Neuer Kunstrasenplatz in Strehlen: Soccer for Kids bekommt eigene Heimat

In Dresden-Strehlen ist am Rudolf-Bergander-Ring eine neue Sportstätte fertiggestellt worden. Rund zwei Millionen Euro flossen nach Angaben der Landeshauptstadt Dresden aus der Städtebauförderung „Sozialer Zusammenhalt“ im Fördergebiet Am Koitschgraben in den Bau, der Eigenbetrieb Sportstätten steuerte 150.000 Euro bei. Die Anlage liegt am Wissenschaftsstandort Ost auf einer Fläche, die seit dem Abriss eines Plattenbau-Wohngebiets in den Jahren 2003–2010 brachlag.

Herzstück ist ein Kunstrasengroßspielfeld mit sechs Flutlichtmasten, sodass auch abends trainiert und gespielt werden kann. Dazu kommen eine Boulderwand, eine Calisthenicsanlage für Kraftübungen am eigenen Körpergewicht und Fahrradstellplätze. Der Kunstrasen ist mit einer Sand-Kork-Mischung verfüllt, die laut Stadt besonders für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Fester Nutzer ist der Verein Soccer for Kids, der nach eigenen Angaben seit seiner Gründung 2009 ohne eigenes Gelände auskommen musste. Derzeit trainieren dort rund 300 Nachwuchsfußballerinnen und -fußballer in 14 Mannschaften von der U6 bis zur U19, 13 davon im Spielbetrieb. Vereinsvorsitzender Peter Heidler dankte den Partnervereinen SG Einheit Dresden-Mitte, SV Eintracht Strehlen und SV Dobritz, die dem Verein über Jahre Plätze überlassen hätten.

Umkleiden vorerst im Container

Ein eigenes Funktionsgebäude gibt es nicht. Dafür fehlen der Stadt nach eigener Aussage derzeit die finanziellen Mittel. Umkleiden und Duschen stehen stattdessen im Gebäude des ehemaligen Kinder- und Jugendnotdienstes am Rudolf-Bergander-Ring 43 und in einem zusätzlich aufgestellten Duschcontainer zur Verfügung. Die weitere Entwicklung des Umfelds soll später das Amt für Wirtschaftsförderung übernehmen.

Der Bau zog sich über mehrere Jahre. Nach Vermessung Ende 2022 und Rodung im Winter 2022/23 stießen die Fachleute bei der Kampfmittelsondierung auf eine ehemalige Flakstellung aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich des geplanten Spielfelds. Die Kampfmittel mussten laut Stadt aufwendig geborgen und entsorgt werden; die Tiefbauarbeiten begannen Mitte 2023 unter Begleitung des Kampfmittelräumdienstes. Insgesamt spricht die Stadt von einer rund 15-jährigen Entwicklungs- und Planungsphase.

Sportbürgermeister Jan Donhauser sieht in der Anlage einen Gewinn über den Vereinssport hinaus: „Dank der Städtebauförderung können wir dort Sportangebote schaffen, wo sie gebraucht werden.“ Der Platz steht neben dem Training des Vereins ausdrücklich auch der Öffentlichkeit offen.

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