Radeon-Treiber 26.8.1: AMD schickt Starfield-Spieler zurück

AMD Adrenalin 26.8.1: Neuer Treiber, altes Problem

AMD hat mit der Adrenalin Edition 26.8.1 einen neuen WHQL-Grafiktreiber für Windows 11 und Windows 10 veröffentlicht. Er unterstützt drei weitere Spiele, führt die Radeon RX 9050 mit 4 GiB offiziell ein und behebt drei Fehler. Die interessanteste Zeile der offiziellen Versionshinweise findet sich allerdings bei den bekannten Problemen und adressieren insbesondere die Spieler von Starfield.

Starfield auf der Radeon RX 9000: AMD empfielt Downgrade

Starfield kann auf Grafikkarten der Serie Radeon RX 9000 weiterhin sporadisch abstürze n. Betroffenen empfiehlt AMD deshalb die Installation der Adrenalin Edition 26.7.1. Eine Ursache nennt der Hersteller nicht. Auch einen Zeitplan für eine Korrektur gibt es nicht. In den Versionshinweisen zum neuesten Radeon-Grafiktreiber steht damit die Empfehlung, diesen für ein bestimmtes Spiel nicht zu verwenden.

Neu ist dieses Vorgehen nicht. Besitzern einer Radeon RX 7000 hatte AMD bei Darstellungsfehlern in Blender und Maxon Cinema 4D monatelang ein Downgrade empfohlen. Damals ging es um professionelle Anwendungen, diesmal um das nicht immer unumstrittene Action-Rollenspiel der Bethesda Game Studios.

Dass AMD mit einem Downgrade rechnet, zeigt ein zweiter Eintrag. Unter "Additional Information" verweist der Hersteller auf das AMD Cleanup Utility und empfiehlt dessen Einsatz beim Wechsel auf eine frühere Version.

Frei von Problemen ist der empfohlene Zielstand allerdings ebenfalls nicht. PCGH hat für die Adrenalin Edition 26.7.1 einen Fall dokumentiert, bei dem Windows Update den Radeon-Treiber unter Windows 10 durch eine ältere Version ersetzte. Anschließend ließ sich die Radeon-Software nicht mehr starten.

Der Befund: Wer Starfield auf einer Radeon RX 9000 spielt, tauscht möglicherweise ein bekanntes Problem gegen ein anderes. Hier gilt es, zu testen und dann dementsprechend abzuwägen.

So gelingt der Wechsel auf die ältere Version

Wer der Empfehlung folgt, entfernt den aktuellen Treiber zunächst mit dem AMD Cleanup Utility. Anschließend wird die ältere Version installiert. Unter Windows 10 lohnt zusätzlich ein Blick auf die ausstehenden Windows-Updates, damit das Betriebssystem den Treiber nicht eigenmächtig ersetzt.

Was der neue Radeon-Treiber tatsächlich behebt

Die Adrenalin Edition 26.8.1 korrigiert drei Fehler. Marvel Rivals und Subnautica 2 ließen sich in einer Multi-Adapter-Konfiguration auf der Radeon RX 7000 und neuer mitunter nicht starten.

Call of Duty: Modern Warfare 3 stürzte in derselben Konstellation auf der Radeon RX 9000 beim Start ab. Außerdem speicherte die Aufnahmefunktion der Radeon-Suite unter Windows 10 keine Datei, wenn kein Audio-Ausgabegerät ausgewählt war.

Die größte Reichweite hat der dritte Punkt, weil er unabhängig vom Spiel auftritt. Die beiden anderen Korrekturen betreffen nur Systeme mit zwei aktiven Grafiklösungen. Hinzu kommt Game-Ready-Support für Resonance: A Plague Tale Legacy, Star Wars Zero Company und den frühen Zugang zur offenen Beta von Call of Duty: Modern Warfare 4. Leistungswerte nennt AMD für keinen der drei Titel.

Radeon RX 9050 mit 4 GiByte: Cyberpunk 2077 sprengt den Speicher

AMD führt die umstrittene Radeon RX 9050 mit 4 GiB Grafikspeicher erstmals selbst unter "New Product Support" auf. Im selben Dokument warnt der Hersteller vor dem knappen Speicherausbau. Cyberpunk 2077 verlange mindestens 6 GiB Grafikspeicher. Wer Probleme feststellt, solle aufwendige Grafikoptionen reduzieren oder gar ganz abschalten. Bislang war die kleinere Ausführung nur aus Herstellerlisten bekannt.

Die Einsteiger-Grafikkarte nutzt den RDNA-4-Grafikprozessor Navi 44 mit nur 1.024 Shader-Einheiten. Ihre 4 GiB GDDR6 sind allerdings nur über 64 Bit angebunden und erreichen damit 144 GByte/s. Entscheidend ist weniger die halbierte Bandbreite als die Kapazität: Diese liegt unter dem, was ein beinahe sechs Jahre alter Titel wie Starfield als absolutes Minimum ausweist.

Deutschland: Die Einsteigerkarte bleibt außen vor

Hierzulande bleibt der Hinweis vorerst theoretisch. AMD nennt als Startmärkte ausschließlich Asien-Pazifik, Japan und Lateinamerika. Im deutschen Handel taucht das Modell nicht auf. Relevant ist die Warnung damit vor allem für Komplett-PCs außerhalb Europas, in denen beide Speicherkonfigurationen unter derselben Produktbezeichnung vertrieben werden.

Download, Kompatibilität und die verbliebenen Baustellen

Die AMD Software: Adrenalin Edition 26.8.1 steht als WHQL-Treiber zum Download für Windows 11 und Windows 10 ab Version 21H2 bereit. Unterstützt werden Radeon RX 9000, RX 7000, RX 6000 und RX 5000 sowie die Reihen Radeon PRO und Radeon AI Pro. Für Gaming-Handhelds verweist AMD weiterhin auf die Grafiktreiber der Gerätehersteller und OEM-Partner.

Vier weitere Probleme bleiben ungelöst: Installationsfehler der KI-Komponenten in Regionen mit eingeschränktem Zugriff auf Huggingface und Github, das Abschalten von Smart Access Memory alias "SAM" nach der Installation unter Windows 10, eine falsche Inaktiv-Anzeige für FSR Upscaling und FSR Frame Generation in der Beta zu Modern Warfare 4 sowie dieselbe Anzeige für Anti-Lag 2 nach dem Abschalten der Frame Generation in Resonance: A Plague Tale Legacy.

Die fehlerhafte FSR-Anzeige begleitet die Radeon RX 9000 bereits seit Juni dieses Jahres, damals in Battlefield 6.

  • Besitzer einer Radeon RX 9000 sollten bei Starfield vorerst abwägen, ob sie den aktuellen Treiber 26.8.1 nutzen oder wegen möglicher Abstürze auf 26.7.1 zurückgehen.
  • Unter Windows 10 kann ein Downgrade zusätzliche Probleme verursachen, weil Windows Update den älteren Radeon-Treiber ersetzen und dadurch die Radeon-Software unbrauchbar machen kann.
  • Käufer von PCs mit einer Radeon RX 9050 sollten besonders auf die Speicherausstattung achten, da die 4-GiB-Version schon bei Spielen wie Cyberpunk 2077 zu reduzierten Grafikeinstellungen zwingen kann.

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Quelle: AMD