Deutsche Bundesbank sucht neue Zentrale in Frankfurt
Neue Zentrale :
Bundesbank sucht Gebäude für 2500 Arbeitsplätze
13.08.2026, 18:18Lesezeit: 2 Min.

Die Bundesbank will aus ihrer Zentrale im Frankfurter Norden in die Innenstadt umziehen. Nun gibt es Details zu den Anforderungen der Notenbank.
Es ist eines der spannendsten Projekte auf dem Frankfurter Immobilienmarkt: Auf dem Weg zu einer neuen Zentrale hat die Deutsche Bundesbank nun ein europaweites Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb ausgeschrieben. Dabei setzt die Notenbank anders als beim ursprünglich geplanten Campus-Projekt am jetzigen Standort darauf, eine Immobilie in zentraler Lage schlüsselfertig zu erwerben. Das kann laut Bundesbank ein Neubau oder ein kernsaniertes Bestandsgebäude sein.
Mitte März hatte die Bundesbank angekündigt, die bekannte Zentrale im Frankfurter Norden nach Jahrzehnten aufzugeben und stattdessen ein Gebäude in der Innenstadt kaufen zu wollen, aus Kostengründen, wie Bundesbankpräsident Joachim Nagel sagte. Die ursprünglich vorgesehene Sanierung des alten Gebäudes hätte 1,7 Milliarden Euro gekostet, sogar Erweiterungsbauten waren am jetzigen Hauptsitz an der Wilhelm-Epstein-Straße geplant, die 1972 bezogen wurde.
Mit dem Kauf einer neuen Zentrale wolle man eine wirtschaftliche, moderne und zugleich zukunftsfähige Lösung für den Hauptsitz schaffen, erklärte Stephan Bredt, Chief Operating Officer der Bundesbank, zur Veröffentlichung der Ausschreibung. Das Vorhaben gliedert sich in zwei Phasen: Die erste Phase umfasst das Vergabeverfahren – bestehend aus Teilnahmewettbewerb und Angebots- sowie Verhandlungsphase – bis zum Abschluss eines Kaufvertrags. In der zweiten Phase folgen Planung, Bau oder Sanierung der Immobilie durch den im Vergabeverfahren ermittelten Auftragnehmer bis zur Abnahme durch die Bundesbank und den anschließenden Einzug.
Die Suche der Bundesbank nach einem neuen Gebäude ist deshalb so spannend, weil die Anforderungen speziell sind: Die neue Zentrale soll Raum für rund 2500 Arbeitsplätze sowie rund 15.000 Quadratmeter Nutzfläche für Sonder- und Funktionsbereiche bieten. Die Anforderungen an die neue Zentrale wurden von einem Projektteam der Bundesbank gemeinsam mit externen Beratern erarbeitet, heißt es in einer Mitteilung der Zentralbank. Damit kommen nur relativ wenige Bestandsgebäude oder Grundstücke für Neubauten infrage.
Die Auswahl geeigneter Bewerber im Vergabeverfahren richtet sich laut Bundesbank nach Eignungs- und Mindestkriterien. Nach Verhandlungen ermittelt die Bundesbank anhand von Zuschlagskriterien das wirtschaftlichste Angebot. Die Zuschlagskriterien umfassen unter anderem Preis, Gebäudequalität, Projektabwicklung und Abnahmetermin. Auch eine gute Lage und eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sind für die Notenbank relevant. Der Zuschlag für das Projekt soll bis Ende 2027 erteilt werden. Auf das Gelände im Stadtteil Bockenheim soll die Europäische Schule ziehen.