SPD legt in Umfrage zu, AfD weiter an der Spitze – deutliche Zahlen zu Antisemitismus in Deutschland

Neue Umfrage: AfD weiter dominant, SPD legt zu

Stand: 20.10.2026, 08:16 Uhr

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Lars Klingbeil und die SPD legen in einer neuen Umfrage zu – Alice Weidels AfD bleibt stärkste Kraft.

Lars Klingbeil und die SPD legen in einer neuen Umfrage zu – Alice Weidels AfD bleibt stärkste Kraft. © dpa | Soeren Stache + dpa | Britta Pedersen

In einer neuen Umfrage bleibt die AfD stärkste Kraft, verliert aber. Die SPD legt zu. Die Zahlen zu Antisemitismus in Deutschland fallen deutlich aus.

Berlin – Wenn am kommenden Sonntag ein neuer Bundestag gewählt würde, bliebe die AfD die stärkste politische Kraft im Land – die Dominanz lässt aber ein wenig nach. Das geht aus der aktuellen YouGov-Sonntagsfrage hervor. Zwar verliert die Partei im Vergleich zum Vormonat September einen Prozentpunkt, liegt mit 28 Prozent aber weiterhin mit deutlichem Abstand an der Spitze.

Die CDU/CSU kann von den leichten Verlusten der AfD nicht profitieren: Die Union verharrt unverändert bei 18 Prozent und setzt damit ihr anhaltendes Umfragetief im Bund fort. Dicht dahinter folgen die Grünen, die mit 16 Prozent ebenfalls unverändert bleiben.

Leichte Zugewinne verzeichnet die SPD, die um einen Prozentpunkt auf 14 Prozent zulegt. Die Linke behauptet ihren zweistelligen Wert stabil bei 10 Prozent. Am unteren Ende des parlamentarischen Spektrums kämpfen zwei Kräfte um den Einzug: Während die FDP unverändert bei 5 Prozent notiert, rutscht das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) nach einem Minus von einem Prozentpunkt auf 3 Prozent ab und würde den Sprung in den Bundestag damit verpassen. Auf sonstige Parteien entfallen 6 Prozent (+1). Zudem stellen die Zahlen mögliche Koalitionsoptionen im Bund vor erhebliche Herausforderungen.

Die Umfragewerte im Überblick

ParteiAktueller Wert (Okt. 2026)Veränderung zu Sept. 2026
AfD28 %-1 %
CDU/CSU18 %±0 %
Grüne16 %±0 %
SPD14 %+1 %
Die Linke10 %±0 %
FDP5 %±0 %
BSW3 %-1 %
Sonstige6 %+1 %

Fast jeder Zweite sieht Antisemitismus als Problem

Neben den reinen Parteipräferenzen beleuchtet die Erhebung eine aktuelle Debatte: Fast die Hälfte der Wahlberechtigten in Deutschland (46 Prozent) vertritt die Ansicht, dass Vorurteile gegenüber Jüdinnen und Juden ein Problem in der deutschen Gesellschaft darstellen.

In den einzelnen Wählerschaften fällt der Blick darauf jedoch unterschiedlich aus:

  • Grünen-Wähler: 64 Prozent sehen ein Problem.
  • SPD-Wähler: 55 Prozent teilen diesen Befund.
  • Linke-Wähler: 54 Prozent sehen ein gesellschaftliches Problem.
  • CDU/CSU-Wähler: 49 Prozent stimmen zu.
  • AfD-Wähler: Nur 32 Prozent – also knapp ein Drittel – erkennen hier ein Problem.

Sondierungen in Berlin im Fokus: Vorbehalte gegenüber Die Linke und AfD

Vor dem Hintergrund laufender Sondierungsgespräche in Berlin steht das Verhältnis zu Antisemitismus und Israel im Fokus. Zwei von fünf Befragten (42 Prozent) geben an, dass sie bei der Partei Die Linke ein Problem mit Vorurteilen gegenüber Juden verorten. Dieser Wert liegt signifikant über dem der potenziellen Koalitionspartner Grüne (18 Prozent) und SPD (14 Prozent) sowie von Union (14 Prozent) und FDP (12 Prozent). Beim BSW sehen dies 34 Prozent der Bürger.

Den höchsten Wert verzeichnet jedoch die AfD: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54 Prozent) ist der Auffassung, dass die Partei ein Problem mit antisemitischen Vorurteilen hat.

Methodik der YouGov-Umfrage

Die Befragung wurde von YouGov Deutschland im Rahmen des YouGov Omnibus Politik durchgeführt. Im Zeitraum vom 16. bis 19. Oktober 2026 wurden 2.202 wahlberechtigte Personen ab 18 Jahren online befragt (repräsentative Quotierung nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, politischem Interesse und Wahlverhalten). 1.773 Personen gaben ihre Wahlabsicht zur Sonntagsfrage („Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?“) an.

Die statistische Fehlertoleranz für die Sonntagsfrage liegt bei maximal +/- 2,33 Prozentpunkten (bei einem 50%-Wert) bzw. +/- 1,01 Prozentpunkten (bei einem 5%-Wert). Des Weiteren wurden Fragen zur Wahrnehmung von Vorurteilen gegenüber Juden in der Gesellschaft sowie innerhalb der Parteien gestellt. (Quellen: YouGov, dpa)