Neunjähriger findet Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg in Isen
Stand: 22.08.2026, 07:01 Uhr
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David Scherer entdeckt beim Spielen im Bach ein rostiges Geschoss. Die Polizei rückt an und sichert die Granate – nach einer Stunde steht fest: Der Zünder fehlt.
Isen – Ein gefährlicher Fund: Beim Spielen hat der neunjährige David Scherer aus Isen eine Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Im Schinderbach lag das rostige Geschoss.

„Mein Freund und ich sind zum Bach hinuntergegangen. An dem Tag waren wir beim Kneipp-Becken, und da war es so voll“, erinnert sich der Bub. Kurz vor den Sommerferien war er mit seiner Familie und Freunden dort. „Wir sind runter, und da haben wir die Bombe gesehen“, erzählt er weiter. „Ich weiß noch genau, wo es war“, sagt er und zeigt auf eine Stelle im Wasser.
Was tun bei einem Fund?
„Da gibt es nur eines: Auf gar keinen Fall berühren“, weiß Johannes Onnich, Leiter der Polizeiinspektion Dorfen. „Man kann nie ausschließen, dass es hochgeht.“ Er rät: „Kein Ausbuddeln oder Mitheimnehmen, nicht berühren und die Stelle kenntlich machen, dass man sie wiederfindet, und die Polizei verständigen.“ Alte Granaten, Flugbomben oder Ähnliches aus dem Zweiten Weltkrieg rosteten und könnten bei Berührung brechen und in die Luft gehen. „Wir fassen so einen Fund auch nicht an“, stellt Onnich klar. Es gebe spezielle Einsatzkräfte vom Landeskriminalamt, die sich die Funde anschauten und mit geeignetem Equipment vorgingen.
Sofort liefen die Buben zu ihren Eltern und berichteten von ihrer Entdeckung. „Er kam ‚Mama, Mama‘ rufend zu mir und wollte mein Handy haben, um ein Foto davon zu machen“, erinnert sich Mutter Jelena Majic-Scherer. Als er wiedergekommen sei und ihr das Foto der Granate gezeigt habe, sei sie schockiert gewesen.
„Die Granate lag einfach dort, sie ist uns sofort aufgefallen“, erzählt David weiter. „Wir wussten am Anfang nicht, was das war.“ Sein Freund habe zu Beginn gedacht, dass es ein Ziegelstein sei, den jemand mit Meißel und Hammer bearbeitet habe. Bei ihm sei dann der Groschen gefallen: „Ich habe gesagt: ,Komm, wir müssen rennen, das ist eine Bombe.‘“
„Ich wusste das schon, dass man das nicht anfassen darf“, sagt David vorbildlich. Zuerst habe sie schon gedacht, dass es eine Granate sei, meint seine Mutter. „Ich konnte ja auch nicht die Größe am Foto abschätzen.“ Gemeinsam haben die Eltern gleich im Internet recherchiert, um welchen Fund es sich handeln könnte. Als sie den Begriff Mörsergranate gelesen hatten, beschlossen sie gleich, die Polizei zu informieren. „Ich hatte schon Angst um die Jungs“, erzählt die Mutter weiter.
Die Polizei sei daraufhin angerückt und habe sich von David zeigen lassen, wo sich die Granate befunden habe. „Die Polizei war ewig unten am Bach. Bestimmt eine Stunde“, erinnert sich Majic-Scherer. Zeitgleich sei Fußballtraining gewesen, und schnell habe sich eine Traube von Kickern um den Einsatzort gebildet.
Nach Rücksprache mit einer Fachdienststelle bestätigte sich, dass es sich bei dem Gegenstand tatsächlich um eine Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg handelte, teilt die Polizeiinspektion Dorfen mit. Anhand übermittelter Fotos und Videos stellten die Experten zudem fest, dass von der Granate keine Gefahr ausging, da kein Zünder mehr vorhanden war. Die Beamten nahmen die Granate daraufhin an sich und brachten sie zur Polizeiinspektion Dorfen. Angehörige der Fachdienststelle haben sie inzwischen abgeholt.