Nachwuchsjuwel nach zwei Kreuzbandrissen: „Habe einige Tränen vergossen“ | Kleine Zeitung
Freestylerin Kristina Holzfeind (19) kämpft sich nach ihrem bereits zweiten Kreuzbandriss zurück. Die nächste Saison lässt sie aber wohl komplett aus.
Es gibt Momente, in denen nicht der große Sprung zählt. Für Snowboarderin Kristina Holzfeind waren die vergangenen zwei Jahre vor allem eine Geduldsprobe. Zwei Kreuzbandrisse, lange Reha-Phasen und immer wieder der mühsame Weg zurück haben die heute 19 Jahre alte Freestylerin gefordert – körperlich, aber auch mental. Dort, wo andere längst weiterziehen, musste sie immer wieder von vorne beginnen. „Ich habe schon einige Tränen vergossen, aber auch einige Erfahrungen mitgenommen – in dem Alter haben das wohl nur ganz wenige erlebt. Klar ist es kein optimaler Verlauf einer jungen Karriere, doch so habe ich mein Mindset gestärkt. Es ist brutal schwierig und hart teilweise, nur bringen mich die negativen Gedanken auch nicht weiter. Was passiert ist, ist passiert.“
Die Weißbriacherin wollte beim Heimevent in Flachau nach ihrem ersten Kreuzbandriss ihr langersehntes Weltcup-Comeback geben. Doch statt einer Rückkehr folgte der nächste Schock. Die Kärntnerin zog sich erneut einen Kreuzbandriss zu. Aber das heimische Nachwuchsjuwel, dem 2023 bei den Jugend-Olympischen Spielen mit Big-Air-Gold der große Coup gelungen ist, lässt sich nicht unterkriegen. Nach einer langen Zeit des Wartens, Zweifelns und Aufbauens ist sie ihrem Ziel wieder ein Stück näher: „Mir und dem Knie geht‘s gut. Ich habe keine Beschwerden. Manchmal habe ich zwar das Gefühl, die Zeit vergeht schnell, doch dann denke ich mir wieder: der Tag will nicht vergehen, es geht nichts weiter“, meint Holzfeind, die im Olympiazentrum in Klagenfurt optimal betreut wurde, und rückblickend schon wieder einiges geschafft hat. Nicht nur sportlich, sondern auch die Matura hat sie in der Tasche – ab September wird sie einen Online-Studiengang in „Business Administration“ absolvieren.

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Schwierig sei in der Zwangspause jene Tatsache gewesen, „sich nicht durch die Verletzungen definieren zu lassen. Auch Mitleid von außen hilft mir nicht weiter, auch wenn sie es nur gut meinen. Anna Gasser hat mir viel geholfen, die Tage danach, aber auch direkt nach dem Sturz, weil sie sofort die Fakten gesehen hat und meinte: Es ist gerade scheiße, aber du musst jetzt Termine checken und handeln.“
Angesprochen auf die Heim-WM 2027 in Montafon setzt „Kärntens Aufsteigerin 2023“ ein Zeichen: „Ich werde die nächste Saison wohl komplett auslassen, weil ich mir den Winter nehmen will, ohne jeglichen Druck von außen. Genau den verspüre ich, wenn mich jemand auf die Heim-WM anspricht“, erklärt Holzfeind und verrät, „dass mir die Entscheidung sehr schwer gefallen ist, aber ich bin inzwischen überzeugt davon, dass sie die richtige ist. Innsbruck, Kreischberg und die WM waren zwar große Träume von mir, nur manchmal muss man die kurzfristigen Träume zurückstecken, um langfristig profitieren zu können.“ Olympia 2030 kommt bestimmt ...