Gouverneur: Einwohner sollen Cherson evakuieren – Ukraine-Newsblog

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Gouverneur: Einwohner sollen Cherson evakuieren


Aktualisiert am 27.08.2026 - 22:29 UhrLesedauer: 17 Min.

Trump spricht mit Putin. Eine ukrainische Großstadt wird evakuiert. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Donnerstag, 27. August

Cherson: Gouverneur ruft zu Evakuierung auf

Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe auf Cherson haben die Behörden die Einwohner der südukrainischen Stadt zur Evakuierung aufgerufen. "Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben (...), bitte verlassen Sie die Stadt", schrieb der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, am Donnerstag im Onlinedienst Telegram.

Aufgrund der russischen Angriffe wird befürchtet, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte. Vor dem russischen Angriffskrieg war Cherson eine Großstadt mit fast 300.000 Einwohnern.

Trump: Putin "wird kein Nato-Gebiet angreifen"

US-Präsident Donald Trump hat Medienberichte über mögliche Angriffspläne auf Nato-Territorium zurückgewiesen. Er habe gute Gespräche mit Kremlchef Wladimir Putin geführt, sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus. "Er wird kein Nato-Gebiet angreifen."

Hintergrund der Äußerungen ist eine Reise von CIA-Chef John Ratcliffe nach Moskau am Dienstag, bei der er die russische Führung US-Medienberichten zufolge vor Angriffen auf Nato-Staaten gewarnt haben soll. Demnach hätten Einschätzungen des US-Geheimdienstes darauf hingedeutet, dass Moskau versuchen könnte, das Verteidigungsbündnis auf die Probe zu stellen. Der Kreml tat dies als "realitätsfern" ab.

Auf die Berichte zu den möglichen russischen Angriffsplänen angesprochen, sagte Trump, er wolle sich dazu "nicht äußern". "Aber sie werden nicht angreifen", fügte er hinzu. Bereits am Mittwoch hatte Trump erklärt, dass Ratcliffes Reise nichts mit russischen Drohungen gegen Nato-Staaten zu tun gehabt habe. Er deutete stattdessen an, dass der Besuch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stand.

Russischer Offizier offenbar bei Autoexplosion getötet

Bei der Explosion eines Autos in Sankt Petersburg ist einem Medienbericht zufolge ein russischer Offizier getötet worden. Bei dem Todesopfer handele es sich um einen Oberstleutnant, berichtet die russische Online-Zeitung "Fontanka". Seine Ehefrau, die sich ebenfalls in dem Fahrzeug befunden habe, sei verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden.

Das russische Ermittlungskomitee teilt mit, es habe nach dem Brand eines Autos ein Strafverfahren eingeleitet. Die Behörde bestätigt den Tod einer Person und die Verletzung einer weiteren, macht jedoch keine Angaben dazu, ob es sich bei dem Todesopfer um einen Soldaten handelte. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.

Russland macht die Ukraine für eine Reihe von Anschlägen auf hochrangige Militärs und Personen verantwortlich, die mit dem russischen Angriffskrieg gegen das Nachbarland in Verbindung stehen. Ukrainische Stellen haben sich in einigen Fällen dazu bekannt, in anderen eine Beteiligung bestritten.

Berichte: CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato

CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau offenbar vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt. Das berichteten das "Wall Street Journal" und das Magazin "Politico" unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Der Chef des US-Geheimdienstes hatte die russische Hauptstadt am Dienstag besucht. Über den Inhalt seiner Gespräche wurde allerdings nur wenig bekannt.

Der CIA-Chef habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, berichtete "Politico". Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren.

Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigt, dass Ratcliffe für Gespräche "zwischen den Geheimdiensten" nach Moskau gekommen war. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin betonte allerdings, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe. Mehr zu dem Besuch von Ratcliffe in Moskau lesen Sie hier.

Luhansk: Tote bei Angriff auf Kleinbus – Raketen auf Donezk

Bei einem Drohnenangriff auf einen Kleinbus im russisch besetzten Teil des ostukrainischen Gebietes Luhansk sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens neun Menschen getötet worden. Weitere sechs seien verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gebietsgouverneur, Leonid Passetschnik, auf der Plattform Telegram mit. Demnach war der Bus mit 15 Passagieren auf der Route von Lyssytschansk nach Kadijiwka unterwegs. Die genannte Straße befindet sich rund 50 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Kiew weist regelmäßig Anschuldigungen von Angriffen auf Zivilisten zurück.

In der benachbarten Region Donezk meldeten örtliche Medien zudem einen ukrainischen Angriff mit Marschflugkörpern auf die russisch besetzte gleichnamige Gebietshauptstadt. Den Berichten zufolge gab es vier bis fünf Explosionen. In sozialen Medien kursierten Videoaufnahmen einer riesigen Rauchwolke. Über mögliche Opfer wurde vorerst nichts bekannt.

Viertgrößte russische Raffinerie stellt Ölverarbeitung ein

Nach ukrainischen Drohnenangriffen am 26. August hat die viertgrößte Ölraffinerie, die zugleich der zweitgrößte Benzinproduzent Russlands ist, erneut die Verarbeitung von Rohöl eingestellt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

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Ukrainische Streitkräfte griffen die Produktionsanlagen der Lukoil-Nischegorodorgsintez-Raffinerie, auch bekannt als NORSI, in Kstowo in der Region Nischni Nowgorod an.