Appenzeller Pizzaiolo darf seit Tagen nicht mehr arbeiten
Ofen aus wegen Hitze
Ostschweizer Pizzaiolo darf seit Tagen nicht mehr arbeiten
Das absolute Feuerverbot in der Ostschweiz zwingt Angelo DaNazaret (25) aus Herisau AR, sein Pizzamobil abzustellen. Ohne Holzofen fehlen ihm Einnahmen – und 25 gebuchte Anlässe im August platzen. Beim Einfeuern des Pizzaofens ist auch schon die Polizei vorgefahren.
Publiziert: vor 56 Minuten
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Aktualisiert: vor 49 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Foodtruck-Betreiber in Herisau wegen Feuerverbot seit 17. Juli lahmgelegt
- 1000 Pizzen-Zutaten lagern ungenutzt, 25 August-Events abgesagt, Umsatzverlust enorm
- Behörden verweigern Ausnahme, Solidarität mit Gasgrills und Zutatenkäufen wächst
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft
Der Rekordsommer 2026 wird für Angelo DaNazaret (25) aus Herisau AR mehr und mehr zum Albtraum. Wegen des absoluten Feuerverbots in der Ostschweiz darf er den Holzofen in seinem Foodtruck nicht mehr anfeuern. Ausgerechnet im umsatzstärksten Monat steht sein Pizzamobil still, wie zuerst die «Appenzeller Zeitung» berichtet hat. Im Lager im Appenzeller Hauptort liegen Zutaten für über 1000 Pizzen parat.
Seit fünf Jahren fährt DaNazaret mit seinem umgebauten Fiat Ducato durch die Region und verkauft mittags Pizza. Dazu kommen Hochzeiten, Firmenfeste und Geburtstage. Im August wäre das Mobil für 25 Anlässe gebucht gewesen. Doch wegen der Trockenheit gilt seit dem 17. Juli im Kanton St. Gallen und seit Ende Juli auch in Appenzell Ausserrhoden ein absolutes Feuerverbot. Gas- und Elektrogrills sind unter bestimmten Bedingungen erlaubt – DaNazarets Holzofen aber nicht.
Polizei fährt beim Einfeuern vor
Der Foodtruck steht deshalb seit Tagen in der Tiefgarage. DaNazaret und seine zwei Mitarbeiter sind zum Däumchendrehen verdammt. «Das stellt unser kleines Unternehmen vor grosse Herausforderungen», schreibt er auf der Plattform Instagram. Zu Blick sagt er: «Wir können nichts machen. Ausser einen Regentanz vielleicht.» Die Folgen des Feuerverbots gehen ins Geld: «Auf einen Schlag haben wir keine Einnahmen mehr.»
DaNazaret hat alles probiert, sicher 30 Telefonate geführt mit den Behörden. Der Tenor: «Nichts zu machen!» Er solle doch Härdöpfelsalat mit Fleischkäse anbieten, hat man ihm gesagt.
Wie ernst es die Behörden meinen, erlebte der Pizzaiolo Ende Juli in St. Gallen-Winkeln. Er hatte den Ofen bereits angefeuert, 40 Bestellungen waren per Whatsapp eingegangen, weitere 40 Teiglinge lagen bereit. Dann kam die Polizei. Ohne schriftliche Sonderbewilligung musste DaNazaret den Verkauf abbrechen – obwohl weit und breit keine Wiese oder Bäume waren, wie er beteuert. Und nach Hause fahren, ohne auch nur eine Pizza verkauft zu haben.
Grosse Solidarität
DaNazaret hat dafür grundsätzlich Verständnis. «Es ist absolut richtig, dass man vorsichtig ist», sagt er. Und doch: Er weiss derzeit nicht, wie er Fixkosten und die Löhne seiner beiden Mitarbeitenden bezahlen soll. Die Hilfsbereitschaft sei aber gross, erzählt er: Metzgereien und das Casino Herisau leihen dem Team Gasgrills, damit es an einzelnen Anlässen Würste und Salate anbieten kann. Kunden kauften ihm spontan Teig und Zutaten ab. Schön. Aber letztlich ein schwacher Trost. Helfen kann DaNazaret nur kräftiger, langandauernder Regen.