Neue Kumdo-Abteilung bei der SG Moosburg: Der jüngste Kämpfer ist Zwölf, der älteste 60

Stand: 05.08.2026, 19:30 Uhr

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Kumdo-Trainer Dennis Saler

Bald wurde aus dem Stock ein Schwert: Kumdo-Trainer Dennis Saler interessiert sich seit seiner Kindheit für Kampfkunst. © Zapp

Seit Anfang des Jahres gibt es bei der SG Moosburg eine Abteilung für Kumdo, die koreanische Form des Schwertkampfs.

Moosburg – Mitten in Moosburg trifft sich regelmäßig eine kleine Gruppe, um eine Kampfkunst zu üben, die in Deutschland nur an wenigen Orten unterrichtet wird. Beim sogenannten Kumdo, der koreanischen Form des Schwertkampfs, stehen historische Techniken und traditionelle Waffen im Mittelpunkt.

Geleitet wird die Trainingsgruppe Kumdo Bayern von Dennis Saler. Der heute 36-Jährige entdeckte seine Leidenschaft früh: „Der Schwertkampf hat mich schon immer fasziniert“, erzählt er und fügt schmunzelnd hinzu. „Als kleiner Junge habe ich dafür einen Stock benutzt.“ Mit 16 Jahren meldete er sich in einer Gruppe an, und lernte immer mehr über die Kampfkunst. Aus dem Stock wurde schnell ein echtes Schwert. Vor ungefähr sieben Jahren reiste Saler nach Korea. Dort ließ er sich von einem Großmeister ausbilden und legte seine Trainerlizenz ab. „Das war unfassbar inspirierend“, erinnert er sich.

 die Kumdo-Gruppe der SG Moosburg

Immer dienstags trainiert die Kumdo-Gruppe der SG Moosburg in der Grundschule. © Zapp

Kein Wunder, dass Saler den Schwertkampf auch in Deutschland publik machen will. Bis zu seinem Umzug nach Moosburg unterrichtete er in Ismaning, später auch in Mauern. Seit Anfang des Jahres ist Kumdo bei der SG Moosburg eine eigene Abteilung. Trainiert wird immer dienstags in der Sporthalle der Anton-Vitzthum-Grundschule. „Derzeit besteht unsere Gruppe aus acht Teilnehmenden, Männer und Frauen gemischt“, erzählt Saler. Der jüngste Kämpfer ist zwölf Jahre alt, der älteste 60.

Ein typisches Training beschreibt der 36-Jährige so: „Wir starten mit etwas Fitness zum Aufwärmen. Anschließend vertiefen wir die Grundtechniken und machen verschiedene Partnerübungen. In der letzten halben Stunde findet dann der klassische Schwertkampf, oft in Form von kontrolliertem Sparring, statt.“ Trainiert wird mit dem Bokken, einem traditionellen Holzschwert. Anfänger nutzen meist ein Kunststoffrohr mit einem Schaumstoffmantel. „Das ist leichter im Umgang und deutlich billiger“, erklärt Saler. Auch eine Fechtmaske und ein Brustschutz gehören zur klassischen Kumdo-Ausrüstung.

Ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts ist der Blick auf die historischen Hintergründe. „Viele Techniken entstanden unter ganz anderen Bedingungen als heute und ergeben oft erst dann Sinn, wenn man ihren ursprünglichen Zweck kennt“, so Saler, der seinen Schülern auch einen Kurs im Bogenschießen anbietet. „Diese beiden Sportarten sind untrennbar miteinander verbunden“, sagt er. „Die Kumdo-Kämpfe haben früher nämlich erst begonnen, wenn man keine Pfeile mehr zum Schießen hatte.“

Beim Gefechtsbogenschießen wird der Bogen nicht nur im Stand geschossen. Die Teilnehmenden lernen, sich im Gelände zu bewegen, Deckungen zu nutzen und den richtigen Moment für einen Schuss zu erkennen. „Genau wie beim Kumdo ist die Trainingsgestaltung hier sehr flexibel“, sagt Saler. „Ich passe das Training der Gruppe an, nicht umgekehrt. Neueinsteiger sind willkommen.“