Filmfestspiele Venedig: NRW mischt mit
Ein Wermutstropfen vorneweg: keiner der NRW-Filme hat die Chance, den Goldenen Löwen zu gewinnen. Denn alle vier werden nicht im Hauptwettbewerb gezeigt. Trotzdem ist schon die Teilnahme in Venedig für die Produktionen ein großer Erfolg.
Wim Wenders in 3D
Mit Spannung wird Wim Wenders neuer Dokumentarfilm "From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor" erwartet. Die Film- und Medienstiftung NRW hat das Projekt mit 180.000 Euro gefördert. WDR/Arte und SWR sind die deutschen Sendepartner. Der Film ist kein klassisches Architektenporträt. Wenders untersucht vielmehr, wie Zumthors Räume auf Menschen wirken: auf Besucher, Bewohnerinnen, Nutzer, Handwerker und Künstlerinnen. Der Ansatz lautet buchstäblich "von innen nach außen". Architektur soll körperlich, sinnlich und emotional erfahrbar werden. Dafür hat Wenders über 14 Jahre lang gedreht - und alles in 3 D.
"Der Film ist eine fast physische Erfahrung von Material, Licht und Raum." Archdaily.com
Architekten-Juwel in der Eifel
NRW fördert auch die Neuen
Ebenfalls mit Geld der Film- und Medienstiftung NRW gefördert wurde der Spielfilm "Oase". Es ist der erste Langfilm des Regisseurs Jannis Lenz. Er läuft in Venedig in der Reihe "Orrizonti", der zweiten großen Wettbewerbssektion. Hier werden vor allem Debüts gezeigt, die erzählerisch und ästhetisch neue Wege gehen. "Oase" erzählt die Geschichte von drei Jugendlichen, die als Außenseiter in der Schule keinen Platz finden und fernab der Gesellschaft in der Natur einen eigenen Lebensraum mit eigenen Regeln und Werten schaffen.
Eine Chance für Publikumslieblinge
Dritter Film mit NRW-Förderung ist "I Matter" von Alina Serban - eine deutsch-rumänisch-belgische Koproduktion. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die kurz vor ihrem 18. Geburtstag aus dem Waisenhaus entlassen werden soll und darauf hofft, mit der Entlassung ihres Vaters aus dem Gefängnis endlich eine Familie zu finden. Der Film läuft in Venedig in der neuen Sektion "Spotlight". Hier dürfen die Zuschauer darüber abstimmen, welcher Film ihnen am besten gefallen hat.
Ein Blick in die zu warme Zukunft
Ebenfalls in Venedig vertreten ist das von der Film- und Medienstiftung NRW mit 40.000 Euro geförderte Multimedia-Projekt "The White Saboteur" des Kölner Actrio Studios. Es wird innerhalb der Sektion Venice Immersive präsentiert. Das ist der experimentellste Wettbewerb in Venedig, für 360-Grad-Produktionen und Virtual Reality. In der 15-minütigen VR-Installation betritt man mit Headset eine digitale Polarlandschaft aus treibenden Eisbergen und Gletschern. Der Blick der Besucher lässt die virtuellen Eisberge schmelzen. So sollen die Folgen des Klimawandels eindrucksvoll erfahrbar gemacht werden.