„Nie, nie“ will Wüst nicht sagen: NRW-Ministerpräsident lässt Kanzler-Tür einen Spalt offen

Stand: 04.08.2026, 22:02 Uhr

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Wüst weist Spekulationen über einen Kanzlertausch zurück. Eine eigene Kandidatur zu einem späteren Zeitpunkt schließt er aber nicht aus.

Berlin – Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat Spekulationen zurückgewiesen, dass er Friedrich Merz (CDU) als Bundeskanzler ersetzen könnte. Das Kanzleramt sei „aktuell keine Option“ für ihn, sagte Wüst am Dienstag im Podcast der Funke Mediengruppe. Allerdings bekräftigte er eine frühere Aussage, dass er eine mögliche Kanzlerkandidatur zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschließe.

Reul mahnt Maß bei Merz-Kritik an: liefern, nicht streiten

Hendrik Wüst und Bundeskanzler Friedrich Merz. Einen Kanzlertausch schließt der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen aus – eine Kanzlerkandidatur jedoch nicht. (Archivbild) © Guido Kirchner/dpa

„Wenn man ein so großes Land regiert wie Nordrhein-Westfalen, in dem sich die Stärken und Herausforderungen Deutschlands in einer kleineren Variante eins zu eins widerspiegeln, dann sollte man nie ‚Nie, nie‘ sagen“, sagte Wüst. Zuletzt hatte unter anderem der Spiegel über eine mögliche Ablösung von Merz als Bundeskanzler spekuliert, sollte die CDU bei den anstehenden Landtagswahlen schlecht abschneiden.

Wüst weist Kanzlertausch-Gerüchte zurück: „Aktuell keine Option“

Wüst wies auch Spekulationen über Spannungen in seinem Verhältnis zu Merz zurück. „Wir arbeiten wirklich gut zusammen“, sagte Wüst im Funke-Podcast „Meine schwerste Entscheidung“. „Da wird oft von außen mehr hereingeheimnist als es ist. Wir sind unterschiedliche Typen, da liegen auch 20 Jahre zwischen, unterschiedliche Erfahrungshorizonte, aber wir arbeiten wirklich sehr ordentlich zusammen.“

Zuletzt demonstrierten Merz und Wüst ihren Zusammenhalt. Bei einem Treffen nordrhein-westfälischer CDU-Politiker im Sauerland wies Wüst die Wechselgerüchte bereits im Juni mit scharfen Worten zurück und sicherte Merz seine „volle Unterstützung“ zu, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. „Solche Personalspekulationen sind nicht nur Quatsch, ich will auch ausdrücklich davor warnen“, sagte er nach Angaben von Teilnehmern.

Wüst als möglicher Nachfolger von Merz? Merz wird in Umfragen als Kanzler abgestraft

Die Herausforderungen, vor denen Deutschland stehe, seien groß und Merz gehe sie als Kanzler entschlossen an. „Dabei hast Du, lieber Friedrich, meine volle persönliche Unterstützung und die volle Unterstützung der gesamten CDU Nordrhein-Westfalen“, sagte Wüst den Angaben zufolge. Merz lobte im Gegenzug die Arbeit von Wüst in Nordrhein-Westfalen, ging auf die Wechselgerüchte aber nicht ein.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Medienberichte gegeben, nach denen in der CDU über einen Kanzlertausch während der laufenden Legislaturperiode nachgedacht werde. Wüst wurde dabei als aussichtsreichster Nachfolgekandidat genannt. Hintergrund sind eine zunehmende Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit in der Bevölkerung und historisch schlechte Beliebtheitswerte des Kanzlers. (Quellen: dpa/AFP/Funke) (sischr)