Neuer Schock: BMW verdient ein Drittel weniger – jetzt verschärft der Autobauer seinen Sparkurs
Stand: 30.07.2026, 07:54 Uhr
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BMW leidet unter der Krise auf dem chinesischen Automarkt. Gewinn und Umsatz brechen ein, zugleich will der Autobauer weltweit rund 8000 Stellen abbauen.
München – Die Krise auf dem chinesischen Automarkt reißt Löcher in die Bilanz des Autobauers BMW. Im abgelaufenen Quartal brach der Gewinn der Münchner nach Angaben vom Donnerstag unter dem Strich um 34,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ein. Der Umsatz schrumpfte zugleich um 7,9 Prozent auf knapp 31,3 Milliarden Euro.
Die für BMW wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft sank auf 2,3 Prozent. Der Umsatzrückgang fiel damit stärker aus, als von Analysten erwartet, die das Unternehmen selbst befragt hatte.
„Der Wettbewerb hat sich im globalen Automobilmarkt spürbar verschärft“, sagte Finanzchef Walter Mertl. Entsprechend verstärke BMW seinen Sparkurs. Am Mittwoch hatte der Autobauer angekündigt, Tausende Stellen in Deutschland zu streichen.

BMW-Gewinn bricht deutlich ein
An seiner erst im Juni gesenkten Prognose hält BMW fest. Statt eines moderaten Dämpfers sagen die Münchner für das Gesamtjahr einen Rückgang des Vorsteuergewinns um mehr als 15 Prozent voraus.
Die für das Unternehmen wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft soll bei gerade einmal einem bis drei Prozent liegen.
China-Krise belastet Münchner Autobauer BMW
Hauptgrund für die schwächere Entwicklung ist der schwierige Automarkt in China. Dort hat sich der Wettbewerb massiv verschärft. Deutsche Hersteller stehen unter Druck durch heimische Anbieter, aggressive Preise und eine schnell wachsende Elektroauto-Konkurrenz.
Für BMW ist China einer der wichtigsten Einzelmärkte. Wenn die Nachfrage dort schwächelt oder Rabatte steigen, schlägt das schnell auf Umsatz und Marge durch.
BMW hält an gesenkter Prognose fest
Die neuen Quartalszahlen zeigen, wie stark die Ertragskraft des Konzerns unter Druck geraten ist. Eine operative Marge von 2,3 Prozent im Autogeschäft liegt deutlich unter dem Niveau, das Premiumhersteller normalerweise anstreben.
BMW muss nun gleichzeitig sparen, investieren und sein Modellangebot für den härteren Wettbewerb anpassen. Besonders kostenintensiv bleibt der Umbau hin zu Elektromobilität, Software und neuen Fahrzeugplattformen.
BMW will weltweit 8000 Stellen abbauen
Weltweit sollen bis Ende 2027 rund 8000 Arbeitsplätze wegfallen. Ein großer Teil des Stellenabbaus dürfte Deutschland treffen, wo BMW mehr als 84.000 seiner weltweit rund 154.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Produktion soll von dem Programm ausgenommen bleiben. Betroffen sind vor allem Beschäftigte in der Verwaltung, der Entwicklung und Forschung, der Planung, im Vertrieb sowie im Management.
Abfindungen hängen von Gehalt und Betriebszugehörigkeit ab
Der Abbau soll möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen über natürliche Fluktuation und freiwillige Abfindungen erfolgen. Das mit dem Betriebsrat vereinbarte Abfindungsprogramm soll im Oktober 2026 beginnen und bis Ende 2027 laufen.
Nach Angaben aus Unternehmenskreisen könnten 50.000 Beschäftigte außerhalb der direkten Produktion ein individuelles Angebot erhalten. Wie viel Geld die Beschäftigten bekommen, soll sich unter anderem nach ihrem Einkommen und ihrer Betriebszugehörigkeit richten. Für das Programm rechnet BMW mit Kosten in dreistelliger Millionenhöhe.
Für den Konzern ist der Stellenabbau Teil eines größeren Sparkurses. Die Quartalszahlen erhöhen den Druck, die Kostenbasis schnell zu senken – ohne die Investitionen in Zukunftstechnologien zu gefährden. (Quellen: BMW Group, dpa, Tagesschau.de, Handelsblatt.com) (mare)