Ukrainisch im Abitur? Hamburg plant den nächsten Schritt

Hamburg

Neues Prüfungsfach für Hamburgs Abiturienten

Abiturprüfung an einem Hamburger Gymnasium.
Daniel Reinhardt/dpa

In Hamburg können Jugendliche Ukrainisch bereits in der Oberstufe belegen. SPD und Grüne wollen nun auch Abiturprüfungen in dem Fach ermöglichen. Was dafür noch nötig ist.

Ukrainisch soll in Hamburg zum Abiturprüfungsfach werden. Dafür haben die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen einen gemeinsamen Antrag vorgelegt. Wie die Fraktionen mitteilen, entscheidet die Bürgerschaft darüber am 14. Oktober.

Bislang können Schülerinnen und Schüler die Sprache in der Oberstufe belegen, auch als Kernfach. Eine Abiturprüfung im Fach Ukrainisch ist jedoch noch nicht möglich.

SPD-Schulpolitiker Tom Hinzmann verweist auf Jugendliche, die ihre Herkunftssprache bereits auf hohem Niveau sprechen und ihre Kenntnisse im Unterricht vertiefen. „Deshalb ist es nur konsequent, ihnen künftig auch die Möglichkeit zu geben, Ukrainisch als Prüfungsfach im Abitur zu wählen“, erklärt er in der Mitteilung.

Neun Hamburger Schulen bieten bereits Unterricht an

Nach Angaben der Fraktionen bieten derzeit neun Hamburger Schulen insgesamt 19 Ukrainisch-Kurse an. Unterrichtet werden sie von neun Lehrkräften. Im Schuljahr 2024/25 besuchten 5550 ukrainischsprachige Kinder und Jugendliche die Schulen der Stadt.

„Mehrsprachigkeit ist eine Stärke und gehört längst zum Alltag an Hamburgs Schulen“, sagt Tom Hinzmann, Experte für Schulpolitik der SPD‑Fraktion. Viele andere Herkunftssprachen könnten bereits als Abiturprüfungsfach gewählt werden. Ukrainisch solle künftig gleichziehen.

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Die Grünen-Bildungspolitikerin Parica Partoshoar sieht darin auch eine Anerkennung für junge Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg geflohen sind. „Wenn wir Ukrainisch als Abiturprüfungsfach anerkennen, eröffnen wir diesen jungen Menschen faire Bildungschancen und stärken ihr Selbstbewusstsein“, sagt sie.

Für die Einführung soll die Schulbehörde einen Rahmenplan erarbeiten und sicherstellen, dass ausreichend qualifizierte Lehrkräfte verfügbar sind. Außerdem soll Hamburg die erforderlichen Absprachen in der Kultusministerkonferenz vorantreiben. Einen Termin für die ersten möglichen Abiturprüfungen im Fach Ukrainisch nennen die Fraktionen noch nicht. (ygk)