Liveblog zum Ukraine-Krieg: Kreml räumt Versorgungsengpässe in Oleschky ein

Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Ukraine meldet vier Tote bei Angriff auf Dnipro

Experte: Neues Parlament in Russland wird „Duma des Krieges“

Selenskij kündigt Treffen mit Trump an

Vier Tote bei Beschuss von Kiew

Drohnenangriff auf Großraum Moskau

Viele Russen befürchten offenbar neue Rekrutierungswelle nach Duma-Wahl

In Russland wächst die Sorge, dass Präsident Wladimir Putin nach den jüngsten Parlamentswahlen schon bald eine großangelegte neue Mobilisierung für den Krieg in der Ukraine anordnen könnte. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, teilen diese Befürchtung offenbar auch Mitarbeiter des Kreml und von Rekrutierungsstellen. Dokumente, die Bloomberg News einsah, zeigen, dass Beamte in den vergangenen Monaten versuchten, ausländische Bankkonten zu eröffnen und Vermögenswerte ins Ausland zu verlagern. Zugleich ermutigten sie Freunde und Verwandte, Russland zu verlassen, so Bloomberg.

Anders als bei der vorherigen Mobilisierung im September 2022, die die öffentliche Besorgnis sprunghaft steigen ließ und Zehntausende zur Flucht aus Russland veranlasste, könnte es diesmal keine formelle Ankündigung geben. Der Kreml hat Berichten zufolge im Stillen die digitale Infrastruktur aufgebaut, um Menschen zum Militär einzuberufen, und zugleich mögliche Fluchtwege versperrt. Putin selbst bestreitet, dass es Pläne für eine neue Mobilisierung gibt.

Der Kreml muss jedes Jahr etwa 400 000 Soldaten rekrutieren, um die Reihen der Streitkräfte wieder aufzufüllen. Dabei setzte er bislang vor allem auf hohe Antrittsprämien und großzügige Gehälter, um Menschen zur Verpflichtung zu bewegen. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass der Pool an Freiwilligen zu versiegen beginnt.

Es gibt Berichte über eine steigende Zahl von Russen, die vor den Duma-Wahlen in das benachbarte Georgien oder das weiter südlich gelegene Armenien eingereist sind. Im August warf Moskau armenischen Vertretern „provokative“ Äußerungen vor, nachdem Jerewan Bereitschaft signalisiert hatte, Russen aufzunehmen, die vor dem Militärdienst fliehen.

Macron und Trump beraten über Energie-Waffenruhe in der Ukraine

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich vor Start der UN-Generaldebatte in New York mit US-Präsident Donald Trump zur Energieversorgung durch die Straße von Hormus und zu einer Energie-Waffenruhe im Ukraine-Krieg beraten. Man werde „Kräfte bündeln, um ein Moratorium für Angriffe auf die Energieinfrastruktur und auf zivile Infrastrukturen in der Ukraine zu erreichen“, schrieb Macron auf der Plattform X. „Die Zivilbevölkerung muss geschützt werden, und wir müssen so schnell wie möglich ernsthafte Verhandlungen über die Friedensbedingungen zwischen Russland und der Ukraine aufnehmen.“

Russland meldet ukrainische Drohnenangriffe auf Region Samara

In der russischen Region Samara an der Wolga haben ukrainische Drohnen nach Behördenangaben zivile Ziele getroffen. Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew teilt auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit, die Luftabwehr habe in der Nacht zwar Dutzende Drohnen abgeschossen. Dennoch seien Privathäuser und Autos beschädigt worden. In der Region befinden sich wichtige Industrieanlagen wie Ölraffinerien. Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt Samara, Iwan Noskow, ist ein Angriff auf die mehr als 1000 Kilometer südöstlich von Moskau gelegene Stadt abgewehrt worden. Sowohl die Ukraine als auch Russland weisen Vorwürfe zurück, gezielt zivile Objekte ins Visier zu nehmen.

Ukraine meldet vier Tote bei Angriff auf Dnipro

Russland hat in der Nacht die südukrainischen Industriestädte Dnipro, Krywyj Rih und Pawlohrad mit ballistischen Raketen angegriffen. In der Stadt Dnipro sind nach Angaben von Gouverneur Oleksandr Handscha vier Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Unter den Trümmern eines getroffenen Industriebetriebs würden noch Verschüttete vermutet. Das russische Verteidigungsministerium teilt unterdessen mit, die eigenen Streitkräfte hätten einen massiven Schlag gegen Ziele in der Ukraine ausgeführt. Dabei seien Industrie- und Militäranlagen, der Energie- und Treibstoffsektor sowie die Hafeninfrastruktur und Militärschiffe getroffen worden.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew herrschte nachts mehrfach Luftalarm. Durch Drohnenangriffe seien drei Menschen verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In einem Logistikbetrieb habe es gebrannt, ein fünfstöckiges Wohnhaus sei beschädigt worden. Zudem fiel im Norden der Ukraine für fast 100 000 Menschen der Strom aus, nachdem die Infrastruktur angegriffen worden war, wie Behörden mitteilten.

Ihrerseits griffen die ukrainischen Streitkräfte mit Drohnen die Raffinerie der russischen Stadt Samara an der Wolga an. In der Anlage entstand ein Brand, wie russische und ukrainische Telegramkanäle berichteten. Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew schrieb auf Telegram von einem Drohnenangriff auf Industriebetriebe, der abgewehrt worden sei. Ein Mensch sei getötet worden. Es gebe Schäden an zivilen Objekten.

Luzia Geier

Luzia Geier

Kreml räumt Versorgungsengpässe in Oleschky ein – Kiew wirft Moskau Blockade vor

Der Kreml räumt kritische Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten in der russisch-kontrollierten ukrainischen Stadt Oleschky ein. Das russische Militär arbeite an einer Lösung, teilte die Regierung in Moskau mit. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wirft den russischen Truppen dagegen vor, humanitäre Hilfe zu blockieren und nicht auf Evakuierungsanfragen zu reagieren. In der Stadt im Gebiet Cherson „sterben 6000 Einwohner, darunter 200 Kinder, an Hunger und Kälte“, sagte er in einem Video auf Facebook. Die ukrainische Delegation wolle das Thema bei der UN-Vollversammlung in New York auf höchster Ebene ansprechen, um internationalen Druck auf Russland für einen humanitären Zugang auszuüben.

Vor Treffen mit Trump: Selenskij für begrenzte Waffenruhe

Vor einem in New York geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump weist der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenskij US-Kritik an Angriffen auf die russische Ölindustrie zurück. Er erneuerte dagegen seinen Vorschlag einer begrenzten Waffenruhe: „Der ukrainische Energiesektor, kritische Infrastruktur und unsere Lebensmittelexporte dürfen keine Ziele mehr für Russland sein, und das wird zu entsprechenden Deeskalationsschritten von unserer Seite führen“, schrieb Selenskij auf der Plattform X.

Am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen ist an diesem Dienstag Berichten zufolge ein Treffen von Trump und Selenskij verabredet. Trump hatte in einem Post auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass Russland im Krieg die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren habe. Ein großer Teil der Raffinerien sei gesprengt worden und zumindest vorübergehend außer Betrieb. „Dieser lächerliche und endlose Krieg mit der Ukraine muss beendet werden“, schrieb er weiter. Dieser Forderung pflichtete Selenskij bei.

Schon vor mehr als einer Woche hatte Trump Selenskij dazu aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. Allerdings wirkt sich besonders der Krieg zwischen der USA und Iran auf den globalen Ölmarkt aus.

Russischer Angriff zerstört Einkaufszentrum in Saporischschja

Russische Luftangriffe auf die ukrainische Stadt Saporischschja haben nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij schwere Schäden an zivilen Gebäuden angerichtet. Ein großes Einkaufszentrum brannte lichterloh, wie Aufnahmen aus der frontnahen Großstadt im Süden der Ukraine zeigen. Auch mehrere neunstöckige Wohnblocks und ein Universitätsgebäude seien beschädigt worden, schrieb Selenskij in sozialen Netzwerken. Er sprach von fünf Verletzten.

Nach Selenskyjs Angaben trafen die nächtlichen russischen Angriffe zehn Regionen der Ukraine. Im Gebiet Charkiw sei eine Frau getötet worden. Das russische Militär sprach von Angriffen auf ein Logistikzentrum im Gebiet Kiew und Ziele in den Häfen Odessa und Ismajil.

Luzia Geier

Luzia Geier

Experte: Neues Parlament in Russland wird „Duma des Krieges“

Der kremlkritische Politologe Alexander Morosow meint, dass Kremlchef Wladimir Putin sich mit der Parlamentswahl in Krisenzeiten als „Anführer einer Kriegsbürokratie“ behaupte. Er erwartet, dass die Repressionen in Russland zunehmen werden - und Putin das Ergebnis auch als Legitimation werten dürfte, um bei der Präsidentenwahl 2030 wieder anzutreten. Dafür müsse der Präsident aber vorher einen Sieg im Krieg gegen die Ukraine vorweisen können, meint der Experte.

„Der Kreml formiert nun eine Duma zur endgültigen Zerstörung der Ukraine.“

Politologe Alexander Morosow

Das neue Parlament sei eine „Staatsduma des Krieges“, gar „eine blutrünstige Duma“, sagte Morosow. Bisher habe es etwa ein Fünftel an Hardlinern gehabt, „die schlimmsten Gegner der Ukraine und des Westens“ - künftig machten Kriegstreiber die Hälfte aus. Dabei sei für die Russen eigentlich wichtig, dass der Krieg ende, ihre Lebensumstände nicht noch schlechter würden und auch Institutionen wie etwa Banken weiter zuverlässig arbeiteten.

Die von der Wahl ausgeschlossene Antikriegspartei Jabloko wie auch die Oppositionellen vom Team des im Straflager zu Tode gequälten Putin-Gegners Alexej Nawalny beklagten, dass den vielen Russen, die Friedensverhandlungen mit der Ukraine befürworten, die Stimmen gestohlen worden seien. „Ganz gleich, wie sehr die Wahlen manipuliert werden – wir wissen: Es gibt sehr viele Russen, die gegen den Krieg sind und sich gegen Putin und seine Partei aussprechen“, teilte das Nawalny-Team mit.

Luzia Geier

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Russland: Erste Ergebnisse sehen Kremlpartei als Wahlsieger

Die für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine maßgebliche Kremlpartei Geeintes Russland steuert bei der Parlamentswahl laut Medien auf eine Zweidrittelmehrheit der Stimmen zu. Das meldeten die Agentur Interfax und die kremlkritische Zeitung Nowaja Gaseta nach Auszählung von rund einem Viertel der abgegebenen Stimmen. Nach vorläufigen Schätzungen komme die Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin mit Direktmandaten auf 309 von 450 Sitzen in der Staatsduma, berichtete Nowaja Gaseta. Das sind neun Mandate mehr als es zur Änderung der Verfassung braucht.

Unabhängige Experten und die Opposition im Exil warfen der russischen Wahlleitung vor, die Ergebnisse zu fälschen. Kremlgegner sprachen von einer Farce. Geeintes Russland kam nach Auszählung von mehr als 50 Prozent der Wahlzettel auf 57,9 Prozent der Stimmen, wie Interfax unter Berufung auf die Wahlleitung meldete. Hinzu kommen Direktmandate. Prognosen hatten die seit mehr als 20 Jahren regierende Partei bei unter 50 Prozent gesehen. Bei der Duma-Abstimmung 2021 waren ihr von der zentralen Wahlkommission 49,8 Prozent der Stimmen zugesprochen worden.

Die Kommunistische Partei landete nach den vorläufigen Zahlen aus der Nacht auf Platz zwei mit 13,8 Prozent der Stimmen. Die ultranationalistische LDPR kam auf 8,8 Prozent, die bei liberalen Großstädtern populäre Partei Nowyje Ljudi (auf Deutsch: Neue Leute) erreichte demnach 7,9 Prozent. Knapp über die Fünf-Prozent-Hürde soll es die Partei Gerechtes Russland (5,1 Prozent) geschafft haben. Russische Wahlen stehen traditionell wegen des Ausschlusses einer echten Opposition und wegen fehlender Presse- und Meinungsfreiheit als unfair und nicht demokratisch in der Kritik. Alle Parteien sind linientreu und unterstützen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin gegen die Ukraine

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Selenskij kündigt Treffen mit Trump an

Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenskij hat für seinen Besuch in New York in einigen Tagen auch ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump angekündigt. Demnach telefonierte Selenskij mit Trump und besprach mit ihm eine Reihe von Themen, wie er auf Telegram mitteilte. Ein Treffen in New York, wo beide Präsidenten an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen, könne viel bewirken, sagte Selenskij mit Blick auf mögliche neue Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. „Die diplomatische Dynamik ist da“, sagte er. Ein genaues Datum für das Treffen nannte er bisher nicht.

Geplant ist demnach, die direkten Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau unter US-Vermittlung über ein Ende des Kriegs wiederaufzunehmen. Russland hält das im Oktober für möglich. „Es gibt Ideen zu Deeskalationsmaßnahmen und grundlegenden Sicherheitsfragen“, sagte Selenskij. „Wir arbeiten gemeinsam mit dem amerikanischen Team und sind bereit, wirklich ernsthafte Schritte zu unternehmen.“ Details nannte er nicht.

Barbara Klimke

Vier Tote bei Beschuss von Kiew

Bei russischen Angriffen auf die Region Kiew sind nach ukrainischen Behördenangaben vier Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. Eine Mutter und ihre beiden drei Jahre alten Kinder kamen nach Angaben des Rettungsdienstes ums Leben, als eine russische Drohne ein Wohnhaus traf. Ein weiteres Mädchen starb im Krankenhaus nach einer anderen Drohnenattacke, wie der Gouverneur der Region, Tymur Tkatschenko, berichtete. Insgesamt seien bei dem mehr als 24 Stunden andauernden Beschuss 31 Ortschaften in fünf Bezirken beschädigt worden,. Am stärksten betroffen sei der südwestliche Bezirk Fastiw. 

Luzia Geier

Luzia Geier

Ukrainische Drohnen attackieren Moskau am Wahltag

Am letzten Tag der Parlamentswahl in Russland ist die Hauptstadt Moskau erneut zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe geworden. Seit Mitternacht seien mehr als 150 Drohnen abgefangen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Sergej Sobjanin, den Bürgermeister der Moskaus. Wo Trümmer zu Boden stürzten, seien Rettungskräfte im Einsatz. Über mögliche Opfer wurde bis zum frühen Morgen nichts bekannt.

An diesem Sonntag endet die dreitägige Parlamentswahl in Russland. Nach dem Ausschluss der Opposition will sich Präsident Wladimir Putin seinen Kriegskurs gegen die benachbarte Ukraine offiziell bestätigen lassen. Trotz Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und weitverbreiteter Unzufriedenheit im Volk soll auch diesmal wieder eine Zweidrittelmehrheit für die seit mehr als zwanzig Jahren regierende Kremlpartei Geeintes Russland erzielt werden.

Russlands Armee begann den Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022. Neben der Invasion mit Bodentruppen attackieren Putins Streitkräfte ukrainische Städte seither unablässig mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern, Gleitbomben und Drohnen. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe und nutzt für Gegenangriffe auf russisches Gebiet vor allem günstig und schnell herzustellende Drohnen.

Luzia Geier

Luzia Geier

Slowakei-Premier Fico: Ukraine-Krieg ist nicht unser Krieg

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat seine Forderung erhärtet, die Nato dürfe sich nicht in einen Krieg gegen Russland hineinziehen lassen. Obwohl Russland mit seinem Angriff „eine Verletzung des Völkerrechts“ begangen habe, sei der Krieg in der Ukraine „weder unser Krieg noch ein Krieg der Nato“, sagte der Linkspopulist in einer Videoansprache. Schon jetzt habe der Krieg Millionen Tote und enorme Zerstörungen verursacht. Statt eine weitere Eskalation zu riskieren, müsse ein Ausweg auf dem Verhandlungsweg gesucht werden.

Zuvor hatte eine Äußerung Ficos, die auf Internetplattformen verkürzt wiedergegeben worden war, für mediales Aufsehen gesorgt. Der slowakische Premier hatte am Donnerstag davor gewarnt, dass das Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation „so hoch wie nie“ sei: „Es genügt, dass eine Drohne absichtlich oder unabsichtlich ein Wohnhaus in einem Nato-Staat trifft und Zivilisten tötet“ – und schon könne ein Bündnisfall eintreten, der auch das Nato-Mitglied Slowakei betreffe. Deshalb sei es „die Pflicht von uns Politikern, wieder öfter von Frieden zu reden“ und rechtzeitig nach einem Ausweg zu suchen. Er wolle alles dafür tun, dass die Slowakei niemals „wegen irgendeines Artikels 5 in einen militärischen Konflikt hineingezogen“ werde.

In Social-Media-Foren wurde aber statt seiner Warnung vor einer Eskalation nur diese Randbemerkung als Video-Auszug verbreitet und so interpretiert, dass er „die Verteidigung von Nato-Verbündeten“ im Kriegsfall verweigere. Slowakische Oppositionspolitiker warfen ihm daraufhin vor, die Nato-Beistandspflicht infrage zu stellen. Darauf reagierte Fico wiederum mit dem trotzigen Hinweis, dass auf die Bündnistreue des Westens selbst wenig Verlass sei. 1938 hätten die Westmächte die Tschechoslowakei „wie ein gebratenes Huhn“ Adolf Hitler zum Fraß vorgeworfen.

Ulrike Putz

Trump: Russland greift Verbündete der Ukraine seit Jahren an

US-Präsident Donald Trump hat Russland der Angriffe auf Verbündete der Ukraine bezichtigt. „Seit etwa fünf Jahren greifen sie die Verbündeten der Ukraine an“, sagte er im Weißen Haus auf eine Reporterfrage nach entsprechenden Sorgen in Polen. „Ich glaube, da sind sich alle einig“, sagte Trump.

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hatte zuvor mitgeteilt, er rechne für die kommenden Wochen mit stärkeren russischen Angriffen auf die Ukraine sowie auf ihre Unterstützer. Nach Einschätzung von Geheimdiensten könnte es zu scheinbar versehentlichen Attacken mit Drohnen und Raketen auf die Länder kommen, die der Ukraine Beistand leisten – darunter Polen. Das sagte Tusk im polnischen Parlament in Warschau, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete.

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