Neuer ADAC-Test 2026: Nur dieser Ganzjahresreifen holt Gesamtnote „gut“

Neuer ADAC-Test 2026 Nur dieser Ganzjahresreifen holt Gesamtnote „gut“

Service | München · Gleich acht Ganzjahresreifen aus dem Testfeld können vom ADAC nicht empfohlen werden. Das Ergebnis des neuen Tests 2026 fällt gemischt aus – mit nur einem klaren Testsieger.

12.09.2026 , 08:10 Uhr

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ADAC-Ganzjahresreifentest 2026 – keine Kaufempfehlung für acht Modelle

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Foto: Marc Wittkowski/ADAC/dpa-tmn/Marc Wittkowski

Der ADAC hat in seinem neuen Test 2026 16 Ganzjahresreifen für Kleinwagen überprüft, untersucht und analysiert. „Ganzjahresreifen müssen extreme Gegensätze bewältigen: Sommer mit 50 Grad heißem Asphalt, Winter mit minus 15 Grad sowie nasskalte Übergangszeiten“, teilte der Autoclub Ende Juni 2026 mit.

Der Markt für Ganzjahresreifen wachse weiter, auch im Kleinwagensegment. Entsprechend groß sei die Nachfrage nach Allround-Lösungen, die Sommerhitze ebenso meistern sollen wie winterliche Straßenverhältnisse. Der ADAC hat deshalb Ganzjahrespneus in der weitverbreiteten Dimension 185/65 R15 88H beziehungsweise 92V umfassend getestet. „Das Ergebnis fällt gemischt aus – mit nur einem klaren Testsieger“, hieß es.

ADAC testet 16 Ganzjahresreifen 2026 – die Ergebnisse im Kurz-Überblick

  • Der ADAC hat aktuell 16 Ganzjahresreifen für Kleinwagen getestet
  • Von den 16 geprüften Reifen erreicht nur ein Modell die Gesamtnote „gut“
  • Manche Hersteller bieten laut ADAC „alte Modelle“ an
  • Testsieger wurde der Continental All Season Contact 2 (Gesamtnote 2,3)
  • Acht Reifen werden von dem Autoclub nicht empfohlen
  • Fünf Reifen sind laut den Experten auf Schnee und Eis kaum zu gebrauchen

Wie der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk mitteilt, werden Ganzjahresreifen weiterhin immer beliebter. Das Plus im Stückabsatz fiel im Jahr 2025 allerdings mit 6,1 Prozent im Vergleich zu den zweistelligen Zuwachsraten der Vorjahre deutlich schwächer aus (2024: plus 17,0 Prozent, 2023: plus 11,6 Prozent).

Ganzjahresreifen nahmen 2025 erstmals Spitzenplatz bei Verkaufszahlen ein

Im Jahr 2025 nahmen Ganzjahrespneus erstmals den Spitzenplatz bei den Verkaufszahlen ein. Bei Pkw-Sommerreifen (minus 4,0 Prozent) sowie auch bei Winterreifen (minus 7,8 Prozent) waren die Absatzmengen rückläufig.

Doch welche Ganzjahresreifen für Kleinwagen überzeugen unter allen Umständen gut? Wie die Experten vom ADAC erläutern, müssen Ganzjahresreifen im Test ein breites Spektrum abdecken: Von Handling- und Bremsprüfungen auf trockener und nasser Fahrbahn bis hin zu Untersuchungen auf schneebedecktem Untergrund. In die Bewertung würden auch die Laufleistung und weitere Umweltfaktoren (zum Beispiel Lautstärke und Spritverbrauch) einfließen.

Manche Hersteller bieten laut ADAC „alte Modelle“ an

In den Ergebnissen zeige sich ein klarer Trend: Manche Hersteller von Ganzjahresreifen würden dem Markt für Kleinwagen offenbar nur eine untergeordnete Bedeutung zuschreiben. „Das zeigt sich einerseits an dem Fakt, dass Marken wie etwa Bridgestone und Michelin bereits neuere Ganzjahresreifenmodelle auf dem Markt haben, diese aber nicht in der kleineren Testdimension anbieten“, hieß es.

Ganze acht Reifen aus dem Testfeld werden nicht empfohlen, da sie maximal mit „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“ abgeschnitten haben und für die die Tester keine Kaufempfehlung geben. „In einigen Fällen zeigt sich das bekannte Dilemma: Die Reifen wurden weitgehend für eine Fahraufgabe spezialisiert und haben bei anderen Bedingungen merkliche Probleme“, so der ADAC.

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Foto: Jennifer Fell

„Sicherheitsrisiko“: ADAC warnt vor diesen fünf Ganzjahresreifen

Besonders verdeutliche das der Dunlop All Season 2, der auf winterlicher Fahrbahn die beste Bewertung im gesamten Testfeld eingefahren hätte, dafür mit trockener Straße gar nicht gut zurechtkomme. Am Ende des Testfelds landen fünf Reifen, die den Angaben zufolge mit einer mangelhaften Gesamtbewertung ein Sicherheitsrisiko darstellen:

  • Norauto 4 Seasons 2 – Gesamtnote 4,9
  • Bridgestone Weather Control A005-Evo – Gesamtnote 5,3
  • Mastersteel All Weather 2 – Gesamtnote 5,3
  • Roadhog RGAS02 – Gesamtnote 5,4
  • Tomason Allseason – Gesamtnote 5,5 (Schlusslicht im Test)

Von den 16 geprüften Reifen erreicht lediglich ein Modell die Gesamtnote „gut“, sieben Reifen die Note „befriedigend“. Testsieger wurde der Continental All Season Contact 2 mit einer Gesamtnote von 2,3. „Er überzeugt vor allem bei der Fahrsicherheit, und das in allen Disziplinen (Teilnote 2,1), funktioniert also gut zu allen Jahreszeiten“, lobt der Mobilitätsclub. Kleine Abstriche bei der Laufleistung (41.300 Kilometer prognostiziert) und damit bei der Umweltbilanz würden eine noch bessere Bewertung verhindern. Dennoch reiche es mit der Gesamtnote 2,3 für eine klare Kaufempfehlung.

Knapp hinter dem Testsieger folgen der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und der Michelin Cross Climate 2 mit einer Gesamtnote von 2,6. „Dass sie nicht ganz an den Conti herankommen, hat individuelle Gründe: Der Pirelli bietet auf winterlicher Fahrbahn weniger Grip, der Michelin ist auf nasser Fahrbahn schlechter“, hieß es. In puncto Umweltbilanz könnten beide hingegen punkten. Der Michelin erzielt hier sogar den Bestwert im neuen ADAC-Ganzjahresreifentest 2026.

Diese fünf Ganzjahresreifen haben im neuen ADAC-Test am besten abgeschnitten

  • Platz 1: Continental All Season Contact 2: Gesamtnote 2,3 (Testsieger) – durchschnittlicher Preis laut ADAC 84 Euro
  • Platz 2: Pirelli Cinturato All Season SF 3: Gesamtnote 2,6 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 86 Euro
  • Platz 2: Michelin Cross Climate 2: Gesamtnote 2,6 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 90 Euro
  • Platz 4: Vredestein Quatrac: Gesamtnote 2,9 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 70 Euro
  • Platz 5: Hankook Kinergy 4S 2: Gesamtnote 3,0 – durchschnittlicher Preis laut ADAC 71 Euro

Im Mittelfeld des aktuellen Ganzjahresreifentests 2026 landen neben dem Vredestein Quatrac und dem Hankook Kinergy 4S 2 noch der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 und der Nokian Tyres Seasonproof 2 (beide mit der Gesamtnote 3,1) sowie der GT Radial Climate Active mit der Gesamtnote 3,2. Der GT Radial Climate Active ist laut ADAC mit einem mittleren Preis in Höhe von 63 Euro der preiswerteste Ganzjahresreifen von denen, die mit „guter“ oder „befriedigender“ Gesamtnote abgeschnitten haben.

Während drei dieser Modelle noch gute Werte bei der Umweltbilanz erreichen, würden die Reifen von Nokian und GT Radial, vor allem durch geringere Laufleistung, zurückfallen. Für bestimmte Fahrprofile – Wenigfahrer zum Beispiel – könnten sie dennoch eine akzeptable Alternative sein. Hier lohne es, sich die Einzelbewertungen in der Tabelle genau anzusehen und nach eigenen Prioritäten auszuwählen.

„Autofahrer sollten sich bei Reifenwahl nicht auf Markennamen, Preise oder Labelangaben verlassen“

Der ADAC-Ganzjahresreifentest verdeutliche abermals, dass sich Autofahrer bei der Reifenwahl nicht auf Markennamen, Preise oder Labelangaben verlassen sollten. „Ganz besonders im Kleinwagenbereich muss Verbrauchern bewusst sein, dass manche Hersteller hier nicht die neuesten Produkte auf dem Markt anbieten“, raten die Tester.

Generell gelte die Empfehlung, dass Ganzjahresreifen besonders für Gelegenheitsfahrer geeignet seien. „Wer häufig in extremen Bedingungen wie zum Beispiel Hitze, oder starkem Winter unterwegs ist oder generell viel fährt, sollte besser auf spezialisierte Modelle für Sommer und Winter setzen“, so der ADAC.

Alle vollständigen Ergebnisse des ADAC-Ganzjahresreifen-Tests 2026, auch zur prognostizierten Laufleistung, Fahrsicherheit, Umweltbilanz sowie zum Bremsen auf nasser Fahrbahn, finden Sie auf der Website des ADAC.