OB Max Gotz zapft Erdinger Herbstfest mit drei Schlägen an
Stand: 28.08.2026, 18:29 Uhr
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Oberbürgermeister Max Gotz hat am Freitag um 16.27 Uhr das 84. Erdinger Herbstfest eröffnet. Kein Tropfen Bier verließ dabei vorzeitig das Fass.
Erding – Anna Kraus hat ihren eigenen Herbstfest-Beginn: den Moment, wenn der Trommler hinter ihr zum ersten Mal auf sein Instrument haut. Sie steht ganz vorn in der Stadtkapelle, die den Herbstfest-Auszug anführt. Um 16 Uhr haut der Trommler zu. Mit dem Bürgermeister-Trio an der Spitze ziehen die Festwirte, ihre Bedienungen, die Schausteller, die Lokalprominenz, Brauereigespanne und die Musikanten über die Lange Zeile Richtung Volksfestplatz. Um 16.27 Uhr wuchtet OB Max Gotz mit drei Schlägen den Wechsel ins Fass. Kein Tropfen verlässt vorzeitig das Fass: „O’zapft is. I wünsch eich a schöne, friedliche, fröhliche Wiesn.“

Jubel im Stiftungszelt, das schon bestens gefüllt ist. Kein Wunder, denn draußen regnet es in Strömen. Apropos Regen: Am Vormittag hatte man noch etwas gezittert um den Auszug. Ein schweres Unwetter war angesagt, aber Petrus öffnete die Schleusen ein paar Minuten später und dann erst mal nur einen kleinen Spalt.
Briten, Hochzeiter und Schalke-Fans
Um 15 Uhr ist es noch trocken gewesen, als sich mehrere Hundert Menschen auf dem Schrannen- und Kleinen Platz und der Langen Zeile auf das Herbstfest einstimmen. Die meisten in Tracht, aber trotzdem bilden sie ein buntes Völkchen: natürlich mit Erdingerinnen wie etwa Alina Reuther und ihren Freunden. „Mir gefällt es hier einfach. Ich liebe die Trachten und dass wir so friedlich zusammenkommen“, sagt die 30-Jährige.
Robert Eichert hat eigentlich einen anderen Herbstfest-Stammtermin: „Immer der zweite Samstag“, sagt der 41-Jährige. Da hat Alexandra Angermair heuer etwas dagegen. Die beiden werden an diesem Tag heiraten, also ist er mit seinen Spezln nun beim Junggesellenabschied hier. Seit zehn Jahren ist er schon in Bayern, wohnt in Langengeisling und fremdelt nur noch in einer Sache: Als gebürtiger Dortmunder werde er immer BVB-Fan sein.
Da kommen wir doch gleich zu den Rosenfelds. Holger und Achim Rosenfeld sitzen im Schalke-Trikot auf der Terrasse der Weißbräu-Gaststätte. Ihnen gegenüber ist Bruder Wolfgang im Bayern-Dress. Alle zusammen mit Holgers Frau Gabi aus Aachen angereist – extra zum Herbstfest. Warum? „Wir leben einfach Brauchtum“, sagt Wolfgang Rosenfeld.
Bei der Gruppe aus Winterthur ist das nicht anders. Der Kulturverein wird drei Tage in der Stadt bleiben und kommt seit 25 Jahren hierher, erzählt Daniel Malzach. Eine seiner Begleiterinnen erzählt stolz: „Vor zwölf Jahren habe ich hier mit eurem Oberbürgermeister getanzt. Mitten im Festzelt. Da erinnert er sich sicher daran.“
Noch länger, nämlich seit 30 Jahren, ist die Gruppe aus dem Schwalm-Eder-Kreis hier. Die Hessen nehmen die 420 Kilometer lange Busreise gern in Kauf. Und auf eines sind sie besonders stolz: Sie waren einmal der nördlichste Fanclub von Erdinger.
Noch weiter angereist ist eine Journalistengruppe. Das Londoner Quartett hat nur ein Wort für die Bierqualität: „Delicious!“ Zwei davon sind sogar echte Pikantus-Fans. Fans von der Insel? Irgendwie kein Wunder. Teresa Woitzik, das Herbstmadl, erzählt von einem Iren, der gerade eben noch mit ihr geratscht hat und dem das Herbstfest wohlbekannt sei.
Apropos Herbstfestmadl: Die 27-Jährige aus Singlding ist selbst jetzt noch die Ruhe selbst, auch wenn ab sofort alle Augen auf sie gerichtet sind. Sie freut sich auf die nächsten Tage, insbesondere auf den Kindertag und viele Gespräche mit interessanten Menschen.
13,3 Prozent Stammwürze
„Da bin ich viel aufgeregter“, gesteht Mama Heidi und macht fleißig Fotos – auch eine Stunde später im Zelt, wo nun die Tochter sowie die komplette restliche Prominenz auf der Bühne stehen. Alle etwas im Wet-Look, denn während des Umzugs hat es doch noch zu regnen begonnen. Und alle jetzt mit einer Mass Bier in der Hand. Denn jetzt geht es wirklich los, das 84. Herbstfest. Dieser Artikel darf aber nicht vor dieser wichtigen Information enden: Die Erdinger Festweiße hat 13,3 Prozent Stammwürze und 5,8 Prozent Alkohol. Das Festhelle liegt bei 13 Prozent Stammwürze und 6 Prozent Alkohol. Der Liter kostet 12,40 Euro – wie im Vorjahr.