Noskova schlägt Muchova in drei Sätzen und ist die neue Königin von Wimbledon
Tennis
Noskova schlägt Muchova in drei Sätzen und ist die neue Königin von Wimbledon
Die 21-Jährige gewinnt das dramatische tschechische Finale und setzt damit die Erfolgsstory ihres Landes beim Rasenklassiker fort. Sie ist die jüngste Wimbledon-Siegerin seit Petra Kvitova 2011
London – Erstes Grand-Slam-Finale, erster Titel: Linda Noskova hat am Samstag das Finale von Wimbledon für sich entschieden. Die 21-Jährige behielt im ersten rein tschechischen Grand-Slam-Finalduell mit der um acht Jahre älteren Karolina Muchova mit 6:2,5:7,6:3 die Oberhand und wurde zur jüngsten Siegerin im All England Tennis Club seit der Tschechin Petra Kvitova im Jahr 2011. In der Weltrangliste wird die zwölftplatzierte Noskova am Montag als Siebente so gut wie nie zuvor dastehen.
Zum dritten Mal in den jüngsten vier Jahren ging der Titel an eine Tschechin, nachdem zuvor Marketa Vondrousova (2023) und Barbora Krejcikova (2024) erfolgreich gewesen waren. Für Noskova, die im zweiten Satz eine 5:2-Führung und fünf Matchbälle vergab, war es erst der dritte Turniersieg ihrer Karriere, der zweite auf Rasen nach dem Erfolg in Berlin im Juni. Ihren ersten Sieg hatte sie 2024 in Monterrey auf Hartplatz und ebenfalls auf WTA500-Ebene gefeiert. Die Ranglistenneunte Muchova, die Ende Juni in Bad Homburg trotz einer Gräser-Allergie auf Rasen ihren dritten Turniersieg eingefahren hatte, kassierte wie im Paris-Endspiel 2023 eine Niederlage.
Noskova startete stark
Noskova fand besser in die Partie und war in der Folge vorerst in allen Belangen besser. Ihren zweiten Breakball verwertete sie zum 3:1, mit einem weiteren Break beendete sie den ersten Satz nach 31 Minuten. Das gelang in einem Marathon-Game nach zuvor vier vergebenen Satzbällen dank eines sehenswerten Lobs. Im zweiten Satz hielt Muchova mehr dagegen, da vergab sie beim Stand von 1:1 und 15:40 auch ihre ersten drei Breakbälle. Noskova hingegen nutzte ihre erste Chance, um auf 4:2 davonzuziehen.
Ein zweites Break blieb aus, da Noskova bei 5:2 drei Matchbälle ausließ, den letzten wehrte Muchova mit einem Stopp nach einem Netzroller ab. Das wirkte sich auf das Spiel aus, brachte noch einmal Spannung rein, da Muchova den Schwung mitnehmen konnte. In einem packenden Game wehrte sie einen vierten Matchball aufgrund eines Doppelfehlers ihrer Gegnerin ab und stellte selbst nach sechs zuvor vergebenen Breakbällen auf 4:5. Da behielt sie bei einem weiteren Matchball die Nerven und stellte auf 5:5.
Noskova stand immer wieder schlecht zum Ball, servierte nicht mehr so gut und geriet wegen einer leicht verschlagenen Vorhand mit 5:6 in Rückstand. Muchova fixierte gleich mit ihrem ersten Satzball nach 1:43 Stunden das 7:5. Noskova verließ kurz den Platz, auch um den Schwung Muchovas zu bremsen. Das gelang, da sie nach der Abwehr von drei Breakchancen vorlegen konnte. Gleich darauf nahm sie ihrer Landsfrau mit der ersten Chance den Aufschlag ab. Diesen Vorteil gab sie, im ersten Finalduell zweier Spielerinnen aus einem Land nach den US-Amerikanerinnen Serena und Venus Williams 2009, diesmal nicht mehr aus der Hand.
Sieg nach sechstem Matchball perfekt
Ihren sechsten Matchball nutzte sie nach 2:28 Stunden mit dem Aufschlag-Winner. Damit gelang ihr auch die Revanche für eine Niederlage in der 3. US-Open-Runde 2025 im zuvor einzigen Aufeinandertreffen mit ihrer Olympia-Doppel-Partnerin. Mit 21 Jahren und 236 Tagen durfte sie, die in der 3. Runde gegen Sorana Cirstea einen Matchball abgewehrt hatte, den Pokal in die Höhe stemmen. Kvitova war 2011 mit 21 Jahren und 116 Tagen etwas jünger.
Den Doppeltitel bei den Männern sicherte sich das topgesetzte finnisch-britische Duo Henry Patten/Harri Heliovaara mit einem 7:6(4),7:6(3)-Erfolg gegen Marcelo Arevalo/Mate Pavic (ESA/CRO). Es war ihr dritter Triumph bei einem Major-Event, der zweite in Wimbledon. In der gesamten Partie gab es keinen Breakball. (APA, 11.7.2026)
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