Nordsee-Inseln laufen die Gäste weg: Das ist der Grund
Stand: 14.07.2026, 23:16 Uhr
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Trotz pandemiebedingter Rückschläge bleibt Spiekeroog ein attraktives Reiseziel. Doch es braucht neue Strategien, um im veränderten Marktumfeld zu bestehen.
In den 2010er-Jahren erlebten die Ostfriesischen Inseln einen regelrechten Boom im Tourismus. Die Übernachtungszahlen stiegen kontinuierlich an und erreichten 2019 mit 5,8 Millionen Übernachtungen einen Höhepunkt. So berichtet es die Nordwest-Zeitung NWZ.
Doch dann habe die Pandemie einen Einbruch gebracht, von dem sich die Inseln bis heute nur langsam erholen. Die Rekordzahlen von 2019 seien bisher unerreicht, und das Geschäftsumfeld habe sich laut Tourismusbranche deutlich verschärft. Als Beispiel wurde die Insel Spiekeroog herangezogen.
Nordsee-Inseln laufen die Gäste weg: Das ist der Grund
Jochen Bellstedt, Vorsitzender des Unternehmervereins auf Spiekeroog, betont gegenüber der NWZ, dass die Insel weiterhin ein attraktiver Standort sei. Dennoch habe sich das Buchungs- und Konsumverhalten der Gäste verändert. „Wir müssen mehr tun, um erfolgreich zu sein“, so Bellstedt. Der Verein, der sich vor eineinhalb Jahren gegründet hat, sieht sich mit einem schwieriger gewordenen Geschäftsumfeld konfrontiert. Ein Austausch mit Vertretern der Tourismusbranche hätte verdeutlicht, dass der Tourismus kein Selbstläufer mehr ist.
Die Zufriedenheit der Gäste stehe im Mittelpunkt der Bemühungen auf Spiekeroog. Persönliche Begrüßungen und kleine Aufmerksamkeiten wie eine Gratis-Tasse Tee sollen das Wohlfühlen der Gäste fördern. Diese Willkommens- und Wohlfühlkultur ist entscheidend, um Gäste langfristig an die Insel zu binden, heißt es in dem Artikel sinngemäß. Die Anbieter auf der Insel arbeiteten daran, diese Kultur zu pflegen und weiterzuentwickeln.
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Preisniveau auf Nordsee-Inseln zu hoch? „Ja, wir sind teuer, aber nicht zu teuer“
Ein weiteres Thema, das den Unternehmerverein beschäftigt, ist das Preisniveau auf Spiekeroog. „Ja, wir sind teuer, aber nicht zu teuer“, sagt Bellstedt. Die Leistung müsse stimmen, um die Preise zu rechtfertigen. Besonders jüngere Gäste achten auf die Preise, weshalb spezielle Angebote und Rabatte für diese Zielgruppe in Betracht gezogen werden. Ziel ist es, den hohen Anteil älterer Gäste zu ergänzen und auch jüngere Menschen für die Insel zu begeistern.
Spiekeroog setzt verstärkt auf qualitatives Wachstum und nachhaltigen Tourismus. Während die Insel in den Sommermonaten gut besucht ist, sieht man vor allem in den Zwischen- und Randzeiten noch Potenzial. Der Fokus liege auf einem Tourismus, der Qualität und Nachhaltigkeit in den Vordergrund stelle, anstatt auf steile Wachstumsraten zu setzen.
Der Unternehmerverein sieht Spiekeroog weiterhin als Top-Destination und blickt optimistisch in die Zukunft. „Wir bedienen eine Top-Destination, schauen nach vorne und können gemeinsam etwas bewegen!“
„Wer kann sich denn noch einen Urlaub auf der Insel leisten?“
Zu dem Thema entbrannte auf Facebook eine lebhafte Diskussion – mit unterschiedlichen Einschätzungen darüber, was hinter dem Rückgang steckt. Ein zentrales Argument: die Kosten. „Wer kann sich denn noch einen Urlaub auf der Insel leisten!“, schrieb ein Nutzer und brachte damit auf den Punkt, was viele zu denken scheinen.
Ähnlich argumentierte ein weiterer Nutzer, der die Frage stellte, wo die Menschen das Geld für die gestiegenen Kosten hernehmen sollen – und gleichzeitig kritisierte, dass auf den Inseln trotzdem weiter gebaut werde. Ob er damit Ferienwohnungen, Hotels oder Infrastrukturprojekte meint, ließ er offen.
Ein Nutzer teilt die Einschätzung der Tourismusbehörden nicht: „Es ist jedes Jahr dasselbe Jammern auf hohem Niveau und Ende des Jahres trotzdem die Taschen voll“, schreibt er.
Auch der Nordsee-Küste in Deutschland laufen die Besucher weg: Es gibt mehrere Gründe.