„Nicht alles schlecht“: Marie-Louise Eta spricht über den Union-Fehlstart

1. FC Union

Vier Spiele, vier Niederlagen: Für die Frauen des 1. FC Union Berlin begann die Bundesligasaison, an den Ergebnissen gemessen, katastrophal. Selbst die Männermannschaft, die unter Mauro Lustrinelli nach dem 0:7-Debakel in München desolat in die neue Spielzeit startete, holte zu diesem Zeitpunkt der Saison einen Punkt mehr als Marie-Louise Eta mit den Frauen. Doch am 5. Spieltag, am vergangenen Sonntag, gelang ihr und ihrer Mannschaft im Stadion An der Alten Försterei der erlösende erste Dreier.

Die Unionerinnen besiegten RB Leipzig mit 3:2 und wollen am kommenden Sonntag (14 Uhr) gleich weitermachen. Nach dem Erfolg gegen die Sachsen geht es für die Eisernen weiter nach Sachsen-Anhalt, wo sie im DFB-Pokal das Ost-Derby gegen den 1. FC Magdeburg in der Avnet-Arena austragen werden.

Eta: „Nicht alles schlecht“

Der Sieg gegen Leipzig hat bei den Spielerinnen durchaus Wirkung gezeigt. Die Laune beim Training am vergangenen Mittwochnachmittag war gut, von Krisenstimmung kaum noch etwas zu spüren.

Nach den Übungen in der warmen Sonne standen Eta und Kapitänin Lisa Heiseler Rede und Antwort. „Wir sind sehr froh, dass wir am Sonntag zu Hause gegen RB Leipzig die ersten Punkte sammeln konnten“, sagte Eta. Nach vier Niederlagen sei das „natürlich nicht die einfachste Aufgabe“ gewesen. Und der Spielverlauf deutete durchaus den nächsten Rückschlag an. Schließlich hatte Union die zwischenzeitliche 1:0-Führung aus der Hand gegeben und war in Rückstand geraten.

Doch Eta fand: „Das sind ja manchmal die besten Siege: wenn man noch einmal hinten liegt, zurückkommt und das Spiel am Ende gewinnt.“ Daraus könne ihre Mannschaft „sehr viel Kraft und Vertrauen in die eigene Stärke“ ziehen.

Das Team von Union Berlin jubelt über den Siegtreffer gegen RB Leipzig.

Das Team von Union Berlin jubelt über den Siegtreffer gegen RB Leipzig.

© Matthias Koch/IMAGO

Ins Schwärmen geriet die Trainerin deshalb aber nicht. Die Fehler der ersten Wochen redete Eta nicht klein. „In Freiburg und Köln haben wir definitiv keine guten Spiele gezeigt. Das gehört zur Wahrheit dazu“, sagte sie.

Gegen Bayern München und Frankfurt aber habe ihre Mannschaft Reaktionen gezeigt und sei nah dran gewesen. „Ich fand nicht, dass in den ersten vier Spielen alles schlecht war“, sagte sie deshalb.

Heiseler: Werte und Zusammenhalt

Kapitänin Lisa Heiseler wirkte erleichtert, endlich den ersten Sieg errungen zu haben. „Ich glaube, man spielt Fußball, um Spiele zu gewinnen, und wir mussten jetzt sehr lange darauf warten“, sagte sie.

Ein Erlebnis, das sie so in den vergangenen Jahren bei Union nicht oft hatte: „Man muss ehrlich sagen, dass wir bei Union in den vergangenen Jahren sehr erfolgsverwöhnt waren. Wir haben den Durchmarsch bis in die erste Liga geschafft. Natürlich ist man einen solchen Start dann vielleicht nicht gewohnt. Aber man muss immer damit rechnen. Kein Spiel ist ein Selbstläufer.“

Lisa Heiseler geht beim 1. FC Union auf und neben dem Platz voran.

Lisa Heiseler geht beim 1. FC Union auf und neben dem Platz voran.

© IMAGO/Nordphoto / Engler

Dazu hat sich bei Union viel verändert: neue Gesichter im Trainerteam,  zahlreiche neue Spielerinnen. Als Kapitänin kommt Heiseler damit auch eine große Verantwortung zu. „In meiner Rolle ist es mir wichtig, dass die Werte von Union Berlin erhalten bleiben“, sagte sie. Den Fans wolle sie zeigen, „dass wir trotzdem Union Berlin sind“.

Besonders wichtig ist ihr das Miteinander. „Man muss sich in jeder Sekunde gegenseitig pushen – egal, ob eine Aktion schlecht oder gut war. Man muss füreinander einstehen und neben sowie auf dem Platz zusammenhalten. Union steht für Familie und Zusammenhalt“, erklärte die 28-Jährige.

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Allzu sehr pushen muss sie die Neuen aber nicht. Die Eingewöhnung bei Union scheint gut zu klappen. „Man hört immer wieder, dass es den Neuzugängen relativ leichtfällt, hier anzukommen. Aber dazu müsst ihr noch einmal die Neuzugänge fragen“, sagte Heiseler und lachte. Dass ein Team dafür Zeit braucht, sei aber normal. Und: „Ich glaube, wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg.“

Nächste Aufgabe: Magdeburg

Den wollen Kapitänin und Trainerin in Magdeburg fortsetzen. Gegen den Zweitligisten ist Union klarer Favorit. „Das ist logisch. Das wollen wir auch so annehmen“, sagte Eta. Ein Selbstläufer wird das Pokalspiel dennoch nicht, das weiß man bei Union nach den vergangenen Wochen nur zu gut. Deshalb wolle sich die Mannschaft „Schritt für Schritt“ weiterentwickeln, Spiel für Spiel. Der Sieg gegen Leipzig war der erste. In Magdeburg soll der nächste folgen.

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