Psychische Probleme bei Jugendlichen: Forscher widerspricht Handy-These
Aktualisiert27. September 2026, 09:39
Mentale GesundheitNicht das Handy: Psychologe nennt Eltern und Schule als Grund
Handys und Social Media stehen schnell am Pranger, wenn Jugendliche psychisch leiden. Entwicklungspsychologe Peter Gray hält das für falsch – und nennt andere Gründe.

Darum gehts
- Entwicklungspsychologe Peter Gray widerspricht der These, dass Handys und Social Media psychische Probleme bei Jugendlichen verursachen.
- Als eigentliche Ursachen nennt er überbehütende Eltern und wachsenden Schuldruck.
- Ein Handyverbot hält Gray für falsch: Das Gerät sei für viele Jugendliche ein wichtiger Rückzugsort.
Handys und Social Media gelten oft als Auslöser für psychische Probleme bei Jugendlichen. Peter Gray widerspricht dieser Einschätzung. Der emeritierte Professor für Entwicklungspsychologie am Boston College sagte im Gespräch mit der «SonntagsZeitung»: «Es gibt keine starke Korrelation zwischen der Bildschirmzeit von Jugendlichen und ihrer mentalen Gesundheit.» Gray stützt sich dabei auf Daten.
Druck und Helikoptereltern statt Bildschirmzeit
Dass Angststörungen und Depressionen bei Jugendlichen zunehmen, bestreitet Gray nicht. Die Gründe sieht er aber an anderer Stelle: bei überbehütenden Eltern und beim wachsenden Druck in der Schule.
Ein Handyverbot hält der Psychologe für falsch. Wie er der «SonntagsZeitung» sagte, kann das Gerät für viele Jugendliche ein wichtiger Rückzugsort sein. Es ermögliche ihnen ein eigenes soziales Leben.
Handy als Rückzugsort
Für Gray sind Handys und Social Media damit nicht die Hauptursache für psychische Probleme junger Menschen. Entscheidend seien vielmehr die Bedingungen, unter denen Jugendliche aufwachsen.
Was hältst du von der These, dass Handys nicht die Hauptursache für psychische Probleme bei Jugendlichen sind?
Das überzeugt mich, Druck und Erwartungen spielen wohl eine grössere Rolle.
Ich sehe eher die Kombination aus Handy, Schule und Umfeld.
Für mich sind Social Media schon ein wichtiger Faktor.
Ich bin skeptisch, die Bildschirmzeit wird zu oft verharmlost.
Ich weiss es nicht, dafür sind die Fälle zu unterschiedlich.
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