Linnemann sah sich noch vor einem Jahr „wahrscheinlich nicht erfolgreich“ als Gesundheitsminister

Neu-Gesundheitsminister Linnemann: 2025 wähnte er sich darin „wahrscheinlich nicht erfolgreich“

Stand: 24.07.2026, 23:29 Uhr

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Als designierter Gesundheitsminister zeigt sich Linnemann demütig. Im Vorjahr dagegen wähnte er sich noch überhaupt nicht bereit für jenes Amt.

Berlin – Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionsvorsitzender hatte Bundeskanzler Friedrich Merz im Sommerinterview des ZDF am Sonntag (19. Juli) angedeutet, dass er Regierungsumbauten nicht ausschließe. Nur fünf Tage nach dieser Ankündigung folgten die ersten personellen Veränderungen.

Carsten Linnemann tritt im Gesundheitsministerium ein Amt an, in dem Reformvorhaben gehörigen Druck erzeugen. Aber ist er überhaupt bereit dafür?

Carsten Linnemann (CDU) tritt im Gesundheitsministerium ein Amt an, in dem Reformvorhaben gehörigen Druck erzeugen. Aber ist er überhaupt bereit dafür? © Sebastian Gollnow/dpa

Am Freitag bestätigte Merz, dass Kanzleramtschef Thorsten Frei Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender nachfolgen soll. Freis Lücke stopft Nina Warken, die bisherige Gesundheitsministerin. Als erste Frau soll sie das Amt der Kanzleramtsministerin übernehmen. Ihren bisherigen Platz an der Spitze des Gesundheitsministeriums nimmt Carsten Linnemann ein – ein Amt, das er vor einem Jahr noch nicht übernehmen wollte.

Als Merz vor etwa einem Jahr sein Kabinett zusammenstellte, wurde CDU-Generalsekretär Linnemann nicht als Minister berücksichtigt, obwohl viele damit gerechnet hatten. Linnemann erklärte damals in einer Videobotschaft, dass er es „gut“ finde, in seinem Amt zu bleiben. Eigentlich hatte er jedoch Ambitionen auf das Arbeitsministerium, das an die SPD-Politikerin Bärbel Bas ging.

Nachdem Merz Linnemann als neuen Gesundheitsminister im Zuge der jüngsten Personalwechsel im Kabinett präsentiert hatte, tauchte ein altes Video auf, das dessen frühere Haltung zu diesem Amt zeigt. Im Mai 2025 sagte Linnemann dem Spiegel: „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich.“

Linnemann steht im Gesundheitsministerium vor großen Aufgaben

Damals äußerte Linnemann auch: „Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun?“ Nun steht er vor der Herausforderung, ein Amt zu übernehmen, das er zuvor ausgeschlossen und für das er sich selbst als nicht kompetent dargestellt hatte.

Linnemanns Amtsantritt im Gesundheitsministerium erfolgt in einer Phase großer Reformvorhaben, was den Druck auf den ehemaligen CDU-Generalsekretär erhöht. Auf seiner Agenda stehen ihm von Warken hinterlassene umfassende Reformen im Gesundheitswesen und eine weitreichende Pflegereform.

Merz kündigt nach ersten Personalumstellungen im Kabinett weitere an

Vor seinem Amtsantritt als Gesundheitsminister zeigte sich Linnemann demütig: „Ich habe echt einen Höllenrespekt vor dieser Aufgabe“, sagte er in einem Video auf Instagram und bat um Geduld. „Ihr müsst mir ein bisschen Zeit geben, hier und da muss ich einfach noch tiefer einsteigen.“ Bundeskanzler Merz scheint dennoch großes Vertrauen in Linnemann zu haben.

Merz betonte, dass Linnemann bereits während der Koalitionsverhandlungen wichtige gesundheitspolitische Themen mitgestaltet habe. Neben den bisherigen Personalwechseln kündigte Merz laut Tagesschau bereits weitere Veränderungen an: „Es wird weitere Veränderungen im Bundeskabinett geben“, wurde der Bundeskanzler von der Tagesschau zitiert. Darüber werde er „zu gegebener Zeit“ informieren. Dies könne jedoch noch einige Tage oder „vielleicht auch mehr“ in Anspruch nehmen, fügte der Kanzler hinzu. (Quellen: ZDF, Spiegel, Tagesschau)