80 Prozent zweifeln an Rückhalt: Merz erreicht bei Sympathiewerten persönlichen Negativrekord

Stand: 20.08.2026, 14:09 Uhr

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Im September wird im Osten Deutschlands in drei Bundesländern gewählt. Doch der Kanzler weilt im Urlaub. Seine Umfragewerte rauschen aktuell in den Keller.

Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verabschiedete sich am 29. Juli in den Sommerurlaub. Regierungssprecher Stefan Kornelius verkündete, dass der Kanzler nun „ein paar freie Tage haben“ werde. Mittlerweile sind es drei Wochen, und die Nachrichtenlage ist geprägt unter anderem von Wahlkampf, Tausenden Hitzetoten, Rekordniedrigwasser und Waldbränden in einer Größenordnung, wie es sie bislang nicht gab. Vom Sommerloch also keine Spur – und vom Kanzler auch nicht.

Friedrich Merz

Kanzler Friedrich Merz wird bei den Wahlberechtigten immer unbeliebter. © Bernd Elmenthaler/Imago

Ob das so eine gute Idee ist, gerade angesichts der Tatsache, dass die Beliebtheitswerte von Merz nur eine Richtung kennen? Denn in der neuen Umfrage des ZDF‑„Politbarometers“ kommt der CDU-Vorsitzende bei der Frage „Was halten Sie von?“ auf einer Skala von +5 bis –5 auf minus 1,9. Das ist sein persönlicher Negativrekord, informiert das ZDF: Ende Juli war Merz bei der von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführten Erhebung noch mit minus 1,5 bewertet worden. 

80 Prozent glauben: Merz hat keinen Rückhalt in der CDU

Die Beliebtheitsliste führt weiter Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit einem immerhin positiven Wert von 1,3 an. SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil befindet sich mit unverändert minus 0,6 im Negativbereich; Schlusslicht der Top-Ten-Liste ist AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,5.  

Transparenz

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF-„Politbarometer“ vom 17. bis 19. August 1319 Wahlberechtigte – telefonisch und online erhoben. Als statistische Fehlertoleranz werden bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund ± drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund ± zwei Prozentpunkte angegeben. Die Daten sind nach Angaben des Instituts repräsentativ.

Gemäß der Umfrage gibt es auch große Zweifel am Rückhalt für Merz in den eigenen Reihen. 80 Prozent der Befragten, darunter 67 Prozent der Unionsanhänger, meinen, dass die CDU nicht voll hinter ihrem Parteivorsitzenden steht. Bei den SPD-Parteichefs sieht es nicht viel besser aus: Für 53 Prozent hat Lars Klingbeil nicht die uneingeschränkte Unterstützung seiner Partei, nur 28 Prozent finden, die SPD stehe hinter ihm. Bei Bärbel Bas sind es 52 Prozent (ja: 22 Prozent), die nicht von einer Unterstützung ausgehen. Unter den SPD-Anhängern sind ebenfalls jeweils Mehrheiten davon überzeugt, dass Klingbeil (57 Prozent) und Bas (52 Prozent) von ihrer Partei nicht voll unterstützt werden.

Sonntagsfrage: AfD und CDU verlieren

In der Sonntagsfrage liegt die AfD mit 27 Prozent weiter deutlich vor der Union mit 22 Prozent, wobei beide jeweils einen Prozentpunkt im Vergleich zur Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen Ende Juli verlieren. Die SPD bleibt bei 12 Prozent, die Grünen legen einen Punkt auf 14 Prozent zu. Demnach würde die Linke unverändert 12 Prozent erhalten, wenn schon am Sonntag Bundestagswahl wäre. Mit 4 Prozent wäre die FDP abermals nicht im Bundestag vertreten. 

Politische Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten zufolge die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang von kommenden Wahlen. (Quellen: dpa, eigene Recherche, ZDF) (ktho)