Krieg in Nahost aktuell: Trumps Friedensplan gerät zwischen die Fronten
Newsblog zum Krieg in Nahost
Trumps Friedensplan gerät zwischen die Fronten
Von C. Siemer, T. Schibilla, F. Michalski, C. Cöln, J. Hartung, M. Küper, A. Janzen, T. Wanhoff, J. Seiferth, S. Cleven, M. Kloft, J. Fischer
Aktualisiert am 03.08.2026 - 20:39 UhrLesedauer: 51 Min.
Der Friedensplan für Gaza droht zu scheitern. Trump kündigt für Montag neue Gespräche mit dem Iran an. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Montag, 3. August
Trump: Gespräche mit dem Iran finden derzeit statt
Die Verhandlungen der Vereinigten Staaten mit dem Iran haben nach den Worten von US-Präsident Donald Trump begonnen. Die Gespräche "laufen gerade", sagte Trump am Montag vor Journalisten im Weißen Haus. Die Gespräche fänden auf Wunsch des Iran und mit "Unterstützung" Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Katars statt. Dies sei "die letzte Chance" für den Iran, ein gutes Abkommen zu erreichen, fuhr der US-Präsident fort.
Die Gespräche sollten sich insbesondere um die Wiederöffnung der für den weltweiten Erdöl- und Erdgastransport höchst wichtigen Straße von Hormus drehen, sagte Trump.
Trump hatte zuvor für Montag neue Gespräche mit dem Iran über eine Beendigung des Kriegs angekündigt. Der Iran bestritt Trumps Angaben. "Wir verhandeln derzeit nicht mit den Vereinigten Staaten", sagte der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei. Gespräche führe sein Land mit dem Oman, um die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu sichern.
Trumps Friedensplan gerät zwischen die Fronten
Israel lehnt einen Rückzug seiner Truppen aus dem Gazastreifen und einen Stopp von Angriffen in dem Gebiet gegenwärtig ab. "Israel wird sich nicht von der derzeitigen Linie im Gazastreifen zurückziehen und weiterhin jede Bedrohung für unsere Bürger und Soldaten vereiteln", teilte ein ranghoher israelischer Regierungsvertreter mit. Beide Schritte sind Teil eines Fahrplans des Gaza-Friedensrats, der auch eine Übergabe der Waffen durch die islamistische Terrororganisation Hamas und andere bewaffnete Gruppierungen vorsieht.
Nach dem Fahrplan des Friedensrats sollen Israel und die Hamas sowie andere bewaffnete palästinensische Gruppierungen im Gazastreifen die Kampfhandlungen einstellen. Anschließend soll eine palästinensische Übergangsverwaltung, unterstützt von einer internationalen Stabilisierungstruppe, als alleinige Autorität die Kontrolle über Verwaltung und Sicherheit im Gazastreifen übernehmen. Schwere Waffen sollen eingelagert sowie Waffenlager und Produktionsstätten stillgelegt, Tunnel unbrauchbar gemacht werden. Der Prozess soll international überwacht und schrittweise umgesetzt werden.
Es herrscht jedoch Skepsis über die Umsetzung des Plans. Die Hamas machte die Abgabe schwerer Waffen von mehreren Bedingungen abhängig, darunter dem Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen und der Gründung eines palästinensischen Staates. Israel betonte dagegen, dass es ohne eine tatsächliche Entwaffnung der Hamas keinen Abzug seiner Truppen aus dem Gazastreifen geben werde.
Explosion in Nähe von Tanker in Straße von Hormus gemeldet
In der Straße von Hormus hat sich nahe eines Tankers offenbar eine Explosion ereignet. Der Kapitän des Tankers habe gemeldet, dass er eine "Explosion in unmittelbarer Nähe des Schiffes" gehört habe, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst X. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit.
Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge 20 Seemeilen (37 Kilometer) nordöstlich der omanischen Stadt Chasab. Die Straße von Hormus verläuft zwischen dem Iran und dem Oman. UKMTO erklärte, Schiffe sollten die Meerenge mit Vorsicht durchfahren und "verdächtige Aktivitäten" melden.
Der Iran hatte am Sonntag erklärt, vor einer Einigung mit dem Oman über eine neue Route durch die Meerenge zu stehen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, betonte im Staatsfernsehen aber, dies bedeute nicht, dass die Meerenge wiedereröffnet werde.
Irans Präsident: USA müssen sich an Rahmenabkommen halten
Der iranische Präsident Massud Peseschkian sieht das Rahmenabkommen mit den USA eigenen Angaben zufolge als künftigen Schwerpunkt der Außenbeziehungen seines Landes. "Wir müssen alles daran setzen, den Feind dazu zu zwingen, sich an das zu halten, was er unterzeichnet hat", schrieb Peseschkian auf der Plattform X. Die Sicherheit des Irans, der Region und der Verbündeten Teherans werde durch diese Absichtserklärung gestärkt.
Der Iran und die USA hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. In einer Übergangsfrist von 60 Tagen sollten weitere Details ausgearbeitet werden. In der Zwischenzeit kam es aber immer wieder zu gegenseitigen Angriffen.
Trump kündigt neue Gespräche an – Iran reagiert
Die USA und der Iran werden nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Montag neue Gespräche aufnehmen. "Was wir tun ist, wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen", sagte Trump am Sonntag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One, nachdem er am Vorabend einen vorläufigen Verzicht auf weitere Angriffe auf den Iran verkündet hatte. "Es beginnt morgen Nachmittag."
"Sie wollen natürlich nicht angegriffen werden", sagte Trump am Sonntag vor Journalisten an Bord der Air Force One. "Sie kannten das Ausmaß des (geplanten) Angriffs, weil sie sahen, wie er sich zusammenbraute."
Trump hatte am Samstag erklärt, die USA und Israel würden vorläufig auf weitere Angriffe auf den Iran verzichten, weil der Iran und andere Staaten in der Golfregion ihn darum gebeten hätten. Demnach gebe es eine Einigung auf "Umrisse einer Vereinbarung", schrieb der US-Präsident auf seiner Onlineplattform Truth Social. Der Iran bestritt diese Darstellung aber. Diese Aussage sei "nichts als eine neue Lüge", zitierte die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Sonntag iranische Militärvertreter.
Trotz Trump-Ankündigung: Erneut 15 Tote in Gaza
Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen sind am Sonntag palästinensischen Angaben zufolge erneut mindestens 15 Menschen getötet worden. Es war der zweite Tag in Folge mit Angriffen, obwohl US-Präsident Donald Trump einen Durchbruch bei den Bemühungen um die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens verkündet hatte. Israelische Kampfjets bombardierten am Sonntag Gaza-Stadt im Norden, Deir al-Balah im Zentrum sowie die südliche Region um Chan Junis. Dabei starben unter anderem zwei Ehepaare und zwei Kinder, wie Mediziner mitteilten. Die Zahl von 15 Toten binnen eines Tages war nach palästinensischen Angaben die höchste seit Wochen.


