Naher Osten: USA und Saudi-Arabien einigen sich Berichten zufolge auf Atomabkommen

Der US-Präsident und der saudische Kronprinz nähern sich bei der Nuklearenergie an. Laut Medienberichten wollen beide Staaten heute ein Abkommen bekannt geben.

Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AP,

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Aktualisiert am 22. Juli 2026, 6:55 Uhr

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Donald Trump Atomabkommen Saudi-Arabien Urananreicherung
Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im vergangenen November © Win McNamee/​Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat sich US-Medienberichten zufolge auf ein Atomabkommen mit Saudi-Arabien geeinigt. Die Vereinbarung könnte es dem Königreich ermöglichen, Uran im Rahmen eines zivilen Atomprogramms anzureichern, wie die New York Times sowie die Nachrichtenagenturen Reuters und AP unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter berichten. Zuerst hatte das Wall Street Journal die Sache gemeldet.

US-Atomindustrie hofft auf Aufträge

Das Abkommen wäre die Voraussetzung dafür, dass US-Firmen Saudi-Arabien beim Aufbau einer zivilen Atomindustrie unterstützen dürfen. Wie die New York Times berichtet, erhofft sich die US-Regierung insbesondere vor dem Hintergrund des Irankriegs eine Annäherung an Saudi-Arabien sowie Aufträge in Milliardenhöhe für die eigene Nuklearindustrie.

Die Vereinbarung soll den Informationen zufolge eine Laufzeit von 30 Jahren haben und bereits am heutigen Mittwoch öffentlich bekannt gegeben werden. Kurz darauf sollen dem US-Kongress die Einzelheiten der Vereinbarung vorgelegt werden. Auch der Bau einer Urananreicherungsanlage in Saudi-Arabien soll unter bestimmten Auflagen ermöglicht werden.

Über ein Abkommen dieser Art wird bereits länger gesprochen. Zahlreiche Demokraten und auch einige Republikaner hatten darauf bestanden, dass ein Abkommen mit ‌Saudi-Arabien besondere Schutzklauseln enthalten müsse, die etwa Atominspektionen erlauben würden. Laut den Nachrichtenagenturen Reuters und AP sollen solche Klauseln allerdings nicht enthalten sein.

Beobachter fürchten Wettrüsten in der Region

Laut den Berichten verzichtet das Abkommen auf den sogenannten Gold-Standard. Dieser legt wichtige Schutzklauseln fest, um ein Atomwaffenprogramm zu verhindern. Verboten wären dann unter anderem die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen. Beides ⁠sind mögliche Wege ​zur Entwicklung von Atomwaffen. Zudem sei das »Zusatzprotokoll« nicht enthalten, ‌das der Internationalen ‌Atomenergie-Organisation (IAEA) weitreichende und unangemeldete Inspektionen ermöglicht. Die ​Vereinigten Arabischen Emirate hatten dem »Gold-Standard« in einem ähnlichen Abkommen mit den USA im Jahr ​2009 zugestimmt.

Saudi-Arabien ist für die USA von großer strategischer Bedeutung. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit ein Zeichen gesetzt, als er für seine erste Auslandsreise nach Amtsantritt Saudi-Arabien besuchte. Auch zu Beginn seiner zweiten Amtszeit reiste Trump erneut in das Land und schloss ein Rüstungsabkommen in Milliardenhöhe.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte in der Vergangenheit erklärt, sein Land werde nachziehen, sollte ‌der regionale Konkurrent Iran eine Atombombe entwickeln. ​Dies schürte bei Rüstungskontrolleuren und einigen US-Abgeordneten die Sorge vor ⁠einem ​Wettrüsten in der Region. ‌