waren die Preise für Superbenzin und Diesel im bundesweiten Durchschnitt erneut gesunken, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Demnach kostete ein Liter Super E10 2,265 Euro und damit 0,2 Cent weniger als noch am Dienstag. Diesel verbilligte sich sogar um einen ganzen Cent auf 2,418 Euro. Im Vergleich zu ihren Rekorden aus der vergangenen Woche waren die Kraftstoffe damit um 4,9 beziehungsweise 5,3 Cent günstiger.
Nächste bittere Trendwende beim Spritpreis
Doch schon am Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag zeichnet sich nun ein neuer Aufwärtstrend ab. Das meldeten Preisportale, wie etwa Tankerkönig. Auch zur Mittagszeit setzte sich der Trend am Donnerstag fort. Der ADAC bestätigt den bitteren Trend: Stand 10.00 Uhr, deutlich höhere Preise als 24 Stunden zuvor fest. Bei E10 ging es um 1,8 Cent nach oben, bei Diesel um 2,2 Cent.
Immerhin: Da die Preise sehr schwanken, kann dieser Trend aber auch schnell wieder drehen.
Am Freitag sollen Bundestag und Bundesrat nun den neuen Tankrabatt in Höhe von rund 17 Cent für die Monate Oktober, November und Dezember beschließen. Dieser ist allerdings umstritten.
Hohe Spritpreise: Neuer Tankrabatt äußerst umstritten
In den Chor der Kritiker, zu dem auch zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler gehören, stimmt auch der Sozialverband VdK ein und bezeichnet ihn als „falschen Weg“. Es dürfe nicht sehr viel Steuergeld in die Gewinne der Mineralölkonzerne investiert werden, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der Deutschen Presse-Agentur. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts, der Monopolkommission und des Bundeskartellamts wurde der letzte Tankrabatt im Mai und Juni nicht komplett an Autofahrer weitergegeben.
Richtig wäre gewesen, „insbesondere die Menschen zu entlasten, die sehr wenig Geld haben und die wirklich jetzt auch eine Entlastung brauchen“, sagt Bentele. Sie forderte einen Mechanismus für direkte Auszahlungen, wie er in der Regierung seit längerem in Vorbereitung ist. Auf diesen hatte auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hingewiesen. Allerdings sind direkte Auszahlungen bislang noch nicht möglich. Man hofft den Hebel im neuen Jahr einsetzen zu können.
Spritpreis-Debatte: SPD drängt weiter auf Übergewinnsteuer
Auch von einer Senkung der Stromsteuer hätten Haushalte ganz direkt etwas, sagte Bentele weiter: „Und zwar alle, nicht nur die, die ein Auto haben.“ Angesichts hoher Lebenshaltungskosten plädierte sie auch für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Entlastet werden müssten zum Beispiel Familien mit wenig Geld und hohen Mieten, Menschen mit geringem Verdienst oder mit Bezug von Grundsicherung oder Grundsicherung Alter sowie Pflegebedürftige und deren Angehörige.
Ebenfalls weiter geht die Debatte um eine mögliche Übergewinnsteuer. Die EU-Kommission hatte Forderungen von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil nach einer europäischen Regelung zurückgewiesen. Man betonte jedoch, dass die einzelnen Länder solche Regelungen einführen könnten. Das greift nun Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) auf: „Was jetzt auf der EU-Ebene nicht geht, sondern auf nationaler Ebene, muss umgesetzt werden“, so Lies. (Verwendete Quellen: dpa, Tankerkönig, ADAC) (dpa/rjs)