Offene Fragen beim Tankrabatt und Preisdeckel: Wer von den Entlastungen profitiert – und wer nicht
Stand: 21.09.2026, 07:18 Uhr
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Ab dem 1. Oktober kommt erneut ein Tankrabatt. Außerdem soll ein Preisdeckel die Spritpreise langfristig billiger machen. Viele Fragen bleiben jedoch offen.
Berlin – Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise, insbesondere die Spritpreise, weiter nach oben. Nun soll eine Neuauflage des Tankrabatts kommen. Kurz vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ist sich die Regierungskoalition einig geworden. Einige Fragen bleiben bei den geplanten Maßnahmen jedoch noch offen.

Konkret hatte man sich auf zwei Methoden geeinigt, die den hohen Spritpreisen entgegenwirken sollen. Die Energiesteuer soll um 14 Cent pro Liter sinken. Inkludiert man die Mehrwertsteuer, ergibt sich eine Senkung des Spritpreises von 17 Cent pro Liter. Das gleiche Prinzip hatte die Bundesregierung bereits im Mai und Juni genutzt.
Tankrabatt und Spritpreisdeckel: Was bringen die Maßnahmen?
Die Neuauflage des Tankrabatts soll nun ab dem 1. Oktober bis Jahresende in Kraft treten. Neben dem Tankrabatt kommt nun jedoch noch ein Preisdeckel hinzu. Dieser ist als längerfristige Maßnahme angelegt und wird voraussichtlich erst am 1. Januar eingeführt, so die Bundesregierung. 2,5 Milliarden Euro sollen die Maßnahmen kosten, Bund und Länder teilen sich die Finanzierung.
Der Tankrabatt im Frühsommer hat die Spritpreise spürbar gesenkt, er wurde aber Analysen zufolge nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben. Das gilt laut Münchner Ifo-Institut besonders beim Diesel. Während die Entlastung bei Super E5 und Super E10 nahezu vollständig auch an den Zapfsäulen zu spüren war, wurden beim Diesel nur durchschnittlich 12 Cent pro Liter weitergegeben – deutlich weniger als die 16,7 Cent, um die die Steuer gesenkt wurde. Nach Auslaufen des Rabatts Ende Juni zogen die Preise wieder an.
Kritik am Tankrabatt: Vielfahrer profitieren besonders – Anreiz zum Spritsparen fehlt
Kritik gab es auch, weil vom Tankrabatt vor allem Vielfahrer und Besitzer von Autos mit hohem Verbrauch profitieren. Außerdem gibt er nach Einschätzung des Ifo-Instituts keinen Anreiz zum Spritsparen.
Einen Preisdeckel gab es in Deutschland bisher noch nicht. Solange keine Details zur Ausgestaltung bekannt sind, ist die Wirkung schlecht einzuschätzen. Ein Preisdeckel unter Marktpreis könnte zu sofort sinkenden Kosten an der Tankstelle führen – aber auch zu Versorgungsproblemen, wenn sich Verkauf und Import nicht mehr lohnen. Offen ist auch, ob der Staat die Differenz übernimmt, oder die Mineralölkonzerne. Wer nicht kostendeckend nach Deutschland verkaufen kann, verkauft womöglich in andere Länder.
Wirtschaftsweise nennt Tankrabatt und Preisdeckel „opportunistische“ Politik
Wirtschaftsweise Veronika Grimm kritisierte die Maßnahme scharf. Sie spricht von „kurzsichtiger“ und „opportunistischer“ Politik. Es sei „zynisch“, auf Kosten der jungen Generation das Fahren von Autos mit Verbrennungsmotor zu subventionieren, sagte sie dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die Regierung versuche, die Wähler nicht zu verprellen, „aber am Ende führt es nur dazu, dass viele Wähler sich frustriert von den etablierten Parteien abwenden, weil sie ihren Job eben nicht machen“.
Ähnlich sieht das der Leiter des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest. Er halte den Tankrabatt „für einen Fehler“. Der Staat gebe für die Maßnahme viel Geld aus und erreiche damit „zu einem großen Teil Autofahrer, die sich die Benzinpreise leisten können“, sagte er der Bild. Zielgenauere Hilfen wären aus seiner Sicht sinnvoller, die hohen Energiepreise seien angesichts der Situation am Weltmarkt nicht aus der Welt zu schaffen. (Quellen: dpa/AFP/Bild/Kölner Stadtanzeiger/Bundesregierung)